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Die Kunst des perfekten Auftritts: Wie Felix Hettig als Business-Moderator die Event-Branche begeistert

Vom Rampenlicht auf der Bühne zur erfolgreichen Personenmarke: Felix Hettig zeigt, wie moderne Eventmoderation im Business- und Startup-Bereich funktioniert. Mit über 10 Jahren Erfahrung und messerscharfer Vorbereitung verleiht er Konferenzen und Corporate Events die perfekte Dynamik. Erfahre im exklusiven Interview, wie er den Sprung in die Selbstständigkeit meisterte und warum er bewusst auf KI-generierte Inhalte verzichtet.

Die Kunst des perfekten Auftritts: Wie Felix Hettig als Business-Moderator die Event-Branche begeistert
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Im Rahmen unserer Reihe „Gründerstories“ auf der AFS-Akademie hatten wir die Gelegenheit, ein inspirierendes Gespräch mit dem professionellen Eventmoderator Felix Hettig zu führen. Als zertifizierter Business- und Bildungsmoderator präsentiert Felix Hettig sein Portfolio und zeigt, wie wichtig maßgeschneiderte Live-Kommunikation für den Erfolg von Fachveranstaltungen und Startup-Pitches ist.

Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen und mit ihm darüber gesprochen, wie man sich als Solopreneur erfolgreich positioniert, Honorare kalkuliert und im richtigen Moment auf der Bühne improvisiert. Lies jetzt das vollständige Interview und erfahre mehr über den Mann hinter dem Mikrofon.

Logo Felix Hettig

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview

Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?

Ich bin Moderator für Events und Messen im Bildungs- und Businessbereich. Neben Konferenzen und Fachveranstaltungen moderiere ich viele Start-up-Events und Veranstaltungen und Workshops für und mit jungen Menschen. Ich bringe die nötige Energie und Atmosphäre in einen Event, damit alle begeistert und mitgerissen sind und sich wohlfühlen. Ich unterstütze in der Vorbereitung und Konzeption und übernehme am Tag selbst die Verantwortung dafür, dass jeder Event ein Erfolg für die Veranstalter wird.

Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung

In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.

Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.

Der Weg in die Selbstständigkeit

Du blickst mittlerweile auf über 10 Jahre Erfahrung als Moderator zurück und hast dich an der Deutschen Moderatorenakademie zertifizieren lassen. Was war damals der konkrete Auslöser für dich, die Eventmoderation nicht nur als Leidenschaft zu sehen, sondern als eigenständiges Business und Personenmarke auszugründen?

Ich stand für meinen früheren Arbeitgeber 10 Jahre lang auf der Bühne und habe Jugendliche dazu animiert, sich selbst als Gründer:innen auszuprobieren, habe ihnen gesagt: “Setzt auf eure Stärken, macht, woran ihr Spaß habt – und schafft euch im Zweifelsfall euren eigenen Arbeitsplatz!” Als immer mehr Partner, Förderer, Kunden und auch meine Chefin fragten, ob ich schon einmal überlegt hätte, mich als Moderator selbständig zu machen, weil man mir ansieht, wie ich dafür brenne – da musste ich nach 10 Jahren dann mal meinem eigenen Ratschlag folgen.

Die inhaltliche Fokussierung

Du hast dich ganz bewusst auf Events im Business- und Bildungsbereich fokussiert – von Corporate Galas bis hin zu Startup-Pitches (wie der Startupland in Köln). Warum brennst du gerade für diese oft sehr anspruchsvollen Fachbereiche statt für die klassische Unterhaltungsmoderation?

Vorab: selbstverständlich habe ich bei jedem Event den Anspruch, mein Publikum auch zu unterhalten – langweilig darf es mit mir auf keinen Fall werden! Ich habe mir lange mein Netzwerk an der Schnittstelle Schule und Wirtschaft aufgebaut und mit Start-up-Institutionen zu tun gehabt, daher war es naheliegend, mich dort zu positionieren. Außerdem brenne ich v.a. dafür, Menschen dazu zu animieren, zu lernen, sich zu entwickeln und zu wachsen. Und dabei sich selbst zu finden und ihren Weg zu gehen. Ich finde kaum etwas inspirierender. Daher liebe ich es, mit und für junge Menschen zu arbeiten und Start-ups pitchen zu sehen.

Die Positionierung als Personenmarke

Als selbstständiger Moderator bist du im Grunde dein eigenes Produkt. Wie schwer ist dir am Anfang die Umstellung gefallen, dich selbst aktiv als "Dienstleistung" im Markt zu positionieren und zu verkaufen?

Haha, da arbeite ich immer noch jeden Tag dran! Ich war immer ein absoluter Teamplayer, in allen Psychotests hatte ich in jedem Team den höchsten Ausschlag. Daher wusste ich, meine größte Herausforderung würde sein, allein zu sein – und mich in den Vordergrund zu stellen. Als Moderator geht es ja auch gerade darum, alle anderen in den Vordergrund zu stellen: die Bühnengäste, das Publikum, ggf. Produkte. Ich bin gleichzeitig die wichtigste und die unwichtigste Person auf der Bühne. Meine Vermarktung fiel mir leichter, als ich gemerkt habe, dass das positive Feedback meine Kund:innen mich trägt. Das in den Vordergrund zu stellen, ist der leichtere Einstieg, als mich selbst zu verkaufen. Eventuell dauert es länger…

Über Learnings aus Fehlern und den Umgang mit Pannen

Man sagt, man lernt am meisten aus Fehlern. Gab es in deiner Gründungsphase ein Event, bei dem konzeptionell oder organisatorisch etwas komplett schiefging, und was hast du daraus für dein heutiges Business-Modell gelernt?

Puh, irgendetwas läuft meistens schief. Das Learning ist meist ähnlich: Ruhe bewahren, es offen ansprechen, darüber lachen und damit aus der vermeintlichen Störung einen Gewinn für den Event machen, weil er dadurch aufgelockert wird. Um ein Fail-Beispiel zu geben: Ich habe früher einmal eine Speakerin angekündigt mit “Bitte begrüßen Sie mit mir Frau XY.!” Alle applaudieren, sie stand auf, winkte – und setzte sich einfach wieder hin. Seitdem weiß ich, dass ich als Moderator sehr detaillierte Regieanweisungen geben muss. Ich hätte sagen sollen “Bitte heißen Sie nun für ein Grußwort auf der Bühne an Sie ganz herzlich willkommen: Frau XY”.

Felix Hettig auf der Bühne
Foto: Tim Goger

Wirtschaftliche Kalkulation und die Einpreisung der Recherchezeit

Auf deiner Website betonst du, dass du dich tief in die Themen deiner Kunden (wie HR, Tech oder Blockchain) einarbeitest. Wie kalkulierst du diese intensive Recherchezeit wirtschaftlich in deine Tagessätze ein, um profitabel zu bleiben?

Ich habe das von Beginn an mit einkalkuliert. Ganz am Anfang habe ich versucht, genauestens jede einzelne Stunde einzukalkulieren für jedes Vorgespräch etc. Das war viel Arbeit und sah im Angebot oft auch ziemlich wild aus. Ich habe es dann auf den Rat einer Kollegin hin einfacher gestaltet: ich kalkuliere für einen halben Event-Tag einen ganzen Tag Vorbereitung und für einen ganzen Event-Tag eineinhalb bis zwei Tage Vorbereitung ein. Das verstehen die Kund:innen, und es kommt meist gut hin.

Der erste Meilenstein und der Weg zur großen Corporate-Buchung

Weißt du noch, wer dein allererster großer Corporate-Kunde war und über welchen Weg dieser auf die Marke "Felix Hettig" aufmerksam geworden ist?

Ganz klar die Hannovermesse. Das kam über eine Kölner Eventagentur, die ich früher selbst gebucht hatte – und die eine Bühne für Nachwuchskräftesicherung organisieren sollten. Wir richteten uns also v.a. an Guided Tours von umliegenden Schulen. Ich kam ins Gespräch – und für sie stand ich sofort fest. Heute moderiere ich zwar eine andere Bühne auf der Hannovermesse, aber meinen Einstieg verdanke ich der Agentur [PIRATEx, falls ihr sie nennen wollt].

Skalierung durch Kooperation und ein starkes Branchen-Netzwerk

Als Moderator bist du durch deine eigene physische Präsenz zeitlich limitiert. Wie löst du das klassische Skalierungsproblem eines Dienstleisters? Planst du den Aufbau eines Netzwerks oder Agenturstrukturen für andere Moderatoren?

Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, als ich schon sehr früh eine meiner ersten Anfragen absagen musste, weil ich schon gebucht war. Ich hab das Schicksal damals verflucht: noch nicht einmal 10 Kunden – und schon muss ich etwas absagen, weil es genau an demselben Tag stattfindet? Das kann ja wohl nicht wahr sein! Das ist schon hart, gebe ich zu. Dafür habe ich mir ein Netzwerk aus anderen Moderator:innen meines Vertrauens aufgebaut. Wir schieben uns gegenseitig Aufträge zu, die wir selbst nicht bedienen können. Klar ist dann immer, der Kunde gehört weiterhin dem ursprünglich angefragten. Und die Kunden wissen das sehr zu schätzen, weil sie sich auf meine Empfehlungen verlassen können, selbst weniger Arbeit haben und sich weiterhin gut von mir betreut fühlen.

Die Bedeutung von Zweisprachigkeit im internationalen Event-Markt

Du moderierst sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Wie wichtig ist diese Zweisprachigkeit, um im heutigen, oft sehr internationalen Startup- und Tech-Ökosystem als Moderator wettbewerbsfähig zu bleiben?

Das ist sehr wichtig. Immer mehr Events haben zumindest englischsprachige Teile, wenn sie nicht komplett auf Englisch ablaufen. Beim Startupland z.B. sind wir beim 1. Event auf Deutsch und Englisch gestartet und machen es jetzt 100% Englisch. Und das ist generell übertragbar auf Messen und Events mit internationalem Fachpublikum. Ich bin sehr froh, dass ich mich auf Englisch schon immer sehr wohl gefühlt habe und schon 20 Jahre Berufsleben u.a. auf Englisch hinter mir habe. Das spielt mir jetzt in die Karten.

Zwischen Kunden-Feedback, Atmosphäre und dem Wunsch nach Wiederholung

Wenn der Applaus nach einer großen Messe verflogen ist – was ist für dich persönlich der nachhaltigste Erfolg deines Business? Was treibt dich an?

Wenn ich im Anschluss angesprochen werde und mir für die professionelle und trotzdem lockere Moderation gedankt wird, weiß ich, warum ich das liebe, was ich tue. Und das gilt sowohl für Feedback der Veranstalter, der Bühnengäste und auch des Publikums. Viel hängt auch von meinem eigenen Gefühl ab: wenn ich merke, es ist gute Stimmung, die Leute kommen ins Gespräch miteinandern und folgen auch dem Content, dann gibt mir das ein gutes Gefühl und die Gewissheit, dass es gut gelaufen ist. Und natürlich, wenn mich die Kund:innen im Anschluss fragen, ob ich mir schon den Termin für den nächsten Event blocken könnte.

Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools

Sichtbarkeit durch Insights und der Aufbau von digitaler Reputation

Du bespielst LinkedIn als Business-Netzwerk. Wie sieht deine Content-Strategie dort aus, um Event-Verantwortliche und HR-Direktoren (wie deine Referenzen von PENNY oder der Deutschen Messe) von deiner Expertise zu überzeugen?

Zunächst einmal zeige ich, wo ich gebucht werde – ich möchte meine Referenzen zeigen. Und da ich Events so sehr dafür liebe, dass man immer etwas dazu lernt, schreibe ich bewusst über meine Erfahrungen und Learnings dabei. Ich denke, das bringt auch meinen Leser:innen einen Mehrwert. Daneben betone ich die starke Netzwerkwirkung von Events und wie ich dazu beitrage. Viel strategischer wird es auch gar nicht, oft kommen mir ganz spontan Ideen, die ich dann raushaue. Mir geht es darum, meine Moderationspersönlichkeit zu zeigen und Reputation aufzubauen. Das überzeugt Eventverantwortliche am meisten. Allerdings mache ich auch gerade ein Sales-Coaching – vielleicht bin ich auch auf dem Holzweg 😉

Social Proof im Netz als digitaler Vertrauensanker

Auf deiner Seite nutzt du starke Kundenzitate. Wie wichtig sind Online-Referenzen, Google-Bewertungen und Video-Snippets von deinen Auftritten für das Vertrauen digitaler Neukunden, die dich noch nie live auf einer Bühne gesehen haben?

Meine Referenzen und Testimonials sind sehr wichtig. Interessenten erkennen daran, dass Kunden – ggf. aus der Branche oder mit ähnlicher Größe – mit mir zufrieden waren, das erweckt Vertrauen. Und Vertrauen ist in meinem Business das Wichtigste. Wer mich live auf der Bühne sieht, erkennt meinen Mehrwert für einen Event, weil er ihn hautnah erlebt. Bühne zieht Bühne, das ist ein Hauptvertriebskanal, der zweite sind direkte Empfehlungen von denjenigen, die mich erlebt haben. Und diese Empfehlungen betone ich online natürlich auch, um gefunden und angesprochen zu werden.

Felix Hettig Speaker auf Bühne
Foto: Tim Goger

Persönliche Fragen an die Gründer

Zeitmanagement, Flexibilität und die Balance zwischen Bühne und Coaching

Als Co-Trainer an der Deutschen Moderatorenakademie gibst du dein Wissen auch weiter. Wie balancierst du deine Zeit zwischen eigenen Moderations-Aufträgen, der Vorbereitung und dem Coaching-Business?

Ich bin es gewohnt, meinen Arbeitsalltag abseits der eigentlichen Moderationstätigkeit gut zu planen und zu strukturieren. Mein Terminmanagement ist essentiell, mein Zeitmanagement ebenfalls. Ich bin zudem zweifacher Familienvater und kann mir meine Zeit mit den Kindern einteilen, solange sie noch Lust auf mich haben. Zu dieser Flexibilität gehört dann natürlich auch, dass ich nicht 9-to-5 arbeite, sondern gerne auch abends, am Wochenende, an Feiertagen etc. noch einmal arbeite, wenn ich die Energie habe.

Rituale vor dem Auftritt: Wie Musik und Mindset für die richtige Energie sorgen

Auch nach über 10 Jahren auf der Bühne gibt es Momente des Drucks – besonders vor Hunderten von Menschen. Welche mentalen Routinen nutzt du persönlich, um vor einem wichtigen Auftritt voll in deine Energie zu kommen?

Ich versuche immer, die Veranstalter ein Video oder wenigstens Musik zum Start und Jingles für zwischendurch einspielen zu lassen. Musik gibt mir Energie, Selbstvertrauen und schafft auch für das Publikum eine gute Atmosphäre. Dann mache ich ein paar Lockerungsübungen, wenigstens fürs Gesicht, das fährt mich runter. Und dann reicht meistens die innere Begeisterung, die ich mitbringe – und ein Lächeln auf den Lippen.

Authentisch, aber mit klaren Grenzen: Wo das Private aufhört und das Persönliche beginnt

Du nutzt auch Instagram, um Einblicke hinter die Kulissen zu geben. Wo ziehst du für dich die klare Grenze zwischen dem professionellen Moderator Felix Hettig und deinem privaten Ich?

In allen Beiträgen schwingt meine Moderationspersönlichkeit mit. Aber ich trete natürlich in 1. Linie als Moderator auf. Ich teile auf Social Media nicht mehr Privates, als ich nicht eh auf der Bühne tun würde. Da zeige ich mich auch als Mensch, mit meinen eigenen Erfahrungen, meinem persönlichen Bezug zum Thema oder der Zielgruppe. Persönliche Anekdoten setze ich gerne dafür ein. Aber Fotos meiner Familie werdet ihr nie dort finden.

Netzwerk, Ausbildung und Selbstreflexion: Drei Säulen für den Start

Wenn heute jemand mit dem Gedanken spielt, sich im Bereich Sprechen, Moderation oder Coaching selbstständig zu machen – welchen entscheidenden unternehmerischen Rat würdest du dieser Person mit auf den Weg geben?

1. Sprich darüber mit so vielen Menschen wie möglich und hole dir Feedback, 2. konfrontiere sich mit dir selbst (z.B. über eine Ausbildung bei der Deutschen Moderatorenakademie…), und 3.: bau dir ein Netzwerk auf (z.B. über eine Ausbildung bei der Deutschen Moderatorenakademie) 😉

Schnellfragen zur Gründerpersönlichkeit 

Bist du auch abseits der Bühne im privaten Kreis meistens derjenige, der die Gespräche moderiert und die Fragen stellt?

Privat nehme ich gerne unterschiedliche Rollen ein und bin auch mal den gesamten Abend ruhig. Meine Frau hat mich schon einmal ermahnt, ich säße nicht als Moderator am Küchentisch - seitdem bin ich vorsichtiger…man kann Berufliches auch mal privat üben, muss aber sehr sensibel vorgehen ;-)

Würdest du dich selbst als Perfektionisten bezeichnen, dem eine spontane Improvisation trotzdem lieber ist als ein starr geschriebenes Skript?

Ich würde mich gar nicht als Perfektionisten bezeichnen. Aber ich bereite mich natürlich gründlich vor, hinterfrage oft bis ins kleinste Detail die Abläufe, z.B. bei einer Preisverleihung: wer steht wann mit wem auf der Bühne, wer überreicht was, warum ist das so geplant etc. Eine Kundin bestätigte mir, ich sei der best vorbereitete Moderator, den sie kennt, das war ein großes Kompliment. Und die sehr gute Vorbereitung ermöglicht mir die Freiheit, auf der Bühne selbst die Situation zu erfassen und zu improvisieren - was mir am meisten Spaß macht, ja! Ich genieße es oft, dass etwas nicht nach Plan läuft, sogar vermeintlich schief geht - das lockert oft ungemein auf, wenn man mit Humor darauf reagiert. Das Publikum will auch keine Perfektion, sondern eher Unterhaltung und Verbindung.

Hast du schon einmal ein finanziell sehr lukratives Event abgesagt, weil du dich mit den Werten des veranstaltenden Unternehmens überhaupt nicht identifizieren konntest?

Ich habe diese Bredouille bisher Gott sei Dank nicht erlebt. Ich habe noch gar keinen Event - außer aus Zeitgründen - abgesagt. Ich konnte mich aber bisher auch immer gut mit den Veranstaltern und Themen identifizieren.

Glaubst du, dass man das Talent zum Moderieren und die damit verbundene Kamerapräsenz zu 100 % erlernen kann, auch ohne natürliches Charisma?

Nun,als Co-Trainer an der Deutschen Moderatorenakademie lautet meine Antwort natürlich; ja, man kann das alles lernen ;-) Scherz beiseite: es gibt so viele unterschiedliche Formate, für die so unterschiedliche Persönlichkeiten gesucht werden, man braucht keine Kamerapräsenz für alle, man muss auch keine Rampensau sein. Ich hörte mal von einem sehr erfolgreichen Live-Moderator, der sagte, er sei deshalb so gut, weil er eigentlich ein Drinnie und introvertiert ist. Er habe dadurch die nötige Empathie, um in der Bühnensituation sehr gut auf seine Gäste und das Publikum eingehen zu können. Ich denke, man sollte schon Lust haben, auf einer Bühne zu stehen und keine Angst vor den Menschen, die einen dann alle gleichzeitig anschauen. Das habe ich aber auch vor 20 Jahren noch nicht gehabt. Von daher gehe ich eher nach meiner Erfahrung, dass man (fast) alles noch lernen kann, ja.

Feierst du den erfolgreichen Abschluss eines großen Events bewusst für dich, anstatt im Kopf schon das nächste Skript zu schreiben?

Ja, am Abend selbst, auf der Rückfahrt, wenn ich darüber auf LinkedIn schreibe, mir die Fotos und/oder Videos anschaue, die gute Atmosphäre sich darin widerspiegelt und auch in den Feedbackgesprächen mit meinen Kunden - in all diesen Momenten feiere ich den Erfolg und freue mich. Das ist auch wichtig. Manchmal bin ich am Tag danach auch traurig, weil der Moment vorbei ist. Ich bereite mich gerne auf den nächsten Event vor - aber das Highlight meiner Arbeit ist natürlich immer der Tag selbst.

Moderation Felix Hettig
Foto: Milton Arias Schools

Schnellfragen zum Online Marketing und SEO

Ist deine eigene Website für dich das wichtigste Werkzeug zur Kundengewinnung, noch vor persönlichen Empfehlungen?

Persönliche Empfehlungen sind für mich das wichtigste, man muss mich erleben, um zu sehen, ob ich zum Event, zum Veranstalter, zum Produkt, der Zielgruppe passe. Meine Website ist aber eine wichtige Visitenkarte - bevor die nicht online war, hatte ich nicht das Gefühl, dass es mich wirklich gibt. Und sie zieht natürlich auch mittlerweile Kunden.

Glaubst du, dass eine starke persönliche Brand (Personal Branding) für Dienstleister heute wichtiger ist als das Logo oder der Firmenname selbst?

Für meine Branche kann ich das zu 100% bestätigen. Ich würde sogar sagen, dass meine Persönlichkeit am wichtigsten ist - und das die in meinem gesamten Auftritt, meinen Moderationen und auch online und auf Social Media rüberkommen muss. Und welches Design ich verwende, muss dazu passen, ist aber nicht das ausschlaggebendste.

Analysierst du regelmäßig (mindestens einmal im Monat) die Klickzahlen und Suchbegriffe, über die Menschen auf deine Website gelangen?

Ich muss zugeben, ich kann generell beim gesamten Thema Webseitenoptimierung, Tracking und SEO noch viel besser werden. Ich vereinbare regelmäßig einen Termin mit dem Google Ads Team, um zu schauen, was läuft und was nicht. Aber da habe ich noch Optimierungspotenzial.

Setzt du beim Texten deiner Website-Inhalte oder Postings auf die Unterstützung von KI-Tools wie ChatGPT?

Ich poste tatsächlich bewusst ohne den Einsatz von KI. Der Umgang mit Sprache ist mein Kerngeschäft, mein Handwerkszeug, das ich jederzeit spontan, improvisiert und auf den Punkt verwenden können muss. Ich will mich bewusst dazu zwingen, dies täglich zu üben. Ich verwende KI z.B. für Backofficetätigkeiten, Konzepte und Recherche. Aber meine Posts sollen 100% mich selbst zeigen.

Felix Hettig: Wo professionelle Vorbereitung auf echte Spontaneität trifft

Das Interview hat uns einen faszinierenden Einblick gegeben, wie viel strategisches Denken und Leidenschaft in der Arbeit eines modernen Moderators stecken. Von der Herausforderung, sich selbst als Dienstleistung zu vermarkten, bis hin zum Aufbau eines verlässlichen Netzwerks zur Skalierung – die Geschichte von Felix Hettig beweist eindrucksvoll, dass echter Erfolg auf der Bühne durch Empathie, harte Vorbereitung und Authentizität entsteht.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Felix für seine Offenheit, die ehrlichen Einblicke in seinen Arbeitsalltag und die spannenden Antworten auf unsere Fragen. Seine Reise zeigt, dass eine starke Personenmarke und das Vertrauen der Kundinnen und Kunden das Fundament für ein florierendes Business sind.

Gründer und Moderator Felix Hettig
Moderator Felix Hettig – Foto: Stephen Petrat

KONTAKT:

felix-hettig.de

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