Mit gefriergetrockneter Leidenschaft: Wie buah Familien mit Fruchtgenuss begeistert
Im Rahmen unserer Gründerstories hat sich Jessica Krauter, Mitgründerin und CEO von buah GmbH, die Zeit genommen, uns in die Welt gefriergetrockneter Früchte mitzunehmen. Sie spricht über die Gründungsidee, die Qualität hinter den Produkten und wie buah es schafft, Genuss, Natürlichkeit und Unternehmertum miteinander zu verbinden.

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview
Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?
Hallo, mein Name ist Jessica Krauter. Ich bin CEO und Head of Sales & Marketing bei buah GmbH. buahs Mission ist es mit natürlichen Genussmomenten den Alltag von Familien zu erleichtern und bereichern. Wir bieten gefriergetrocknete Früchte und Snacks, die mit natürlicher Reinheit, vielen Nährstoffen, intensivem Geschmack und lustigem Crunch überzeugen. Aus aller Welt ernten wir das Beste der Natur und machen es in reiner Form für den Familienalltag passend verfügbar.
Hauptfragen zum Unternehmen & zur Gründung
In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.
Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.
Wie eine Reise den Grundstein für buah legte
Ihr habt euch auf Reisen in Costa Rica und Thailand inspirieren lassen – wie genau führten diese Erlebnisse zur Gründungsidee von Buah?
Das stimmt, die Inspiration kam auf Reisen, ohne dass wir sie gesucht hätten. Wir beide waren völlig beeindruckt von dem Geschmack, der Vielfalt und der natürlichen Kraft der Früchte, die wir in Thailand und Costa Rica gegessen haben. Wir haben nicht nur so viel mehr genossen wie wir es aus Deutschland gewohnt waren, wir haben uns auch einfach vital und kraftvoll und gut genährt gefühlt.
Dieses Lebensgefühl haben wir sofort vermisst, als wir wieder in Deutschland waren und wir wollten es so gerne unseren Freunden und Familien zugänglich machen. Damit hat eine zuerst spielerische Recherche angefangen, die uns immer weiter ins Frucht-Universum geführt hat: Welche Sorte Ananas schmeckt uns wirklich am besten? Was ist die natürlichste Form, in der wir tropische Früchte auch in Europa genießen können? Wie kommen wir an den ursprünglichsten Geschmack? Welche Früchte geben unseren Körpern das, was sie wirklich brauchen?
Mit der Vielfalt der Fragen wuchs unsere Expertise und die Lust am Tüfteln und das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Die Begeisterung unseres Umfelds war ebenfalls groß, als sie unsere ersten gefriergetrockneten Testfrüchte probierten, und der zeitliche Aufwand auch bald enorm. So lag die Entscheidung nahe, das Abenteuer zu wagen und aus unserer Leidenschaft ein Unternehmen zu gründen.
Warum buah auf Gefriertrocknung statt herkömmlicher Trocknung setzt
Warum habt ihr euch für gefriergetrocknete Früchte statt herkömmlicher Trockenprodukte entschieden, und was macht diese Technologie so besonders?
Unser Ziel war Früchte “wie frisch gepflückt” anbieten zu können, also möglichst nah an dem Geschmack und die Nährstoffqualität von frisch gepflückten Früchten heranzukommen. Der “herkömmliche” Trocknungsprozess eignet sich dafür nur bedingt, weil dabei in den allermeisten Fällen Temperaturen über 42°C entstehen, oder alleine über den Zeitraum der Trocknung Nährstoffe und Aromen zerfallen.
Das ist bei der Gefriertrocknung anders, weil die Früchte extrem schnell – innerhalb von 3 Sekunden – auf bis zu -80°C heruntergekühlt werden, entstehen sehr feine Eiskristalle, die die Zellstruktur der Früchte im wesentlichen intakt lassen. In einer Vakuumkammer wird den Früchten dann bis zu 90% des gefrorenen Wassergehalts entzogen, ohne dass Aromen, Vitamine und Mineralien wesentlich beeinträchtigt werden. Zurück in der Frucht bleibt also alles, was ihren Nährwert und Genusswert ausmacht, während sie zugleich haltbar gemacht und sehr leicht wird.

Intensiver Geschmack ganz ohne Zusätze – buahs Qualitätsversprechen
Eure Früchte enthalten 0% Zusätze – wie schafft ihr es trotzdem, intensive Geschmackserlebnisse zu garantieren?
Schade eigentlich, dass uns das heute schon fast wie ein Widerspruch vorkommt, Intensität ohne Zusätze. Leider ist es so, dass oft mindere Warenqualität mit Zusätzen gepusht und vertuscht wird. Wir setzen auf Natur: Wir wählen unsere Lieferanten sehr sorgfältig aus und probieren von einer Frucht verschiedene Varianten und Sorten, bevor wir uns für die, mit dem besten Geschmack, entscheiden. Erdbeere ist nicht gleich Erdbeere.
Dann kommt hinzu, dass wir unsere unsere Früchte nicht ernten bevor sie wirklich reif sind, sondern sie bis zum Zeitpunkt der maximalen Aromaentwicklung am Strauch oder Baum gedeihen lassen. Damit haben wir die beste Rohware, die dann durch schonende Gefriertrocknung, die den Großteil des enthaltenen Wassers entzieht, ohne die Aromen anzugreifen, haltbar und geschmacklich weiter intensiviert wird. Natur braucht keine Zusätze, wenn wir bewahren, was sie uns bietet. Dazu gehören auch unsere luft- und lichtundurchlässigen Verpackungen, die garantieren, dass die Früchte keine Aromen verlieren, bis sie bei unseren Kund*innen ankommen. Geschmackliche Qualität ist für unseren kompletten Wertschöpfungs- und Produktionsprozess oberste Priorität.
Starke Partnerschaften für höchste Fruchtqualität weltweit
Wie habt ihr euer weltweites Netzwerk an Partnerbetrieben aufgebaut, und worauf achtet ihr bei der Auswahl der Lieferanten?
Unser Partnernetzwerk ist eine der wesentlichen Säulen unseres Erfolgs, weil es einerseits unsere hohe Produktqualität sichert und andererseits uns zuverlässige Planung und Skalierung ermöglicht. Der Aufbau und die Pflege dieses Netzwerkes bekommt entsprechend intern viel Aufmerksamkeit, bis vor Kurzem hat mein Bruder und Co-Founder Daniel diesen Bereich selbst geleitet und ist noch immer maßgeblich beteiligt. Zur gründlichen Recherche gehören für uns verschiedene Aspekte: Maßgeblich ist die relative Nähe zum Anbaugebiet, damit die Früchte wirklich mit dem maximalen Reifegrad geerntet werden können.
Die technische Zuverlässigkeit und Hygiene der Anlagen sind natürlich wesentliche Voraussetzungen und die transparente Kommunikation mit den Partnern ein weiterer Aspekt, wo wir keine Kompromisse machen. Unsere Lieferanten sind unsere Partner, auf Augenhöhe und mit großer Verantwortung für die Zufriedenheit unserer Kund*innen. Besuche vor Ort, regelmäßige Qualitätskontrollen und fortlaufender Austausch und strategische Optimierung sind für uns entsprechend auch selbstverständlich.
Wachstum mit Kultur – so bleibt buah trotz Skalierung ein Start-up
Euer Team wächst stetig – welche Schlüsselpositionen habt ihr zuletzt besetzt, und wie haltet ihr die Startup-Kultur trotz Skalierung lebendig?
Das stimmt, wir wachsen immer weiter, ganz wie die Natur. Zuletzt gab es einige große Veränderungen, wir haben sowohl Martina Erhard als Chief of Growth & Operations Executive mit in die Geschäftsführung aufgenommen, als auch Umut Ömez als Head of Supply Chain eingesetzt. Um flache Hierarchien, direkte Kommunikationswege und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten zu gewährleisten, das sind für uns die wesentlichen Vorteile der StartUp Kultur, die wir bewahren wollen, haben wir Richtlinien entwickelt.
Wir stellen nur nach cultural match ein, im Zweifelsfall entscheiden bei uns Werte und persönliche Passung, wer in Schlüsselpositionen kommt. Nur wer unsere StartUp Kultur achtet und lebt, kann bei buah führen. Unabhängig von Hierarchien haben wir regelmäßige informelle Begegnung zwischen allen Angestellten, jeder kann zum Beispiel “Coffee Dates” mit jedem machen, so dass wir über Teams und Hierarchien hinweg die interne Kommunikation am Laufen halten und das innovative Potential lebendig bleibt.
Schnellfragen (Ja/Nein-Antworten) zur Gründerpersönlichkeit
Esst ihr täglich mindestens eine Packung eurer eigenen Produkte?
Ja. Und ehrlich gesagt, auch gerne mal mehr.
Hattet ihr jemals Zweifel, ob der deutsche Markt für Premium-Snacks bereit ist?
Nein. Sogar in den Zeiten als es schwer war Zugang zu finden, nicht.
Würdet ihr Buah heute wieder im selben Geschäftsmodell gründen?
Ja. Mit allen Herausforderungen überwiegen für uns die Benefits.
Hattet ihr schon einmal einen großen PR-Fail, der euch nachts wachhielt?
Nein. Darauf können wir gerne auch weiterhin verzichten. ;)
Würdet ihr euer Startup als „Zufallsgründung“ bezeichnen?
Ja. Wenn man denn an Zufall glaubt.
buah: Ein Start-up, das Natur und Genuss vereint
Jessica Krauter hat uns mitgenommen auf eine spannende Reise – von den tropischen Früchten Costa Ricas bis zur Gründung eines innovativen Snack-Unternehmens in Deutschland. Ihre Geschichte zeigt, wie viel Mut, Detailverliebtheit und Qualitätsbewusstsein hinter buah steckt.
Wir bedanken uns herzlich bei Jessica für das inspirierende Interview und die Einblicke hinter die Kulissen von buah. Ihre Offenheit und Begeisterung für das Produkt sind ein starkes Beispiel für gelebte Gründerleidenschaft.

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