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bcause im Interview: Wie eine digitale Plattform das Geben neu definiert

bcause macht strategisches Geben einfach und flexibel: Das Start-up verbindet Impact Investing, Community und digitale Tools, um Stiftungen für alle zugänglich zu machen.

bcause im Interview: Wie eine digitale Plattform das Geben neu definiert
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bcause im Fokus: Felix Oldenburg erzählt, wie das Start-up entstanden ist und welche Mission dahintersteht. Im Interview geht es darum, wie bcause etablierte Stiftungsstrukturen hinterfragt, gesellschaftliches Engagement digital öffnet und eine Community aufgebaut hat, die Geben neu definiert.

bcause Logo

Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung

In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.

Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.

Von der Idee zur Gründung: Der Weg zu bcause

Wie ist die Idee zu bcause entstanden? Was war der persönliche oder berufliche Moment, der euch zur Gründung bewegt hat?

Die Idee zu bcause ist über viele Jahre gereift. Während meiner Zeit beim Sozialunternehmer-Netzwerk Ashoka und später als Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen habe ich mich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie Kapital gesellschaftliche Wirkung entfalten kann und warum das in der Praxis oft komplizierter, exklusiver und starrer ist, als es sein müsste.

Es gab keinen einzelnen „Aha-Moment“, sondern eher eine wachsende Irritation: Warum ist es heute so einfach, mit ein paar Klicks ein Aktiendepot zu eröffnen, während das strategische Geben an hohen bürokratischen Hürden und veralteten Strukturen scheitert? Viele Menschen wollen substanziell beitragen, finden aber keinen zeitgemäßen Zugang. Aus dieser Spannung zwischen dem Wunsch nach Wirkung und den bestehenden Barrieren ist bcause entstanden: als moderne, niedrigschwellige Lösung für ein Engagement, das langfristig etwas bewegt.

Erfahrungen aus dem Stiftungswesen und ihre Wirkung auf bcause

Du warst vorher Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen – wie hat diese Erfahrung die Gründung geprägt und welche Probleme hast du im Stiftungswesen identifiziert?

Ich habe in dieser Zeit unzählige engagierte Menschen erlebt, die bereit waren, große Summen in gesellschaftliche Transformation zu investieren. Aber ich habe auch auch ein System gesehen, das stark von Traditionen und rechtlicher Komplexität geprägt ist.

Stiftungen gelten in Deutschland oft als Instrument einer kleinen Elite. Sie sind teuer in der Errichtung, starr in der Verwaltung und für viele Menschen emotional weit weg. Wer heute geben will, möchte oft agiler agieren – man will Dinge ausprobieren, Schwerpunkte anpassen und nicht sofort eine lebenslange Bindung an eine starre Rechtsform eingehen.

bcause ist die Antwort darauf: Wir haben die Grundwerte der klassischen Stiftung, also Langfristigkeit und Verantwortungsbewusstsein, in das digitale Zeitalter übersetzt. Flexibel, zugänglich und ohne den administrativen Ballast einer eigenen Rechtsform.

 bcause Plattform

Von der ersten Idee bis zum Plattform-Launch

Wann wurde bcause gegründet und wie lange hat es gedauert, vom ersten Konzept bis zum Launch der Plattform?

Die Idee hat sich im Jahr 2020 konkretisiert, die Gründung erfolgte Mitte 2021. Bis zum offiziellen Launch sind etwa anderthalb Jahre vergangen. Diese Zeit war uns extrem wichtig, um nicht am Markt vorbei zu bauen. Wir haben intensiv zugehört und unsere Konzepte immer wieder mit den realen Bedürfnissen unserer Zielgruppe abgeglichen. Uns ging es nicht um ein schnelles MVP (Minimum Viable Product), sondern um eine Plattform, die Vertrauen verdient und echte strukturelle Lücken schließt.

Was bcause grundlegend anders macht

Was unterscheidet bcause von klassischen Spendendatenbanken oder Crowdfunding-Plattformen?

bcause ist keine Plattform für kurzfristige Transaktionen. Es geht uns nicht um das schnelle Schieben von Geld von A nach B, sondern um strategisches Geben.

Der entscheidende Unterschied: Auf bcause können Nutzer ihr Guthaben wirkungsorientiert anlegen, bevor es gespendet wird. Wir bieten Zugang zu kuratierten Impact-Portfolios und Fonds, die normalerweise erst ab sehr hohen Summen zugänglich sind. So arbeitet das Kapital doppelt: Erstens durch die Investition in soziale oder ökologische Werte und zweitens durch die erwirtschafteten Erträge, die das spätere Spendenvolumen vergrößern.

Zudem ist bcause ein Netzwerk. Durch das Teilen der eigenen Begeisterung für Projekte auf der Plattform entsteht ein Hebeleffekt, der weit über den eigenen finanziellen Beitrag hinausgeht. Geben wird so von einer einsamen Entscheidung zu einer gemeinschaftlichen Bewegung.

Frühe Unterstützer:innen und der Weg zu starken Multiplikatoren

Mit über 2.000 Nutzer:innen, darunter Verena Pausder und Eckart von Hirschhausen – wie erreicht man diese frühen Multiplikatoren?

Wir mussten diese Persönlichkeiten nicht überreden, denn bcause ist aus ihren ganz konkreten Bedürfnissen heraus entstanden. Sie alle setzen sich seit Jahren für die gesellschaftliche Transformation ein und suchten nach einem Werkzeug, das ihr Engagement pragmatisch und effizient unterstützt.

Eine traditionelle Stiftung, in der Kapital oft über Jahrzehnte festgeschrieben ist, passte nicht zu ihrem Wunsch nach Agilität. Als wir ihnen die erste Version von bcause zeigten, war die Resonanz: „Genau das hat gefehlt.“ Ich glaube, sie schätzen an uns, dass wir nicht die eine „perfekte“ Lösung versprechen, sondern einen ehrlichen Raum für gemeinsames Lernen bieten. Wir laden dazu ein, das Geben im 21. Jahrhundert neu zu definieren.

Finanz-App fürs Gute bcause

Ziele und strategische Schwerpunkte für die kommenden Jahre

Welche konkreten Ziele verfolgt bcause für die nächsten 12–24 Monate?

Wachstum ist für uns kein Selbstzweck; wir suchen die „richtigen“ Partner. In den nächsten Monaten fokussieren wir uns verstärkt auf vermögende Privatpersonen, Family Offices und Unternehmen, die eine moderne Alternative zur klassischen Stiftung suchen. Wir wollen zeigen, dass Professionalität und Leichtigkeit beim Geben kein Widerspruch sind. Parallel dazu intensivieren wir die Zusammenarbeit mit den gemeinnützigen Organisationen. Mit bcause on demand nehmen wir den NGOs Verwaltungsarbeit ab und bieten ihnen ein kostenloses, integrierbares Spendenformular. Das Besondere: Spenden, die über bcause fließen, verursachen bei der NGO keine Transaktionsgebühren. Im Gegenteil: Sie können das bereitliegende Guthaben bei uns sogar verzinsen lassen, bis sie es für ihre Projekte abrufen. Das schafft eine Win-Win-Situation, von der am Ende die gesellschaftliche Wirkung profitiert.

Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools

Digitale Kanäle und wirksame Kommunikationswege

Welche digitalen Kanäle nutzt ihr, um Menschen zu erreichen – und was funktioniert am besten?

Beim Geben geht es um Vertrauen, und das baut man am besten über persönliche Geschichten auf. Deshalb ist LinkedIn unser wichtigster Kanal, vor allem über mein Profil. Wir posten dort keine klassische Werbung, sondern teilen echte Erfahrungen. Dazu kommt unser Newsletter „Das Neue Geben“ und unser Podcast. Dort erzählen Menschen ganz offen, warum sie geben und wie sie dabei vorgehen – Geschichten, die man so sonst nirgendwo hört. Das inspiriert andere viel mehr als jede Hochglanz-Broschüre.

SEO-Fokus und relevante Suchanfragen

Wie sieht eure SEO-Strategie aus? Nach was suchen die Leute?

Der wichtigste Suchbegriff für uns ist ganz klar „Stiftung gründen“.

Das Problem bisher: Wer danach sucht, landet meist bei Anwälten oder Beratern, die oft zu sehr klassischen, komplizierten Stiftungen raten. Wir wollen bcause direkt daneben platzieren. So sehen die Leute sofort, dass es eine moderne Alternative gibt, die viel flexibler ist, und können sich dann für den Weg entscheiden, der wirklich zu ihnen passt.

Community als Wachstumstreiber

Ihr seid eine Community-Plattform – wie hilft euch das beim Wachsen?

Bei uns läuft extrem viel über Mundpropaganda. Wir haben zwar mal mit Bonus-Zahlungen für Empfehlungen experimentiert, aber eigentlich brauchen wir das gar nicht. Unsere Nutzer:innen empfehlen uns einfach weiter, weil sie von der Sache überzeugt sind.

Gerade wenn es um größere Summen geht, ist der Rat von Freunden oder Bekannten viel mehr wert als jede Anzeige. Wenn jemand aus dem eigenen Netzwerk sagt: „Schau dir bcause an, das funktioniert super“, schafft das sofort das nötige Vertrauen.

bcause als Stimme für modernes Impact Investing

Wollt ihr euch als Vordenker (Thought Leader) für Impact Investing positionieren?

Ehrlich gesagt stecken wir da schon mittendrin. Durch mein Buch „Der gefesselte Wohlstand“, meine Kolumne im Handelsblatt und unsere Social-Media-Beiträge stoßen wir die Debatte aktiv an.

Wir merken an den vielen Anfragen von Medien und für Vorträge, dass wir einen Nerv treffen. Wir wollen zeigen, dass Geben nicht nur „Geld weggeben“ bedeutet, sondern eine strategische Investition in unsere Zukunft ist. Das Interesse daran wächst gerade massiv, und das freut uns natürlich.

bcause App

Schnellfragen zum Online Marketing und SEO

Habt ihr bei bcause ein dediziertes In-House-Team für Marketing oder arbeitet ihr mit Agenturen zusammen?

Machen alles inhouse und arbeiten nur punktuell mit Agenturen zusammen, in der Vergangenheit z.B. mit Jung von Matt oder hypr.

Nutzt bcause aktiv TikTok und neue Social-Commerce-Plattformen für die Nutzergewinnung?

Instagram, LinkedIn, Tiktok probieren wir aus.

Ist die eigene E-Commerce- und App-Strategie der Fokus, oder arbeitet bcause auch über Marketplace-Partner und Kooperationen?

Unsere App ist Fokus, sind perspektivisch aber offen für Kooperationen.

Arbeitet bcause strategisch mit Influencern und Thought Leaders im Bereich Impact und Philanthropie zusammen?

Bislang nicht bezahlt, nur organisch, durch eigene Überzeugung.

Plant bcause, die SEO- und Content-Marketing-Strategien im nächsten Jahr deutlich auszubauen und zu professionalisieren?

Fokus liegt eher auf organischem Netzwerkwachstum.

bcause: Impact, Community und digitales Engagement

Wir bedanken uns herzlich bei Felix und Katharina von bcause für ihre Offenheit und die spannenden Einblicke in die Entwicklung ihres Start-ups. Ihre Geschichte zeigt, wie visionäres Denken, digitale Lösungen und strategisches Geben miteinander verbunden werden können, um gesellschaftliche Wirkung nachhaltig zu steigern.

Gründer Felix Oldenburg von bcause
Gründer Felix Oldenburg von bcause (Foto: Viktor Strasse)

KONTAKT:

www.bcause.com

Inspirierender TEDx Talk von Felix.

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