Cross Link Nach oben

EmpowHerNetwork: Emily Schomaker über den Aufbau einer starken Gründerinnen-Community

Emily Schomaker gründete 2023 EmpowHerNetwork, ein Netzwerk, das junge Gründerinnen unterstützt und fördert. Über 400 Mitglieder, Premium-Angebote und regionale Expansion zeigen, wie Community-Building heute funktioniert.

EmpowHerNetwork: Emily Schomaker über den Aufbau einer starken Gründerinnen-Community
Veröffentlicht am:

Im Rahmen unserer Gründerstories hat sich Emily Schomaker die Zeit genommen, um uns spannende Einblicke in ihre Reise als Gründerin zu geben. Sie spricht über die Entstehung von EmpowHerNetwork, die Herausforderungen beim Aufbau einer Community und wie sie Authentizität, Unterstützung und Wachstum miteinander verbindet.

Von der Idee während einer persönlichen Krise bis hin zu einem Netzwerk mit hunderten engagierten Gründerinnen – Emily teilt offen ihre Erfahrungen, Strategien und Visionen für die Zukunft. Lese und erfahre, wie EmpowHerNetwork junge Unternehmerinnen nachhaltig stärkt.

Logo EmpowHerNetwork

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview

Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?

EmpowHerNetwork ist ein Ökosystem für ambitionierte Gründerinnen im Early-Stage-Bereich. Gegründet habe ich es aus eigener Erfahrung: Als junge Gründerin fehlten mir am Anfang vor allem eins:  Zugang zu Wissen, ehrlichem Austausch und den richtigen Menschen zur richtigen Zeit.

Heute vereint EmpowHerNetwork diese drei Säulen:
Community, Expertenzugang und Events. Gründerinnen vernetzen sich in einer kuratierten Community, tauschen sich offen über Herausforderungen und Erfolge aus und erhalten über unseren Expertenzugang praxisnahes Wissen in Live-Sessions mit erfahrenen Unternehmer:innen und Expert:innen. Ergänzt wird das durch Offline-Events, die echte Begegnungen und nachhaltige Verbindungen ermöglichen.

Unsere Zielgruppe sind Frauen, die gerade ihr Business oder Startup aufbauen und strukturiert wachsen wollen. Ohne Umwege, ohne leere Motivation, sondern mit echtem Mehrwert.

Was EmpowHerNetwork auszeichnet, ist der klare Fokus auf Qualität, Praxisnähe und ehrlichen Austausch. Unser Ziel ist es, Gründerinnen genau dort zu unterstützen, wo viele Programme aufhören: am Anfang.

Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung

In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.

Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.

Warum aus einer Krise eine Community entstand

Du hast EmpowHerNetwork im November 2023 gegründet – deutlich später als dein erstes Startup embesch im Jahr 2020. Was hat dich bewogen, ein zweites Unternehmen zu gründen, das sich ganz auf Community-Building konzentriert? Wie kam dir die Idee?

Ich habe mit 19 gegründet und war damals komplett naiv unterwegs. Ich hatte kein Know-how, keine Kontakte und überhaupt kein Gefühl dafür, wie man ein Business wirklich aufbaut. Ich habe mir alles selbst beigebracht, Nächte lang recherchiert und gleichzeitig sehr viele Fehler gemacht. 2023 kam dann eine kleine Krise, ich musste hohe Steuern nachzahlen, habe drei Monate Abstand genommen und bin in ein richtiges Loch gefallen.

EmpowHerNetwork ist in dieser Zeit entstanden und überhaupt nicht aus einer geschäftlichen Absicht heraus. Ich dachte mir ständig, dass viele meiner Fehler wahrscheinlich gar nicht passiert wären, wenn ich damals andere Gründerinnen hätte fragen können. Ich wusste nicht einmal, wie wertvoll ein Netzwerk eigentlich sein kann, weil ich nie eins hatte. Und plötzlich habe ich einfach meine eigene Community aufgebaut, ohne es bewusst zu planen. Ich glaube, dass mir das Thema so liegt, weil ich nicht von außen komme und theoretisch über Community spreche, sondern weil ich selbst genau das durchgemacht habe, was viele Gründerinnen gerade erleben. Ich kann mitfühlen, weil ich alles selbst erlebt habe.

Wie echte Unterstützung statt Konkurrenz entsteht

Viele Gründerinnen kämpfen damit, authentische Verbindungen zu anderen Unternehmerin aufzubauen. Wie schaffst du es, bei EmpowHer Network echte Unterstützung statt Konkurrenzdenken zu fördern? Welche konkreten Maßnahmen hast du dafür implementiert?

Konkurrenzdenken gibt es bei uns so gut wie gar nicht. Ich glaube sehr daran, dass das eine Frage von gemeinsamen Werten ist. Missgunst oder unpassender Umgang haben bei uns keinen Platz und die Gründerinnen wissen auch, dass ich da sehr klar bin. Es ist wichtig, dass es jemanden gibt, der die Kultur schützt und sicherstellt, dass jede weiß, dass sie an einem sicheren Ort ist. Der größte Unterschied ist aber, dass wir alles miteinander teilen. Herausfordernde Phasen, Sorgen, echte Struggles und natürlich auch Erfolge. Dadurch entsteht automatisch Nähe und ein Gefühl von wir sitzen alle im gleichen Boot. Wenn jede sieht, dass alle ihre eigenen Themen haben, wird Konkurrenz völlig irrelevant. Dann geht es darum, sich gegenseitig zu unterstützen und zusammen zu wachsen.

Wie das EmpowHer Network trotz Wachstum seine Qualität sichert

Das EmpowHer Network hat von November 2023 bis heute über 400
Gründerinnen vereint – ein beeindruckendes Wachstum. Nach welchen
Kriterien rekrutierst und managst du diese Community? Wie stellst du sicher, dass die Qualität des Austauschs nicht leidet?

Jede Gründerin muss sich bewerben und ein paar Fragen beantworten, damit ich einschätzen kann, ob sie wirklich in die Community passt. Ich frage, wer sie ist, ob sie schon gegründet hat oder gerade gründet und wie ihr Business heißt. Außerdem möchte ich wissen, welchen Mehrwert sie mitbringt und warum sie Teil der Gruppe sein möchte. Anhand dieser Antworten bewerte ich, ob jemand wirklich in die Community passt. Ich achte besonders auf den Bereich oder die Branche, aus der sie kommt. Mir ist wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis zu haben, damit wir keine einseitige Community werden. Es soll nicht nur aus Coaches bestehen, sondern aus echten Gründerinnen aus unterschiedlichen Bereichen. Außerdem achte ich sehr stark auf die Ambition. Ich lese aus den Antworten ziemlich gut heraus, ob jemand wirklich gerade aufbaut, ob sie ernsthaft gründen will oder ob sie nur mal reinschauen möchte. Unsere Community lebt davon, dass die Frauen aktiv sind und wirklich etwas bewegen wollen.

Wie sich das Premium-Angebot vom Network abgrenzt und für wen es gedacht ist

Mit dem EmpowHerCircle hast du 2024 ein kostenpflichtiges
Premium-Angebot gelauncht. Wie funktioniert dieses Angebot konkret? Welche Gründerinnen sind deine Zielgruppe für den Circle, und wie unterscheidet er sich vom kostenfreien Network?

Der EmpowHerCircle wurde 2024 ins Leben gerufen, aber ab Januar wird er durch unseren neuen Expertinnenzugang auf der Plattform Bryght abgelöst. Der Grund dafür ist ganz einfach: Wir wollten das Angebot skalierbarer, flexibler und für mehr Gründerinnen zugänglich machen. Das funktioniert so, dass die Gründerinnen ein Monatsabo abschließen und damit Zugang zu allen Expertinnen-Live-Calls bekommen. Zusätzlich gibt es Austausch-Calls zu bestimmten Themen, in denen sich die Teilnehmerinnen untereinander vernetzen. Wer keine Mitgliedschaft möchte, kann einzelne Calls auch separat kaufen. Das kostenfreie Netzwerk gibt es in dieser Form seit September 2025 nicht mehr. Mit einer kleinen monatlichen Gebühr von zehn Euro können die Gründerinnen Teil der WhatsApp Community sein und bekommen Benefits wie einen monatlichen Community Call, einmal im Monat ein Gespräch oder Q&A mit einem bekannten Gründe:rin, zehn Euro Rabatt auf jedes Offline Event und einen vergünstigten Zugang zum Expertinnenangebot auf Bryght. Beim Expertinnenzugang kann grundsätzlich jede Gründerin dabei sein, da gibt es kein Auswahlverfahren. Bei der Community hingegen schon, weil dort der Austausch im Vordergrund steht und es wichtig ist, dass die Gründerinnen in ihrer Phase und Ambition zueinander passen.

Emily bei einem ihrer Netzwerktreffen für EmpowHerNetwork.

Wie Expertinnen ausgewählt werden und echten Mehrwert garantieren

Der Circle bietet Zugang zu über 27 Expertinnen in verschiedenen Bereichen – von Steuern über Social Media bis hin zu Rechtliches. Wie rekrutierst du diese Expertinnen, und wie stelle ich sicher, dass sie echte Mehrwerte liefern und nicht nur theoretisches Wissen vermitteln?

Wir hatten mit allen Expertinnen, sowohl damals im Circle als auch jetzt für Bryght, mehrere Gespräche, um herauszufinden, auf welchem Wissensstand sie sind und ob die Zusammenarbeit auf gemeinsamen Zielen basiert. Viele der Expert:innen wurden uns von Gründerinnen empfohlen, die schon gute Erfahrungen mit ihnen gemacht haben. Das ist für mich ein sehr wichtiger Faktor. Alle Expertinnen sind außerdem seit Jahren in ihrem Bereich tätig und haben echte Erfolge vorzuweisen. Ich achte sehr darauf, dass die Sessions praxisorientiert sind und nicht theoretisch bleiben. Ich kenne meine Community gut genug, um zu wissen, was sie brauchen, und deshalb nehme ich nur Menschen ins Portfolio, die echten Mehrwert liefern und konkrete Lösungen anbieten können.

Strategien für den regionalen Ausbau der Community

Die regionale Expansion ist wichtig für euch – du hast lokale Gruppen in Hamburg, München, Köln und anderen Städten aufgebaut. Wie skalierst du die Community regional? Welche Strategie steckt hinter der Auswahl der Städte?

Die Auswahl der Städte passiert tatsächlich nicht nach einem festen strategischen Plan, sondern sehr organisch. Gerade die kleineren Städte entstehen durch die Gründerinnen, die in die Community kommen und selbst den Wunsch haben, vor Ort etwas aufzubauen. Unsere Aufgabe ist es dann, das zu unterstützen und ihnen den Rahmen zu geben. Wir versuchen durch unsere Offline Treffen in verschiedenen Städten, die Community regional zu stärken und jeweils kleinere Standorte aufzubauen. Anfang 2025 sind wir mit den Ambassadors gestartet. Das bedeutet, dass sich Gründerinnen aus der Community freiwillig dazu bereit erklärt haben, in ihrer Stadt ein Treffen zu organisieren und die lokale Community zu unterstützen. Gleichzeitig schaffen wir durch Events in Städten wie Berlin, München, Köln und Hamburg eine starke Präsenz vor Ort, was wiederum neue Gründerinnen anzieht und die Sichtbarkeit erhöht. Ich glaube aber, dass das Thema regionale Expansion in Zukunft noch stärker strategisch gedacht werden muss, weil die Nachfrage immer weiter wächst und wir das Potential regional noch viel besser nutzen können.

Der strategische Pivot: Vom Circle zur Bryght-Plattform

Du hattest vor kurzem einen bedeutenden Pivot: Der EmpowHerCircle ist jetzt Teil der BRYGHT-Plattform. Wie kam es zu dieser strategischen Partnerschaft, und was bedeutet das für die Zukunft deiner Community? Wie profitieren deine Mitglieder davon?

Der Circle ist im Grunde nicht verschwunden, sondern einfach auf eine größere Bühne gezogen. Ich habe damals eine Nachricht von Til bekommen, einem der Gründer von Bryght, und wir haben relativ schnell gemerkt, dass die Plattform mit all ihren Features perfekt zu dem passt, was ich schon längst für den Circle geplant hatte. Bryght bietet Tools, Strukturen und Möglichkeiten, die ich alleine niemals so schnell hätte bauen können und die für meine Community wirklich einen Unterschied machen.

Wir arbeiten jetzt gemeinsam am Launch und auch für Bryght ist das ein spannender Schritt, weil wir die erste Community auf der Plattform sind. Das heißt, viele neue Funktionen entwickeln wir zusammen und passen sie genau auf die Bedürfnisse unserer Gründerinnen an. Am Ende ist das ein klassischer Win-Win-Moment. Zwei Startups unterstützen sich gegenseitig und schaffen etwas, das allein kaum in dieser Geschwindigkeit möglich wäre. Für unsere Mitglieder bedeutet das einen stabileren Zugang, bessere Features und noch mehr Mehrwert.

Die größte Herausforderung beim Community-Building und wichtigste Learnings

Wenn du zurückblickst: Was war die größte Herausforderung beim
Community-Building in den ersten 12 Monaten von EmpowHerNetwork? Was hätte du gerne früher gewusst?

Ich sage es ganz ehrlich: Qualität vor Quantität ist mein größtes Learning. Ich dachte am Anfang, dass es wichtig ist, viele Gründerinnen in der Community zu haben. Aber das bringt dir gar nichts, wenn sie nicht wirklich Teil davon sein wollen. Karteileichen oder stilles Mitlesen killen jede Community, weil das Gefühl nur entsteht, wenn echte Interaktion stattfindet. Ich kann den ganzen Tag Content in die Gruppe schicken, aber wenn niemand mitgeht, ist die Community nichts wert. Was ich rückblickend auch sofort wieder so machen würde, ist die Nahbarkeit. Ich bin vom ersten Tag an sehr offen gewesen, habe Feedback eingeholt, Dinge angepasst und alles transparent kommuniziert. Ich glaube, dass das extrem viel für die Zugehörigkeit getan hat. Und ich sage das immer ehrlich dazu: Eine Community zu führen ist kein Nebenbei-Projekt. Du musst dafür brennen, sonst hältst du es nicht durch. Man arbeitet mit vielen Menschen, vielen Meinungen und manchmal auch mit viel Chaos. Wenn man dafür nicht gemacht ist, wird es anstrengend.

Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools

Reichweitenaufbau: Die Rolle von LinkedIn, Instagram und Offline-Events

Über welche Kanäle generierst du deine Reichweite für EmpowHerNetwork? Welche Rolle spielen dabei Instagram, LinkedIn und andere Plattformen in deiner Growth-Strategie?

Ich habe bis heute nicht einmal Ads geschaltet. Der komplette Start von EmpowHerNetwork lief über LinkedIn. Ich hatte dort schon eine eigene Positionierung, war sichtbar und hatte eine Art Community. Oder besser gesagt eher ein Netzwerk. Dadurch war es damals nicht schwer, die ersten Gründerinnen auf EmpowHerNetwork aufmerksam zu machen. Aber, dass es so explodiert und die Nachfrage anscheinend so hoch war, hätte ich trotzdem nie gedacht. LinkedIn war für die Zielgruppe, die ich abholen wollten der perfekte Startpunkt und ich würde es jederzeit wieder so machen.

Inzwischen passiert sehr viel über Instagram und über Empfehlungen aus der Community. Early-Stage-Gründerinnen erzählen schnell weiter, wenn ihnen etwas wirklich hilft. Und der größte Reichweiten-Booster sind nach wie vor die Offline-Events. Kein Kanal ersetzt echte Begegnungen, weil die einfach einen viel stärkeren Trust-Effekt haben.

Offiline-Event von EmpowHerNetwork.

Content-Marketing und Social Media zur Community-Vergrößerung

Wie nutzt du Content Marketing und Social Media, um dein
Gründerinnen-Netzwerk zu vergrößern und deine Kernbotschaften zu
vermitteln? Gibt es spezifische Content-Formate, die besonders gut
funktionieren?

Ich habe einen eigenen Instagram-Account für EmpowHerNetwork aufgebaut und da funktioniert vor allem die Mischung extrem gut. Einmal zeige ich echte Einblicke in das Leben von Gründerinnen. Ob durch „a day in my life“-Reels/Stories oder Kurzinterviews mit Teilnehmerinnen bei Events. Auf jedem Offline-Event mache ich die „3 Fragen – 3 Antworten“-Reihe, die gut ankommt, weil die Gründerinnen selbst sprechen und man merkt, wie unterschiedlich ihre Wege sind. Gleichzeitig teile ich viel Wissen, Updates aus der Community und natürlich Insights zu unserem Expertenzugang auf Bryght. Der Kanal soll inspirieren, aber auch echten Mehrwert bieten, ohne dass es sich nach Werbung anfühlt.

Authentizität online wahren und Professionalität sichern

Du erwähnst immer wieder "Authentizität" als Kernwert. Wie schaffst du es, diese Authentizität auch online zu bewahren, ohne dass die Kommunikation an Professionalität verliert? Wie balancierst du das?

Ich glaube, Authentizität funktioniert nur, wenn man sich selbst nicht aus der Gleichung rausnimmt. Ich bin ja selbst Gründerin in der Early Stage Phase und erlebe genau die gleichen Dinge, die die anderen Frauen erleben. Dadurch spreche ich automatisch auf Augenhöhe und teile nicht nur Erfolge, sondern auch die Dinge, die schief gehen. Es ist mir wichtig, dass keine Gründerin das Gefühl hat, für irgendwas instrumentalisiert zu werden. Und ich glaube, dass diese Haltung automatisch Professionalität erzeugt, weil sie echt und nicht konstruiert ist.

Wachstum durch organisches Word-of-Mouth statt SEO

Hast du spezifische SEO-Strategien oder Local-SEO-Ansätze, um regionale Gründerinnen auf dein Netzwerk aufmerksam zu machen? Oder funktioniert das Wachstum vor allem über organische Word-of-Mouth?

Ich mache kein SEO und kein Local SEO. Unsere komplette Reichweite entsteht über organisches Wachstum und Mundpropaganda. Wenn Gründerinnen wirklich etwas mitnehmen, erzählen sie es weiter

Tools und Infrastruktur für das Community-Management

Welche Tools und Plattformen sind für dich und dein Team essentiell beim Management und der Kommunikation mit 500+ Gründerinnen? Wie strukturierst du die technische Infrastruktur deiner Community?

Wir arbeiten intern extrem lean, weil ich ein großer Fan davon bin, Dinge so einfach wie möglich zu halten. Für unsere Organisation nutzen wir Notion, damit wir alle operativen Themen im Überblick haben. Alles Weitere läuft über Google Drive, auf das alle Gründerinnen Zugriff bekommen. Bryght nimmt uns inzwischen viel bei der Planung und Struktur für die Experten-Calls ab, was den Prozess sehr entlastet. Für Visuals nutzen wir Canva oder arbeiten mit einem Grafiker zusammen. Das war’s auch schon. Wir sind wirklich sehr bewusst schlicht aufgestellt, weil wir uns nicht in Tools verlieren wollen. Bin aber immer sehr offen für Tipps!

Persönliche Fragen an die Gründerin

Selbstvertrauen als junge Gründerin: Woher es kommt und wie es wächst

Du warst 19 Jahre alt, als du embesch gegründet hast, und 23, als EmpowHer Network folgte. Das ist ein großer Vertrauensvorschuss gegenüber dir selbst. Woher kommt dein Selbstvertrauen? Hattest du Mentoren oder Inspirationen, die dich geprägt haben?

Ich bin ganz ehrlich, mit 19 habe ich einfach gemacht. Ich habe gar nicht darüber nachgedacht, ob ich etwas nicht schaffen könnte. Ich hatte dieses Grundvertrauen, dass es schon funktionieren wird, und ein unglaublich starkes Umfeld. Meine Eltern haben mich in allem unterstützt und mir nie das Gefühl gegeben, dass irgendetwas „zu groß“ für mich wäre. Das hat viel mit mir gemacht.

Ich glaube wirklich, dass man mit zunehmendem Alter selbstkritischer wird. Deswegen war für mich der frühe Start rückblickend ein riesiger Vorteil. Ich hatte damals keine Angst davor, was alles schiefgehen könnte. Einfach weil ich es nicht besser wusste. Ganz nach dem Motto: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Einen Satz, der das perfekt beschreibt, habe ich mal bei James Clear gelesen: „The best type of risks to take are ones where the worst outcome is manageable and the best outcome is life-changing.” Genau so hat es sich auch für mich angefühlt.

blank

Mentale Balance und emotionale Stärke beim Community-Building

Community-Building kann emotional sehr anspruchsvoll sein – du bist nicht nur für ein Produkt verantwortlich, sondern auch für Menschen und deren Erfolg. Wie gehen du damit um? Wie sorgst du für deine eigene Balance und mentale Gesundheit?

Community-Building ist definitiv emotional und nicht jeder ist dafür gemacht. Aber ich bin jemand, der sehr in sich ruht und Dinge nicht zu nah an sich ranlässt. Ich gebe immer 100% Prozent und damit habe ich für mich den inneren Frieden, dass ich alles getan habe, was in meiner Macht steht.

Für mich ist Transparenz der Schlüssel. Ich kommuniziere alles offen und ehrlich und das schafft Vertrauen in beide Richtungen. Wenn man klar sagt, warum etwas passiert, welche Gedanken dahinter stehen oder wo Grenzen sind, dann ist das Verständnis fast immer da. Und das entlastet enorm.

Herausforderungen als weibliche Gründerin und Motivation für EmpowHer Network

Als weibliche Gründerin in einer männerdominierten Tech- und Startup-Szene: Was sind die spezifischen Herausforderungen, die du erlebt hast? Und wie hat dich deine Erfahrung dazu bewogen, EmpowHerNetwork zu gründen?

Die Unternehmerwelt ist immer noch stark männerdominiert und genau deshalb bin ich überzeugt, dass es Räume wie EmpowHerNetwork braucht. Orte, an denen junge Gründerinnen eine eigene Dynamik entwickeln können. Viele Gründerinnen denken oft, sie müssen “zum Mann werden”, um ernst genommen zu werden oder erfolgreich zu sein. Das ist Quatsch in meinen Augen. Wir können erfolgreiche Unternehmerinnen sein und trotzdem Frau bleiben.

Die größte Herausforderung ist für viele von uns, dass wir uns oft einmal mehr beweisen müssen. Dass wir zeigen müssen, dass wir das Geld wert sind, dass wir richtig gut in dem sind, was wir tun. Ich hatte bisher zum Glück keine extrem negativen Erfahrungen. Und man muss ganz klar sagen: Die „junge Generation“ an Männern in der Tech-Szene ist nicht mehr vergleichbar mit der alten. Da passiert gerade ein riesiger Wandel und der Austausch ist mittlerweile viel offener, kollegialer und respektvoller.

Studium und Unternehmertum gleichzeitig meistern: Strategien für Balance und Fokus

Du hast parallel zu deiner Unternehmertätigkeit deinen Bachelor in Mode- und Designmanagement mit der Note 1,6 abgeschlossen. Wie hast du das alles unter einen Hut bekommen? Was hat dir geholfen, die Balance zu halten?

Ehrlich gesagt habe ich nie darüber nachgedacht, ob das überhaupt geht oder ob es anders gehen müsste. Ich habe zwei Monate nach Studienstart gegründet und es stand für mich nie zur Debatte, den Bachelor nicht zu machen. Also habe ich einfach Prioritäten gesetzt, sehr viel gearbeitet und auf einiges verzichtet. Aber der richtige „Ernst“, also das echte unternehmerische Arbeiten, kam eigentlich erst so nach 1,5 Jahren. Davor habe ich gar nicht ansatzweise so gearbeitet wie heute, weil mir einfach das Wissen gefehlt hat. Im Rückblick war das eine Mischung aus Naivität, Fokus und ganz viel Durchziehen.

Vision 2030: Ein umfassendes Ökosystem für junge Gründerinnen aufbauen

Was ist deine Vision für die nächsten 5 Jahre mit EmpowHerNetwork und deinen anderen Projekten? Wo siehst du dich und dein Netzwerk in 2030?

Meine Vision ist es, ein echtes Ökosystem für junge Gründerinnen aufzubauen. Einen Ort, der nicht erst dann interessiert, wenn Gründerinnen eine Pre-Seed-Runde abgeschlossen haben oder medial sichtbar werden, sondern vorher. Ich finde, dass unglaublich viel Potenzial verloren geht, weil viele am Anfang zu wenig Know-how haben. Schulen und Vereine kümmern sich um Potenziale, große Programme kümmern sich erst wieder um die „Erfolgsgeschichten“, aber der gesamte Bereich dazwischen wird oft komplett vergessen.

Ich möchte genau diese Lücke schließen. Gründerinnen, die ambitioniert sind, Potenzial haben, aber noch keine Erfahrung. Frauen, die gerade erst starten und die richtigen Leute, das richtige Wissen und die richtigen Strukturen brauchen. Ich will, dass Wissen zugänglich wird, ohne dass man in einen Accelerator muss. 2030 sehe ich EmpowHerNetwork als das Ökosystem, zu dem Gründerinnen automatisch gehen, egal ob in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder international.

blank

Schnellfragen zur Gründerpersönlichkeit

Hast du ein Morgenritual, das dir hilft, den Tag fokussiert zu starten?

Ja, absolut. Ich starte jeden Tag mit einem kleinen Spaziergang ohne Handy. Zwanzig Minuten reichen schon.

Brauchst du regelmäßige Pausen und Auszeiten, um nicht auszubrennen?

Ja, Pausen brauche ich. Nicht viele, aber wenn, dann verbringe ich sie am liebsten mit Menschen, die nichts mit Business oder Gründung zu tun haben.

Lernst du am liebsten durch Machen statt durch Theorie?

Immer durch Machen.

Netzwerken fällt dir natürlich in die Hände – hattest du das schon vor deiner Gründung?

Nein. Ich war immer extrovertiert, aber richtiges Netzwerken habe ich erst während der Gründung gelernt.

Wenn ein Projekt nicht wie geplant läuft: Passt du deine Strategie schnell an oder hältst du an deinem ursprünglichen Plan fest?

Beides. Ich versuche, am langfristigen Ziel festzuhalten, aber ich bin offen für Anpassungen und Feedback. Es bringt nichts, stur an etwas festzuhalten, wenn man merkt, dass es nicht der richtige Weg ist.

Schnellfragen zum Online Marketing und SEO

Misst du regelmäßig KPIs und Analytics für deine Online-Kanäle?

Noch viel zu wenig. Gerade tracke ich vor allem Instagram. Das muss 2026 professioneller werden.

Nutzt du bezahlte Werbung (z.B. Facebook Ads, Google Ads) zur Kundenakquisition?

Nein, gar nicht. Alles organisch.

Ist Newsletter-Marketing ein wichtiger Bestandteil deiner Content-Strategie?

Sehr wichtig. Newsletter werden für uns 2026 ein großer Fokus, weil sie am Ende die beste Möglichkeit sind, eine Beziehung aufzubauen, die nicht abhängig vom Algorithmus ist.

Verarbeitest du regelmäßig Feedback von deiner Community in deine Content und Marketing-Strategie?

Immer. Die Community ist der Kern von allem, was ich mache. Wenn ich nicht zuhöre, kann EmpowHerNetwork nicht wachsen.

Hältst du dich auf dem aktuellen Stand mit Google-Updates und Algorithmus-Änderungen?

Ich bekomme vieles über die Community oder andere Gründerinnen mit. Aktiv beschäftige ich mich damit noch viel zu wenig, aber ich bin dankbar, dass andere das tun und wir uns gegenseitig updaten.

EmpowHerNetwork: Ein starkes Netzwerk für Gründerinnen

Emily Schomaker hat uns einen inspirierenden Einblick in den Aufbau und die Philosophie von EmpowHerNetwork gewährt. Von der Vision eines sicheren Raums für Gründerinnen bis hin zu praxisnahen Premium-Angeboten – die Geschichte zeigt, wie Leidenschaft, Mut und klare Werte eine Community erfolgreich machen.

Wir bedanken uns herzlich bei Emily für ihre Offenheit und die spannenden Antworten auf unsere Fragen. Ihre Erfahrungen und Einsichten sind ein wertvolles Beispiel dafür, wie junge Gründerinnen mit Unterstützung, Engagement und Authentizität Großes erreichen können.

blank
Emily Schomaker Gründerin von Empowhernetwork.

KONTAKT:

www.empowhernetwork.de

Durchschnittliche Bewertung 4.5 / 5. Anzahl Bewertungen: 2

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.