Everstox: Wie Logistik-as-a-Service e-Commerce Marken zum Wachsen bringt
Im Rahmen unserer Gründerstories hat sich Johannes Tress, Co-Founder und Co-CEO von Everstox, die Zeit genommen, uns einen tiefen Einblick in die Entstehung und Entwicklung seines Start-ups zu geben. Wir sprechen über die Marktlücke, die Everstox identifizierte, den Aufbau einer datengetriebenen Fulfillment-Plattform und die Expansion nach Nordamerika.
Lese mit und erfahre, wie Everstox Logistik neu denkt und eCommerce Marken beim Skalieren unterstützt.

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview
Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?
Ich bin Johannes Tress, Co-Founder und Co-CEO von everstox.
everstox ist eine vollintegrierte Fulfillment-Lösung, die für wachstumsstarke eCommerce Marken entwickelt wurde und intelligente Logistiktechnologie sowie ein internationales Netzwerk aus spezialisierten Lagern und führenden Versanddienstleistern in einem Produkt vereint.
Egal ob D2C, B2B oder Retail, egal ob Europa, UK oder USA – everstox Kunden steuern ihre gesamte Lagerhaltung, Auftragsabwicklung sowie sämtliche Lieferprozesse zentral über die everstox Plattform.
So können Bestellungen unabhängig des Sales Channels und des Empfängerlandes flexibel aus dem richtigen Standort, mit dem passenden Versandpartner und mit der optimalen Lieferzeit an zufriedene Endkunden versendet werden.
Das Ergebnis: ein leistungsfähiges, flexibles Fulfillment-Setup ohne komplexe IT, ohne starre Verträge und ohne operative Reibung.
Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung
In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.
Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.
Die Entstehung von Everstox: Logistik neu denken
Wie entstand die Idee für everstox? Was waren die größten Probleme im Fulfillment- und Logistik-Markt, die euch dazu bewogen haben, die Plattform zu gründen?
Die Idee entstand aus einer klaren Marktlücke. In vielen Gesprächen mit Brands und Logistikern wurde deutlich: Es gibt viele operativ starke Lager, aber kaum echte Technologie-Player in der Logistik.
Gleichzeitig steigen die Erwartungen von EndkundInnen massiv, unter anderem getrieben durch Amazon & co.: schnelle Lieferung, sauberes Tracking, Transparenz von Checkout bis Retoure.
Diese Anforderungen konnten viele klassische 3PLs technologisch nicht abbilden. Unsere Idee war es, genau diese Lücke zu schließen: starke operative Logistik mit einer zentralen, datengetriebenen Plattform zu verbinden.
Von der Idee zur ersten Plattform: Die frühen Schritte von Everstox
Wann wurde everstox gegründet und wie war die Entwicklungsphase vom Konzept zur ersten funktionsfähigen Plattform? Welche Herausforderungen musstet ihr dabei bewältigen?
everstox wurde vor rund sechs Jahren gegründet.
Die frühe Phase war stark von Marktrecherche geprägt, das heißt wir haben uns intensiv mit Brands und Logistikpartnern auseinandergesetzt, bevor wir überhaupt eine Zeile Code geschrieben haben.
Unsere erste Plattformversion war auch kein klassisches MVP, wie man es sonst von SaaS-Unternehmen kennt. In der Logistik kann man kein „halb funktionierendes Produkt“ launchen, sondern Bestellabläufe müssen direkt 100% sauber laufen.
Die erste Version war bewusst sehr schlank, aber funktional und vor allem hochqualitativ, was die Datenqualität betrifft. Drei Monate nach dem Launch kamen schnell mehrere Brands dazu. Das war der Moment, in dem wir wussten: Der Bedarf ist da, das Modell skaliert.
Logistik neu gedacht: So unterscheidet sich das Everstox-Modell
Euer Tagline lautet „Logistik-as-a-Service" – was macht euer Ansatz revolutionär im Vergleich zu klassischen 3PL-Dienstleistern? Wie unterscheidet sich euer Modell fundamental?
Klassischerweise wird Logistik in einzelnen Lagern, verschiedenen Verträgen und manuellen Prozessen gedacht, wir hingegen denken Logistik als Technologie, als Service und als Plattform.
Brands integrieren everstox einmal und können danach flexibel Lager, Carrier und Märkte hinzufügen oder verändern. Alles läuft über eine zentrale Daten- und Steuerungsebene. Das ist der fundamentale Unterschied: Logistik als dynamischer und flexibler Teil der Wertschöpfungskette, nicht als starres Dauerproblem.
Vom Start zum internationalen Netzwerk: So wuchs Everstox
Aktuell arbeitet ihr mit 70 Fulfillmentzentren in 9 Ländern und über 200 Logistikexperten – wie hat sich das Netzwerk entwickelt? Was waren die wichtigsten Meilensteine beim Aufbau?
Unser Netzwerk ist organisch und immer entlang echter Kundenbedürfnisse gewachsen.
Wir haben früh entschieden, nicht selbst Lager zu betreiben, sondern spezialisierte Partner in unsere Plattform zu integrieren, die seit Jahrzehnten operativ exzellent arbeiten.
Der Schlüssel war die Standardisierung über Technologie: gleiche Prozesse, gleiche Daten, gleiche Transparenz – unabhängig vom Standort. Heute arbeiten wir mit über 70 Fulfillmentzentren in Europa, UK und den USA.
Everstox auf Wachstumskurs: Die Expansion in die USA
Die US-Expansion wird als großer Schritt für everstox dargestellt – wie entstand die Entscheidung, Nordamerika zu betreten? Welche Chancen und Risiken habt ihr identifiziert?
Die Entscheidung für die USA kam direkt aus dem Markt, genauer gesagt über direktes Kundenfeedback.
Mehrere bestehende Kunden wollten ihre US-Expansion über everstox abbilden; mit derselben Plattform, denselben Daten und derselben Steuerung wie in Europa. Wir haben diese Nachfrage dann validiert und gezielt US-Lager in unser Netzwerk aufgenommen.
Natürlich bringt der US-Markt Risiken mit sich: Distanz, Zeitzonen, Komplexität. Aber das Potenzial ist enorm. Für uns war klar: Wenn unsere Kunden global denken, müssen wir es auch.

Top-Kunden und der Mehrwert von everstox
Welche namhaften Kunden (wie Brooklyn Soap, yfood, yepoda) habt ihr bereits gewonnen? Was macht everstox für diese Marken so attraktiv?
All diese Brands standen an einem ähnlichen Punkt: starkes Wachstum, steigende Komplexität, hohe Erwartungen an das Kundenerlebnis.
everstox bietet ihnen auf der einen Seite operative Exzellenz, auf der anderen Seite die Transparenz und Automatisierungsmöglichkeiten, die moderne Marken brauchen.
Sie sehen in Echtzeit, was passiert, können fundierte Entscheidungen treffen und skalieren, ohne ihre Organisation massiv aufzublähen. Für viele ist everstox nicht nur ein Dienstleister, sondern ein strategischer Operations-Partner.
Das Geschäftsmodell von everstox: Hybrid aus Technologie und Service
Wie definiert ihr euer Geschäftsmodell? Ist es ein SaaS-Modell, ein Netzwerk-Modell oder eine Kombination aus beidem? Wie verdient ihr Geld?
everstox ist bewusst hybrid aufgebaut.
Wir kombinieren ein SaaS-Modell (unsere Technologie-Plattform) mit einem kuratierten Logistik-Netzwerk und Managed Services.
Kunden zahlen für Software, operative Services und Versand – transparent und nutzungsbasiert. So wächst unser Modell immer im Gleichklang mit dem Erfolg und dem Wachstum unserer Kunden.
Warum everstox für eCommerce-Marken den Unterschied macht
Was ist eure Unique Value Proposition für eCommerce-Unternehmen? Warum sollten sich Brands für everstox statt für etablierte Logistikdienstleister entscheiden?
Kurz gesagt: Mit uns skalieren eCom Brands ohne Kontrollverlust und ohne wachsende Komplexität.
Sie bekommen eine zentrale Steuerung für ihre gesamte Logistik, echte Transparenz, weniger manuelle Arbeit und eine Infrastruktur, die mitwächst, sowohl technisch als auch operativ. Das unterscheidet uns klar von klassischen 3PLs.
Skalierbarkeit und Infrastruktur für wachsende eCommerce-Marken
Wie skaliert eure Plattform mit dem Wachstum eurer Kunden? Welche technischen und operativen Infrastrukturen habt ihr aufgebaut, um unbegrenzte Auftragsvolumen zu unterstützen?
Unsere Plattform ist cloudbasiert, API-getrieben und modular aufgebaut. Kunden können flexibel innerhalb ihres everstox Set-Ups Tech-Features, Warehouse-Standorte und Lagerkapazitäten hinzu- oder wegnehmen.
Operativ setzen wir auf standardisierte Prozesse über alle Partner hinweg. Dadurch können wir sehr hohe Volumina abbilden, ohne zunehmende Komplexität zu erzeugen.
Wachstum bedeutet bei uns nicht mehr Chaos, sondern mehr Automatisierung.
Zukunftsziele: Automatisierung, AI und internationales Wachstum
Was sind eure nächsten großen Ziele für die nächsten 12-24 Monate? Welche neuen Märkte oder Funktionen stehen auf eurer Roadmap?
Unser Fokus liegt klar auf der Weiterentwicklung der Plattform, insbesondere in Richtung Automatisierung und AI-gestützter Entscheidungsfindung.
Gleichzeitig wollen wir weitere starke Brands gewinnen, international weiter wachsen und unsere Kunden dabei unterstützen, effizienter zu skalieren.
Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools
Strategisches Marketing: Sichtbarkeit durch Vertrauen und Content
Wie nutzt ihr digitales Marketing, um ambitionierte eCommerce-Unternehmen auf everstox aufmerksam zu machen? Welche Kanäle und Strategien funktionieren am besten?
Wir verfolgen bei everstox bewusst eine Pull-Strategie. Unsere Zielgruppe trifft Entscheidungen rund um Fulfillment nicht impulsiv, sondern situativ und risikobewusst. Deshalb setzen wir nicht auf aggressives Push-Marketing, sondern darauf, Top of Mind zu sein, sobald der Bedarf nach einer neuen Fulfillment-Lösung entsteht.
Konkret heißt das: Wir investieren stark in hochwertigen, problemlösungsorientierten Content, der reale Fragestellungen aus dem Alltag von Operations- und eCommerce-Leads adressiert. Dieser Content wird über unsere Website (Case Studies, Blog, Produktseiten), über Events (Masterclasses, Panels, Live-Podcasts), über LinkedIn sowie über gezielte PR- und Medienkooperationen distribuiert.
Am besten funktionieren Kanäle, die Vertrauen, Tiefe und Wiedererkennung ermöglichen. Besonders stark sehen wir:
- organische Suche und Content,
- Empfehlungen und Word-of-Mouth,
- persönliche Touchpoints über Events und Branchenformate.
Unser Marketing ist damit weniger laut, aber sehr bewusst langfristig angelegt.

Strategische Integrationen: Vertrauen und nahtlose Vernetzung
Eure Website erwähnt Integrationen mit Shopify, Amazon, Oracle NetSuite, Microsoft Dynamics und Xentral – wie wichtig sind diese Partnerschaften für eure Go-to-Market-Strategie?
Diese Integrationen sind strategisch essenziell für unsere Go-to-Market-Strategie, aber nicht primär als Co-Marketing-Hebel, sondern als Vertrauens- und Relevanzsignal.
Unsere Zielkunden arbeiten bereits mit professionellen Tech-Stacks. Für sie ist es entscheidend zu verstehen, dass everstox kein isoliertes System, sondern ein nahtlos integrierbarer Teil ihrer bestehenden Infrastruktur ist. Die Sichtbarkeit dieser Integrationen nimmt Unsicherheit aus dem Entscheidungsprozess.
Darüber hinaus sind Technologiepartner für uns auch indirekte Multiplikatoren: Sie helfen uns, früh in relevanten Auswahlprozessen präsent zu sein, oft noch bevor konkret über einen Logistikwechsel gesprochen wird.
Kurz gesagt: Integrationen sind für uns weniger Marketing-Gimmick, sondern ein zentraler Bestandteil unserer Positionierung als professionelle, skalierbare Operations-Plattform.
Erfolg messen: KPIs, Tools und Kundenperformance
Welche Tools und Metriken nutzt ihr intern, um den Erfolg eurer Plattform zu messen? Wie überwacht ihr die Performance eurer Kunden?
Intern messen wir Erfolg nicht eindimensional über Leads oder Traffic, sondern entlang der gesamten Customer Journey.
Auf Marketing-Seite schauen wir u.a. auf:
- organische Sichtbarkeit
- Qualität und Reifegrad von Inbound-Anfragen
- Anteil von Inbound-Deals am Gesamt-Gewinn
- wiederkehrende Touchpoints mit unserer Marke (z. B. Content, Events, Empfehlungen)
Auf Plattform- und Kundenseite stehen operative KPIs im Fokus:
- Fulfillment-Performance (Delivery Times, Error Rates etc.)
- Stabilität und Skalierbarkeit bei Peak-Phasen
- Transparenz und Nutzungsgrad der Plattform
- qualitative Kundenfeedbacks und NPS
Wichtig: Wir betrachten den Erfolg unserer Kunden als direkten Erfolgsindikator für everstox. Wenn Kunden effizienter skalieren, weniger operative Reibung haben und ihre Customer Experience verbessern, dann funktioniert unser Produkt und damit auch unser Marketingversprechen.
Content Marketing: Wissen teilen und Vertrauen aufbauen
Setzt ihr auf Content Marketing, um eure Expertise im Logistik- und Fulfillment-Bereich zu demonstrieren? Welche Inhalte resonieren am stärksten mit eurer Zielgruppe?
Ja, Content Marketing ist ein zentraler Pfeiler unserer Strategie. Allerdings nicht als klassisches Lead-Content-Modell, sondern als Wissens- und Vertrauensaufbau.
Am stärksten resonieren Inhalte, die:
- reale Probleme adressieren (z. B. Peak-Season-Failures, Multi-Warehouse-Komplexität)
- konkrete Learnings aus echten Kundenprojekten teilen
- Entscheidungsunsicherheiten offen ansprechen (Kosten, Kontrollverlust, Risiken)
Besonders gut funktionieren:
- Case Studies mit operativer Tiefe, nicht nur Erfolgsgeschichten
- Einordnende Formate wie Podcasts oder Panels
- Educational Content, der hilft, bessere Entscheidungen zu treffen (auch wenn das nicht sofort zu einem Abschluss führt)
Unser Anspruch ist es, als Marke wahrgenommen zu werden, die Logistik versteht und nicht nur verkauft.
SEO-Strategie: Sichtbar werden, wenn es zählt
Wie optimiert ihr eure Online-Präsenz für Suchmaschinen? Welche Keywords und Suchintentionen sind für die Akquisition neuer Kunden entscheidend?
SEO bzw. GEO ist für uns ein strategischer Langfristkanal, kein kurzfristiger Traffic-Hebel. Wir optimieren nicht primär auf generische Keywords, sondern auf Suchintentionen, die auf echte Entscheidungs- oder Problemlagen hindeuten.
Relevant sind vor allem:
- problemorientierte Suchen („Fulfillment Probleme“, „Multi-Warehouse Setup“)
- vergleichende Suchen („3PL Alternative“, „Fulfillment Software vs 3PL“)
- expansionsbezogene Themen („Fulfillment Internationalisierung“, „EU Fulfillment Setup“)
Unser Fokus liegt darauf, in dem Moment sichtbar zu sein, in dem Unternehmen beginnen, ihre bestehende Logistik kritisch zu hinterfragen.
Deshalb kombinieren wir SEO mit tiefem Content, klarer Positionierung und glaubwürdigen Trust-Signalen wie Case Studies, Kundenstimmen und Partnerschaften.

Persönliche Fragen an die Gründer
Der Wendepunkt: Skalierung erkennbar
Was war der Wendepunkt, an dem ihr gemerkt habt, dass everstox wirklich funktioniert und skalierbar ist? Welcher Moment oder welcher erste Kunde war ausschlaggebend?
Rückblickend gab es nicht diesen einen magischen Moment, sondern eher eine Abfolge von Bestätigungen. Wir hatten schon früh ein gutes Gefühl, weil wir vor der Gründung extrem viel Zeit in Gespräche mit Brands und Logistikpartnern investiert haben. Dadurch wussten wir ziemlich genau, welches Problem wir lösen und für wen.
Der echte Wendepunkt kam dann einige Monate nach dem Launch unserer ersten Plattformversion. Etwa drei Monate später kamen mehrere wachsende Brands dazu – darunter auch Unternehmen, die nicht mehr ganz am Anfang standen, sondern bereits relevante Volumina bewegt haben.
Als diese Kunden uns nicht nur kurz getestet haben, sondern auch nach sechs, zwölf Monaten noch bei uns waren und weiter wuchsen, war klar: Das ist kein Einzelfall, sondern ein skalierbares Modell. Ab diesem Punkt ging es nicht mehr um „funktioniert das?“, sondern um „wie bauen wir das jetzt richtig groß?“.
Kurz gesagt: Als nach dem MVP-Launch innerhalb weniger Monate mehrere wachsende Brands kamen (und geblieben sind).
Erfolgsfaktoren: Optimismus, Pragmatismus und Teamwork
Welche persönliche Eigenschaft oder Fähigkeit hat euch am meisten bei der Gründung und beim Aufbau von everstox geholfen?
Ich glaube nicht, dass es die eine entscheidende Eigenschaft gibt – es ist eher ein Mix. Ein gesunder Optimismus ist extrem wichtig, gerade in Phasen, in denen vieles gleichzeitig unsicher ist. Gleichzeitig braucht es aber auch Pragmatismus: Dinge ausprobieren, Entscheidungen treffen und weitermachen statt alles totzudenken.
Was mir persönlich sehr geholfen hat, ist eine gewisse Bereitschaft, Dinge einfach zu machen, auch wenn sie noch nicht perfekt sind. Im Nachhinein könnte man das vielleicht Naivität nennen, aber ohne diese Haltung würden viele Dinge nie gestartet werden.
Ein ganz zentraler Faktor war außerdem unsere Teamfähigkeit als Gründerteam. Wir konnten uns sehr gut aufteilen, uns gegenseitig vertrauen und Verantwortung übernehmen – klassisches „Divide & Conquer“. Diese Art der Zusammenarbeit haben wir später auch bewusst auf das gesamte Unternehmen übertragen. Eine starke Kultur, ein gutes Gespür für Menschen und das richtige Team zur richtigen Zeit waren für mich echte Multiplikatoren.
Umgang mit Rückschlägen und Fehlern
Wie geht ihr mit Rückschlägen und Fehlern um? Könnt ihr ein konkretes Beispiel aus der Entwicklung von everstox nennen, bei dem etwas nicht wie geplant lief?
Wenn man etwas Neues aufbaut, gehören Fehler zwangsläufig dazu. Gerade in einem komplexen Umfeld wie Logistik ist es unmöglich, immer alles vorherzusehen. Für mich war früh klar: Fehler sind kein Zeichen von Scheitern, sondern von Bewegung.
Der entscheidende Punkt ist der Umgang damit. Wir versuchen sehr offen über Probleme zu sprechen, sie gemeinsam zu analysieren und daraus konkrete Learnings abzuleiten. Wichtig ist mir dabei, dass Fehler nicht individualisiert werden, sondern als Team-Thema verstanden werden. Das schafft Vertrauen und sorgt dafür, dass Probleme früh adressiert werden, bevor sie groß werden.
Mich persönlich hat geprägt, wie viel leichter Rückschläge zu bewältigen sind, wenn man sie nicht alleine trägt. Ein starkes Team, das sich gegenseitig den Rücken stärkt, macht einen enormen Unterschied; emotional wie operativ.
Faszination Logistik und eCommerce
Was fasziniert euch am meisten an der Logistik- und eCommerce-Branche? Warum habt ihr euch dafür entschieden, in diesem Sektor zu gründen?
Mich fasziniert vor allem, wie allgegenwärtig Logistik ist und wie wenig sichtbar sie gleichzeitig bleibt. Fast jeder Mensch kommt täglich mit eCommerce und Logistik in Berührung, aber nur wenige beschäftigen sich bewusst damit, wie komplex und essentiell diese Prozesse sind.
Logistik ist extrem prozessgetrieben, oft wenig glamourös, aber gesellschaftlich unglaublich relevant. Man merkt erst, wie wichtig sie ist, wenn etwas nicht funktioniert – sei es durch Lieferverzögerungen, leere Regale oder globale Störungen. Gleichzeitig gibt es in dieser Branche noch enorm viel ungenutztes Potenzial für Automatisierung, Digitalisierung und Technologie.
Genau diese Mischung aus Relevanz, Komplexität und Gestaltungsspielraum hat mich gereizt. Wir haben hier die Möglichkeit, einen echten Unterschied zu machen – nicht nur für einzelne Unternehmen, sondern für ganze Wertschöpfungsketten.
Tipps für Gründer im B2B- und Supply-Chain-Bereich
Welchen Ratschlag würdet ihr anderen Startup-Gründern geben, die im B2B- oder Supply-Chain-Bereich ein Unternehmen aufbauen möchten?
Der wichtigste Rat ist: Den Kundenbedarf wirklich sauber verstehen. Gerade im B2B-Bereich reicht es nicht, ein „cooles Produkt“ zu bauen, sondern es muss ein reales, zahlungsbereites Problem lösen. Gründliche Marktrecherche und ehrliche Gespräche sind durch nichts zu ersetzen.
Darüber hinaus ist Durchhaltevermögen entscheidend. Dinge dauern oft länger als geplant, Rückschläge kommen garantiert. Wer nur für den schnellen Erfolg gründet, wird es schwer haben. Es hilft enorm, wenn man Spaß am Aufbau hat und eine langfristige Vision verfolgt.
Und zuletzt: Such dir ein starkes Team. Die beste Idee bringt nichts ohne die richtigen Menschen und ein gutes Team kann auch eine mittelmäßige Idee deutlich besser machen. Am Ende ist Gründen immer Teamsport. Und manchmal hilft es auch einfach, sich zu sagen: Just do it.

Schnellfragen zur Gründerpersönlichkeit
Seid ihr von Natur aus Optimisten, wenn es um neue Marktchancen geht?
Ja, absolut.
Bevorzugt ihr es, schnelle Entscheidungen zu treffen oder alle Optionen gründlich zu analysieren?
Fundiert, aber zügig und pragmatisch – die Geschwindigkeit kommt immer auf die Tragweite der Entscheidung an. Vermeidbare schlechte Schnellschüsse versuchen wir natürlich zu vermeiden.
Seid ihr bereit, Risiken einzugehen, um schneller zu wachsen – auch wenn es bedeutet, kurzfristig Fehler zu machen?
Ja, solange das Unternehmen im Ganzen nicht gefährdet und unnötigem Risiko ausgesetzt wird.
Würdet ihr sagen, dass Teamfähigkeit und die richtige Besetzung entscheidender für Erfolg sind als die ursprüngliche Geschäftsidee?
Beides ist untrennbar. Ein gutes Team bringt eine schlechte Idee niemals zum fliegen – genauso wenig wie ein schlechtes Team eine gute Idee.
Schnellfragen zu Online Marketing und SEO
Investiert everstox gezielt in SEO, um in Suchergebnissen für Keywords wie „3PL Logistik“, „Fulfillment-Lösung“ oder „eCommerce Logistik“ zu ranken?
Ja. SEO/GEO ist eines unserer Kernthemen.
Nutzt ihr Performance Marketing (z.B. Google Ads, LinkedIn Ads) als primären Akquisitionskanal?
Google Ads sind unser zweitstärkster Inbound-Kanal hinter organischer Suche.
Ist Mund-zu-Mund-Propaganda und Kundenempfehlungen eure wichtigste Wachstumsquelle?
Im weitesten Sinne: ja. Die Logistik umzuziehen ist eine sehr weitreichende Entscheidung, daher holt sich nahezu jeder potenzielle Kunde bei Bestandskunden Erfahrungsberichte aus erster Hand ein.
Arbeitet ihr mit Influencern oder Key Opinion Leaders im Logistik- und eCommerce-Bereich zusammen?
Wir investiert gezielt in die Personal Brands der Gründer, primär auf LinkedIn. Auf Influencer oder KOLs im klassischen Sinne oder gegen Bezahlung setzen wir nicht.
Plant ihr, eure Markenbekanntheit durch Events, Webinare oder Thought Leadership zu erhöhen?
Wir sind auf allen wichtigen Branchen-Events vertreten.
Everstox: Skalierbare Logistik mit Technologie und Strategie
Mit Everstox hat uns Johannes Tress einen inspirierenden Einblick in die Welt der modernen Fulfillment-Lösungen gewährt. Von der Idee, Logistik als dynamischen Service zu verstehen, bis hin zum Aufbau eines internationalen Lager- und Versandnetzwerks – Everstox zeigt, wie Technologie und operative Exzellenz Hand in Hand gehen.
Wir bedanken uns herzlich bei Johannes für seine Offenheit und die spannenden Einblicke in die Gründerreise von Everstox. Seine Geschichte verdeutlicht, wie Vision, Teamarbeit und die konsequente Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse den Erfolg eines Start-ups im komplexen eCommerce-Umfeld prägen können.

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