comdaily: Wie GEO die Markenwelt im KI-Zeitalter Verändert
Im Rahmen unserer Gründerstories hat sich das Team von comdaily die Zeit genommen, um uns Einblicke in die Entstehung ihres Start-ups zu geben. Ellen und David berichten, wie aus einem Hochschulprojekt ein SaaS-Unternehmen wurde, das Unternehmen hilft, ihre Markenpräsenz in KI-gestützten Suchmodellen zu optimieren.

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview
Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?
comdaily ist eine Plattform für Generative Engine Optimization, die Marken im Zeitalter der
KI-gesteuerten Suche sichtbar, konsistent und vertrauenswürdig hält. Unsere Technologie
analysiert und optimiert Markenkommunikation, damit sie über KI-Modelle wie ChatGPT
oder Perplexity hinweg sichtbar bleibt. So können Unternehmen ihre Marke gezielt steuern,
ihre Sichtbarkeit erhöhen und eine nachhaltige Wiedererkennung aufbauen.
Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung
In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.
Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.
Von der Hochschulidee zum erfolgreichen SaaS-Startup
Die Gründungsgeschichte: Ihr habt comdaily 2025 während eures Studiums an der Hochschule Macromedia gegründet und das EXIST-Gründungsstipendium erhalten. Was war der konkrete Auslöser, aus einem universitären Projekt ein vollständiges SaaS-Unternehmen zu machen?
Die Idee zu comdaily entstand in einem Praxisprojekt an der Hochschule Macromedia. Aus dieser grundlegenden Idee wurde ein Projekt entwickelt und durch das EXIST Gründungsstipendium gefördert. In dieser Zeit konnte das interdisziplinäre Gründerteam den Transfer der theoretischen Modelle in ein valides Geschäftsmodell sowie in einen MVP der Software abschließen. Diese fachliche Expertise, die theoretischen Grundlagen und das Know-how aus Medien, Kommunikation, IT und KI mündeten in die Veröffentlichung einer SaaS-Plattform für Generative Engine Optimization im Jahr 2025.
Die Herausforderung der Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen
Das Problem: Ihr sprecht von "Generative Engine Optimization" als Antwort auf den Rückgang klassischer Google-Suchen. Wie genau messen Unternehmen heute bereits, wie KI-Modelle wie ChatGPT oder Perplexity ihre Marke wahrnehmen – und warum ist das bisher so schwierig?
Generative Engine Optimization ist seit einigen Monaten ein Thema in der Marketing- und Kommunikationswelt. Viele Unternehmen haben bereits davon gehört, aber noch keine aktive Strategie entwickelt, um mit diesen neuen Anforderungen umzugehen.
Es ist leider nicht ausreichend, selbst in LLMs ab und zu die eigene Marke zu suchen. Es muss, wie im klassischen SEO, mittel- und langfristig beobachtet werden, um wirklich nützliche Einblicke zu generieren. Wir haben noch einige Hürden bei LLMs, etwa das bekannte Halluzinieren oder stark wechselnde Auswahlen an Quellen. Aus diesem Grund braucht es ein gutes Tool für die Beobachtung der Sichtbarkeit in LLMs sowie langfristig auch sinnvolle Handlungsempfehlungen für die Verbesserung dieser Sichtbarkeit.
Preismodelle und Zugänge zur Generative Engine Optimization
Das Geschäftsmodell: Euer Einstiegspreis liegt bei 59€ monatlich, die Mittelstandslösung bei 189€. Was genau ist der Unterschied zwischen diesen Stufen, und wie habt ihr eure Preisstrategie entwickelt – basierend auf Kundenfeedback oder Wettbewerbsanalyse?
Der Einstiegspreis ist mit 59 Euro monatlich bewusst niedrig gewählt. Wir möchten allen interessierten Personen und Unternehmen ermöglichen, erste Erfahrungen mit GEO zu machen und die Bedeutung der Sichtbarkeitsanalyse der eigenen Marke in LLMs zu verstehen. Diese Lösung ist in ihren Prompts und den angebotenen Sprachmodellen limitiert. Die Lösung für den Mittelstand für 189 Euro monatlich umfasst eine wesentlich größere Anzahl verfügbarer Prompts und Modelle. Aus unserer Sicht ist diese Stufe ideal für alle Unternehmen, die aktiv ihre Sichtbarkeit in den unterschiedlichsten Sprachmodellen und Chatbots überprüfen und die Ergebnisse gezielt in ihre Marketingstrategie einfließen lassen möchten. Die Preise orientieren sich natürlich an unserem Wettbewerb, aber es war uns wichtig, eine Preisgestaltung zu schaffen, bei der alle Unternehmen eine passende Lösung für ihre aktuelle Situation finden.
Kunden gewinnen: Netzwerk, Content und gezielte Ansprache
Die Kundenakquise: Ihr seid ein sehr junges Startup aus Köln. Wie gewinnt comdaily aktuell Kunden – über Content Marketing, Sales Outreach, Partnerschaften mit Agenturen oder andere Kanäle? Welcher Kanal hat bisher am besten funktioniert?
Wir haben uns in den letzten Jahren ein sehr großes Netzwerk aufgebaut, auf das wir sehr stolz sind. Dieses unterstützt uns nicht nur bei der Weiterentwicklung unseres Produkts, sondern auch bei der Akquise neuer Kundinnen und Kunden. Wir verfolgen jedoch einen gesunden Marketing- und Sales-Mix, weshalb wir natürlich auch Content Marketing und Sales-Outreach betreiben. Wir möchten die richtigen Personen erreichen und ihnen die Möglichkeit geben, comdaily und die Vorteile von Generative Engine Optimization kennenzulernen.
Finanzierung und Wachstum: Bootstrapped mit Blick auf Investoren
Die Finanzierung: Neben dem EXIST-Stipendium und dem NRW- Gründungsstipendium habt ihr bei der C3-Köln einen Publikumspreis und ein Investmentangebot über 200.000€ erhalten. Wie ist eure aktuelle Finanzierungsstrategie – plant ihr eine Seed-Runde oder wollt ihr zunächst bootstrappen?
comdaily ist vollständig gebootstrapped. Wir sind sehr stolz auf diesen Fakt und sehen unser Team sowie unsere Partnerschaften als besonders wichtig an. Wir sind natürlich auch mit diversen Investorinnen und Investoren im Gespräch und offen für eine Seed-Runde im Jahr 2026, möchten unsere komplette Strategie jedoch nicht darauf stützen. Unser Ziel ist es weiterhin, mit einem überzeugenden Produkt organisch zu wachsen. Ein Investment wäre eine Ergänzung, die wir unter den richtigen Voraussetzungen selbstverständlich begrüßen würden.

Das Team hinter comdaily: Eigenständig starten, gezielt wachsen
Das Team: Laut LinkedIn habt ihr 2-10 Mitarbeitende. Wie sieht euer aktuelles Team aus, welche Rollen sind bereits besetzt und welche Schlüsselpositionen wollt ihr als Nächstes besetzen – eher im Tech- oder im Sales-Bereich?
Wir können unser Produkt momentan vollständig eigenständig entwickeln, ohne auf externe Hilfe angewiesen zu sein. Dies freut uns sehr und ermöglicht es uns, direkt und ohne Umwege auf Feedback und Wünsche unserer Kundinnen und Kunden einzugehen. Im nächsten Schritt möchten wir uns im Bereich Sales vergrößern, um das Produkt noch besser zu verkaufen und für die Kundinnen und Kunden noch besser erreichbar zu sein.
Die Vision von comdaily: GEO weiterdenken und die Zukunft der Markenkommunikation gestalten
Die Vision: Ihr sprecht davon, dass "GEO" heute sei wie SEO im Jahr 2000. Wo steht comdaily in drei Jahren – plant ihr internationale Expansion, weitere KI-Features oder den Aufbau eines Partnernetzwerks für Agenturen?
Wir stehen am Anfang einer sehr spannenden Entwicklung. GEO, wie wir es heute kennen, ist nur der erste Einblick in diese Welt. In unserer Entwicklung konzentrieren wir uns stark auf Agentic Optimization. In unserer Vision spielt dieser Begriff eine zentrale Rolle, da er mehr ist als nur eine einfache Sichtbarkeitsmessung. Mit Agentic Optimization wird es unseren Kundinnen und Kunden ermöglicht, direkt ihre Verkaufszahlen durch eine relevante Platzierung in den Sprachmodellen zu verbessern. Diese Chance wird für alle Unternehmen, die über digitale Kanäle verkaufen, extrem wichtig und künftig ausschlaggebend sein. Außerdem stehen uns in Zukunft auch Ads in den Antworten der KI-Chatbots bevor. Wir sehen, dass Microsoft erste Versuche unternommen hat, und wir glauben, dass sich diese Form der Werbung in den nächsten Monaten etablieren wird. Dafür müssen die Unternehmen ebenfalls bereit sein, und wir bereiten unser Tool schon heute auf diese Entwicklung vor, um unsere Kundinnen und Kunden ab dem ersten Tag sinnvoll zu unterstützen.
Herausforderungen meistern: organisches Wachstum und Wettbewerbsvorteil sichern
Die Herausforderungen: Was war die größte Herausforderung bei der Entwicklung eurer Plattform – die technische Umsetzung der KI-Analyse, die Kundenakquise in einem noch jungen Markt oder die Überzeugung von Investoren?
Unsere größte Herausforderung besteht darin, mit den VC-gestützten Startups in unserer Branche mitzuhalten. Wir verfügen über ein sehr tiefgreifendes Know-how und Funktionen in unserem Tool, die man bei anderen Plattformen nicht findet. Außerdem haben wir eine klare Vision für die Zukunft von GEO. Die Herausforderung besteht nun darin, ohne ein ausuferndes Marketingbudget organisch zu wachsen und zu den wichtigsten Anbietern im GEO-Bereich zu werden. Gelingt dies nicht, verpufft der Wettbewerbsvorteil schnell, und es besteht die ständige Gefahr, keine Neukundinnen und Neukunden mehr zu erreichen.
Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools
GEO statt SEO: Strategien für Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen
GEO vs. SEO: Ihr sprecht explizit von "Generative Engine Optimization" als Nachfolger von SEO. Welche konkreten Maßnahmen empfehlt comdaily Unternehmen, um in KI-gestützten Suchanfragen sichtbar zu werden – und wie unterscheiden sich diese von klassischen SEO-Maßnahmen?
Wir empfehlen unseren Kundinnen und Kunden immer, mit einer Analysephase zu beginnen. Sprachmodelle neigen weiterhin dazu zu halluzinieren, und die Quellen für Aussagen der KI ändern sich täglich aufgrund externer Faktoren. Wenn man die eigene Marke und das eigene Unternehmen über einen längeren Zeitraum beobachtet, lassen sich relevante Ableitungen für die eigenen Marketingmaßnahmen treffen und die richtigen Kanäle identifizieren. GEO endet also nicht bei der Analyse und der Anpassung des eigenen Contents, sondern erfordert die Einbindung aller Marketingaktivitäten, um langfristig Sichtbarkeit in den Sprachmodellen zu gewinnen

Authentische Inhalte: KI-gestützte Textentwürfe mit Markenpersönlichkeit
Content-Generierung: Eure Plattform generiert "Textentwürfe, die auf die Markenpersönlichkeit abgestimmt sind". Wie stellt ihr sicher, dass diese KI- generierten Inhalte authentisch bleiben und nicht zu "KI-generisch" klingen? Gibt es einen "Human-in-the-Loop"-Ansatz?
Wir generieren keine kompletten Texte. Wir möchten keine Arbeit ersetzen, sondern Menschen im Marketing mehr kreativen Freiraum geben. Aus diesem Grund verbessert unsere Plattform lediglich Textentwürfe, um diese stärker auf die Markenpersönlichkeit des jeweiligen Unternehmens abzustimmen. Dies unterstützt eine stringente Kommunikation und verhindert gleichzeitig, dass der eigene Content „KI-generisch“ klingt und oberflächlich bleibt.
Eigenentwickelte Tools: GEO intern optimiert statt extern abhängig
Tool-Stack: Welche Marketing- und SEO-Tools nutzt comdaily intern für euer eigenes Wachstum? Gibt es spezifische Tools für GEO, die ihr empfehlen könnt, oder entwickelt ihr alles proprietär?
Für unser Start-up nutzen wir die bekannten SEO-Tools, um damit zu arbeiten. Im Bereich GEO entwickeln wir alle notwendigen Komponenten selbst, um die höchstmögliche Qualität sicherzustellen und nicht von anderen Anbietern abhängig zu sein. Diesen Ansatz verfolgen wir seit Beginn des Start-ups, und er hat uns bisher sehr positiv geprägt.
Persönliche Fragen an die Gründer
Gründer-Duo: Unterschiedliche Hintergründe, gemeinsame Vision
Die Gründerdynamik: Ellen und David – ihr kommt aus unterschiedlichen Bereichen. Wie habt ihr euch gefunden, und wie funktioniert eure Zusammenarbeit bei strategischen Entscheidungen?
Wir haben beide an derselben Hochschule unseren Master gemacht. Dort haben wir uns kennengelernt und uns aus einem Hochschulprojekt heraus gemeinsam mit unserem Mitgründer für die Startup-Reise entschieden.
Köln als Gründerstadt: Netzwerk, Nähe und Vorteile für comdaily
Die Rolle des Standorts: Ihr habt euch bewusst für Köln als Standort entschieden. Wie wichtig ist euch die Nähe zur Kölner Startup-Szene, zu Hochschulen und zu potenziellen Kunden im Mittelstand – und was sind die Vorteile gegenüber Berlin oder München?
Köln ist Medienstadt und seit Jahren auch eine Startup-Stadt. Wir fühlen uns sehr wohl in dieser Umgebung und haben ein so hilfsbereites Netzwerk vorgefunden, dass wir nirgendwo anders gründen möchten.
Motivation und Vision: Sichtbarkeit von Marken in der KI-Ära sichern
Die Motivation: Ellen, du hast sowohl Agenturerfahrung als auch akademische Expertise in B2B-SaaS-Vertrieb. Was treibt dich persönlich an, gerade das Problem der Markenkonsistenz in der KI-Ära zu lösen?
Unser Suchverhalten verändert sich gerade grundlegend und viele Unternehmen merken noch gar nicht, was das für ihre Sichtbarkeit bedeutet. Antworten kommen immer häufiger direkt von KI-Modellen und nicht mehr aus klassischen Suchergebnissen. Wer in ChatGPT, Perplexity und anderen Systemen erscheint, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil. Besonders spannend ist das Thema im E-Commerce-Bereich. Bereits zum aktuellen Zeitpunkt vertrauen über 55 Prozent der Befragten KI-Kaufempfehlungen und folgen ihnen. Dies bedeutet enormes Potenzial und direkte Auswirkungen auf den Umsatz, wenn Unternehmen für KI-Modelle sichtbar sind. Für Unternehmen heißt das, dass klassisches SEO nicht mehr ausreicht, um von KI-Suchmaschinen wahrgenommen zu werden und für Kundinnen und Kunden sichtbar zu bleiben.
Von der Theorie zur Praxis: Lernen im Startup-Alltag
Das Lernen: Ihr habt comdaily während eures Masterstudiums gegründet. Welches war das wichtigste Lernen aus der akademischen Welt in die Unternehmenspraxis – und was musstet ihr komplett neu lernen?
Das wichtigste Learning aus der akademischen Welt für die Unternehmenspraxis war für uns die Art zu denken, nämlich strukturiert und analytisch. Im Studium haben wir gelernt, komplexe Probleme in klare Fragestellungen zu zerlegen, Informationen sauber zu recherchieren, Entscheidungen datenbasiert zu treffen und kritisch zu hinterfragen. Genau das hilft uns bis heute bei Produktentwicklung, Strategie und Priorisierung. Außerdem hat uns die akademische Welt gelehrt, schnell neues Wissen aufzubauen und uns in neue Themenfelder einzuarbeiten. Diese Fähigkeit ist im Startup-Kontext unbezahlbar. Was wir hingegen komplett neu lernen mussten, sind Themen, die im Studium kaum vermittelt werden. Dazu zählen Geschwindigkeit, Pragmatismus und Umsetzungskraft. Im Unternehmensalltag geht es nicht um die perfekte Lösung, sondern um eine Lösung, die funktioniert, getestet werden kann und Kundinnen und Kunden einen echten Mehrwert bringt.

Work-Life-Balance im Startup-Alltag: Pausen als Erfolgsfaktor
Die Work-Life-Balance: Als frische Gründer mit Stipendium und ersten Investmentangeboten – wie schafft ihr es, eure Work-Life Balance zu wahren, oder gibt es gar keine in dieser Phase?
Work-Life-Balance ist gerade als Gründerin oder Gründer extrem wichtig. Wir arbeiten jeden möglichen Moment am Tag für das Start-up, daher ist es entscheidend, auch bewusst Pausen zu setzen. Ob das nun Sport oder andere Aktivitäten sind, es gehört einfach dazu. Niemandem ist geholfen, wenn man nach einem Jahr nicht mehr kann, weil man sich überarbeitet hat. Die Startup-Zeiten sind anstrengend und dauern in den meisten Fällen mehrere Jahre.
Schnellfragen zur Gründerpersönlichkeit
Seid ihr beide Vollzeit bei comdaily involviert?
Wir arbeiten beide Vollzeit an comdaily.
Würdet ihr euch als „tech-affin“ beschreiben – auch die nicht-technischen Gründer?
Wir haben uns beide über die Jahre ein sehr umfangreiches Know-how angeeignet. Ich denke, dass man uns definitiv als tech-affin beschreiben kann. Es ist außerdem wichtig, grundsätzlich zu verstehen, was die Technik leistet, um das bestmögliche Produkt zu
entwickeln.
Habt ihr vor comdaily bereits ein anderes Startup gegründet oder gescheitert?
Wir haben in der Vergangenheit bereits an anderen Start-ups mitgearbeitet und Erfahrungen mit der Selbständigkeit gesammelt, aber als Gründerinnen und Gründer ist comdaily unser erstes eigenes Start-up.
Seid ihr der Meinung, dass Gründer in der Frühphase mindestens 60 Stunden pro Woche arbeiten sollten?
Es gibt hierfür keine Faustregel. Wichtig ist, dass die Aufgaben richtig aufgeteilt werden und jede Person ihre Expertise vollständig einbringen kann. Die Verteilung der Stunden ergibt
sich bei einem solchen Konzept dann sehr natürlich. Es ist zudem notwendig, ab und zu eine Pause einzulegen, um den langen Weg eines Start-ups überhaupt gehen zu können. Dieser Weg kostet viel Kraft, und kurzfristige Erfolge versprechen keinen langfristigen Erfolg. Es ist daher selbstverständlich, dass man als Gründerin oder Gründer so viel arbeitet, wie man in diesem Moment leisten kann. Ob das in einer Woche 30, 60 oder 100 Stunden sind,
ist dabei nebensächlich.
Würdet ihr comdaily auch wieder gründen, wenn ihr zurück in die Zeit könntet?
Jederzeit.
Schnellfragen zum Online Marketing und SEO
Ist Generative Engine Optimization (GEO) aus eurer Sicht wichtiger als klassisches SEO für die nächsten drei Jahre?
Beides wird in Zukunft ausschlaggebend für den Erfolg von Unternehmen sein. Viele SEO- Grundlagen und technische Aspekte haben auch im GEO-Bereich einen hohen Stellenwert.
Glaubt ihr, dass KI-generierter Content die Qualität von Markenkommunikation insgesamt verbessert oder verschlechtert?
Lässt man die aktuelle Welle von AI-Slop außen vor, erwarten wir langfristig sicherlich eine Verbesserung der Qualität. Sobald alle Unternehmen und Agenturen verstehen, dass KI nicht Mitarbeitende ersetzt, sondern diese befähigt, wieder kreativer zu arbeiten, stehen uns spannende Jahre in der Markenkommunikation bevor.
Setzt comdaily aktiv auf Paid Advertising (Google Ads, LinkedIn Ads) für die Kundenakquise?
Wir setzen in gewissem Rahmen auch auf Paid Advertising. Als bootstrapped Start-up kann man nicht einfach tausende Euro in den Funnel investieren und hoffen, sondern muss die Ausgaben strategisch planen, damit sie möglichst großen Impact erzielen.
Sind Case Studies aus eurer Sicht das wirksamste Content-Format für B2B-SaaS- Akquise?
Case Studies helfen definitiv dabei, die Glaubwürdigkeit eines jungen Unternehmens zu vermitteln. Die Case Study muss jedoch im direkten Umfeld des potenziellen neuen Kunden angesiedelt sein, da sie sonst nur wenige Berührungspunkte bietet und vom Kunden nicht
als Mehrwert wahrgenommen wird. Beim richtigen Empfänger kann eine gut aufbereitete Case Study jedoch durchaus eine Kaufentscheidung aktiv beeinflussen.
Ist LinkedIn für B2B-Startups wichtiger als organische Sichtbarkeit in KI- Suchmaschinen?
Beides ist in der heutigen Zeit wichtig. Auch im B2B-Kontext findet sehr viel Recherche über KI-Suchmaschinen statt, etwa durch die Integration von Microsoft Copilot in die gesamte Microsoft-Umgebung. Aus unserer Sicht sollte sich ein Unternehmen immer auf den richtigen Marketing-Mix und nicht nur auf einen einzelnen Kanal verlassen.
comdaily: Marken sichtbar im Zeitalter der KI
Mit ihrer Expertise und Leidenschaft haben uns Ellen und David spannende Einblicke in die Welt von Generative Engine Optimization gewährt. Von der Gründung im Studium über die Bootstrapped-Strategie bis hin zur Vision, GEO als Standard für Markenkommunikation zu etablieren – die Geschichte von comdaily zeigt, wie Innovation, Teamwork und Technologie zusammenwirken.
Wir bedanken uns herzlich bei Ellen und David für ihre Offenheit und die inspirierenden Antworten. Ihr Beispiel verdeutlicht, wie junge Start-ups mit klarer Vision und technologischem Know-how die Zukunft der Markenkommunikation prägen können.

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