3Bears: Wie Caroline und Tim Porridge aus London nach Deutschland brachten
Im Rahmen unserer Gründerstories hat sich Caroline die Zeit genommen, um uns Einblicke in die Entstehung von 3Bears zu geben. Sie erzählt, wie die Liebe zu Porridge aus London sie inspirierte, welche Herausforderungen sie in Deutschland meistern mussten und wie sie es schafften, aus einer kleinen Idee ein wachsendes Unternehmen zu machen.

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview
Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?
Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung
In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.
Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.
Die Idee für Porridge nach Deutschland bringen
Caroline, deine Liebe zu Porridge entstand während deiner Jahre in London. Welcher Moment ist dir am stärksten in Erinnerung, als du zum ersten Mal merktest: „Das braucht Deutschland!"? Und wie lange hat es gedauert, bis Tim überzeugt war, diese Idee tatsächlich umzusetzen?
In London ist Porridge etwas ganz Alltägliches – lecker, nahrhaft, modern. Für mich war es das perfekte Frühstück, vor allem weil ich jahrelang mit Bauchschmerzen und Reizdarm zu kämpfen hatte. Seit ich morgens auf Porridge umgestiegen bin, ging es mir gesundheitlich deutlich besser – mehr Energie, weniger Beschwerden.
Als ich dann nach Deutschland kam, bin ich in die Supermärkte – und war ehrlich gesagt überfordert. Es gab so gut wie gar nichts, was uns überzeugt hat. Entweder voller Industriezucker oder so fade, dass es keine Freude gemacht hat. Da war für mich klar:
„Das kann doch nicht sein – Deutschland braucht richtig gutes Porridge!“
Tim musste ich gar nicht lange überzeugen. Wir waren beide schon damals sicher, dass Porridge ein riesiges Potenzial hat. Was uns eher schockiert hat, waren die Reaktionen der Produzenten in der Anfangszeit:
„So viele Früchte? Ohne Zucker? Das macht niemand. Das rechnet sich nicht.“
Uns wurde oft gesagt, wir seien verrückt. Aber wir wollten ein Frühstück machen, auf das unsere Familien, unsere Freunde – und irgendwann Kinder – stolz sein können. Ohne Schnickschnack, ohne Industriezucker, mit echten Zutaten und Verantwortung für Umwelt und Qualität.
Heute sind wir stolz sagen zu können:
Wir sind die einzige Company, die ausschließlich Porridge macht – und wir wollen die beste der Welt sein.
Wie der Name 3Bears entstand
Der Name 3Bears basiert auf dem Märchen „Goldlöckchen und die drei Bären". Wie seid ihr darauf gekommen – und habt ihr damals geahnt, dass sogar Harry Kane irgendwann Fan sein würde?
Der Name ist eine liebevolle Hommage an das britische Märchen „Goldlöckchen und die drei Bären“. In Großbritannien kennt jedes Kind die Geschichte – Tim ist damit aufgewachsen.
In der Erzählung probiert Goldlöckchen drei Porridges:
- eins zu süß
- eins zu breiig
- und eins „genau richtig“.
Genau das wollen wir:
Ein Porridge, das „just right“ ist – für Goldlöckchen, die Bären und für jeden unserer Kund:innen.
Dass irgendwann jemand wie Harry Kane Fan wird – das hätten wir natürlich niemals geahnt. Umso schöner ist es zu sehen, dass wir dieselben Werte teilen:
Authentizität, natürliche Zutaten, gutes Essen und echte Haltung.

Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools
Frühstück als Social-Media-Thema machen
Content-Marketing für Haferflocken klingt erstmal nicht sexy – wie habt ihr es geschafft, dass Frühstück ein Social-Media-Thema wird? Welche Formate funktionieren besonders gut?
Wir machen Content so, wie wir als Marke sind: nahbar, ehrlich und mit ganz viel Herz.
Dazu gehört:
- Tasty Food Content, der Lust macht, direkt loszukochen
- echte Menschen, echte Gesichter, echte Momente – bei uns sieht man das Team, die Gründer, den Alltag
- Behind the Scenes – wir nehmen die Community wirklich mit
- Dialog statt Einbahnstraße – wir antworten auf Nachrichten und Kommentare, und zwar immer
- Inspiration + Information – Rezepte, Tipps, Wissen, aber auch Einblicke in Nachhaltigkeit und Qualität
Das Erfolgsrezept:
Wir zeigen, wer wir sind – und lassen unsere Community Teil der Reise sein.
SEO-Strategie und Positionierung gegen große Händler
SEO: Welche Keywords sind zentral, und wie positioniert ihr euch gegen große Player wie dm oder Edeka?
Natürlich wären Begriffe wie:
- „Porridge ohne Zucker“
- „gesundes Frühstück“
- „vegane Haferflocken“
super spannend – aber aufgrund von Health-Claims dürfen wir vieles nicht so offensiv formulieren, wie wir gerne würden.
Trotzdem bleibt unsere Position klar:
- natürlich, vegan, ohne Industriezucker
- mit echten Zutaten, ehrlicher Qualität, kurzer Zutatenliste
- Marke mit Haltung und Geschichte statt austauschbarem Handelsprodukt
Gegen große Händler anzutreten ist nie leicht. Aber wir glauben ganz fest:
Wenn das Produkt wirklich begeistert, findet es seinen Weg – und genau das erleben wir gerade.
Loyalty-Programme und Community-Bindung
Die Kassenbon-Aktion und das Meet & Greet mit Harry Kane war ein riesiger Community-Magnet. Welche anderen Loyalty- und Community-Aktivitäten betreibt ihr?
Für uns steht Community = Menschen – und bei Menschen beginnt man mit Beziehung.
Darum machen wir Dinge, die vielleicht banal klingen, aber riesige Wirkung haben:
- Wir antworten auf jede Nachricht – ausnahmslos.
- Wir hören zu – Feedback landet intern direkt im System und wird ernst genommen.
- Wir posten Content mit echtem Mehrwert – nicht nur hübsche Bilder.
- Wir fragen die Community regelmäßig, was sie sehen, wissen oder haben möchte.
- Wir geben etwas zurück – Gewinnspiele, Aktionen, kleine „Dankeschön-Momente“.
Die Harry-Kane-Kampagne war ein Highlight – aber sie passt nur in eine größere Haltung:
„Community ist nicht Zielgruppe. Community ist Familie.“

Schnellfragen zur Gründerpersönlichkeit
Wusstet ihr von Anfang an, dass 3Bears einmal ein Millionenbusiness wird?
Ganz ehrlich: Nein. Man wünscht sich natürlich, mit seiner Leidenschaft irgendwann viele Menschen zu erreichen – aber wir haben uns von Anfang an über jeden kleinen Meilenstein gefreut.
Bis heute ist das so.
Zum Beispiel sind unsere Edle Erdbeere Overnight Oats jetzt in 500 Rossmann-Filialen vertreten. Für manche wäre das vielleicht eine Randnotiz – für uns ist das ein kleines Wunder.
Und wenn es dort gut läuft, öffnen sich wieder mehr Türen – Schritt für Schritt, Markt für Markt.
War die Entscheidung für komplett vegane Produkte bewusst – oder hat es sich ergeben?
Das war nie eine strategische „Wir müssen vegan sein“-Entscheidung.
Es war schlicht logisch:
Gute Haferprodukte brauchen keine tierischen Zutaten.
Industriezucker oder Milchpulver stecken in vielen Porridges – wir schaffen Geschmack auch ohne.
Die Zutatenliste soll kurz und ehrlich bleiben.
Also hat sich ganz organisch entwickelt:
Porridge, so natürlich wie möglich – und damit automatisch vegan.
Hättet ihr 3Bears ohne die Zeit in England – und ohne die Liebe zu Porridge – überhaupt gegründet?
Wahrscheinlich nicht – und das ist das Schöne am Leben:
Manchmal braucht es die richtigen Orte zur richtigen Zeit.
England war für mich ein Augenöffner:
Porridge hat mein Leben gesundheitlich verändert, und ich wollte dieses Gefühl mit anderen teilen.
Heute bin ich unglaublich dankbar, dass daraus so viel entstanden ist.
Ist 3Bears für euch ein Lebenswerk – oder könntet ihr euch vorstellen, irgendwann zu verkaufen und etwas Neues zu starten?
3Bears ist unser Baby – unsere Geschichte, unser Herz.
Wir leben diese Marke jeden Tag, und wir wollen sie groß machen und die Reise selbst begleiten.
Natürlich weiß niemand, was in 10 oder 20 Jahren ist – aber heute fühlen wir:
Das hier ist unser Lebensprojekt. Und wir sind noch lange nicht am Ziel.
3Bears: Leidenschaft, Natürlichkeit und Community
Wir bedanken uns herzlich bei Caroline für ihre Offenheit und die spannenden Einblicke in die Gründung von 3Bears. Ihre Geschichte zeigt, wie Leidenschaft, Authentizität und der Mut, an eine Idee zu glauben, zu einem erfolgreichen Start-up führen können.

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