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green.in.pieces im Interview: Wie Daniel Klimke nachhaltige Herrenmode kuriert – und warum er nur verkauft, was er selbst trägt

Vom Problem zur Geschäftsidee: Daniel Klimke gründete green.in.pieces aus Frust über Fast Fashion und Greenwashing. Heute kuratiert er nachhaltige Herrenmode nach klaren Kriterien wie Bio, Fair und Vegan – und setzt konsequent auf Transparenz statt Marketingversprechen. Im Interview spricht er über den Aufbau seines Shops, SEO als Wachstumstreiber und warum Vertrauen im E-Commerce entscheidend ist.

green.in.pieces im Interview: Wie Daniel Klimke nachhaltige Herrenmode kuriert – und warum er nur verkauft, was er selbst trägt
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Viele Shops behaupten Nachhaltigkeit. green.in.pieces macht sie nachprüfbar. Daniel Klimke hat seinen Onlineshop für Bio-Herrenmode nach drei einfachen Kriterien aufgebaut: bio, fair, vegan. Kein Eigensiegel, keine vagen Versprechen – stattdessen konsequent unabhängige Zertifizierungen wie GOTS auf jeder Produktseite. Was ihn von klassischen Nachhaltigkeitsshops unterscheidet: Er verkauft nur, was er selbst trägt und wirklich überzeugt.

Für unsere Gründerstory hat Daniel unsere Fragen beantwortet und spricht offen über seinen Weg von der Festanstellung zum Gründer, über die Tücken des Nachhaltigkeitsmarkts und darüber, warum SEO für ihn das einzige Marketinginstrument ist, das langfristig Sinn ergibt.

green.in.pieces Logo

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview

Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?

Ich bin Daniel, Gründer von green.in.pieces. In meinem Onlineshop bin ich als Händler unterwegs und biete nachhaltige Herrenmode von ausgewählten deutschen und europäischen Marken an. Mit klarem Fokus auf Bio-Materialien, faire Produktion und vegane Produkte.

Mein Slogan bringt es auf den Punkt: „Organic as f*ck. Schluss mit Bullshit.“

Die Idee ist aus einem ganz persönlichen Problem entstanden: Ich habe selbst keine Kleidung gefunden, die sich gut anfühlt, gut aussieht und bei der ich ein gutes Gefühl habe, sie jeden Tag auf der Haut zu tragen.

Heute kuratiere ich genau diese Produkte: Bio-Mode, die angenehm zu tragen ist, langlebig ist und bei der du nicht ständig hinterfragen musst, was eigentlich drinsteckt.

Meine Zielgruppe sind Männer, die keinen Bock auf Greenwashing haben, sondern einfach gute Kleidung wollen.

Was mich unterscheidet: In den Shop kommt nur, was ich selbst trage. Klar gefiltert nach bio, fair und vegan. Weniger Auswahl, dafür maximale Klarheit.

Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung

In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.

Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.

Vom persönlichen Anliegen zur klaren Vision

Viele Startups entstehen aus einem persönlichen Bedarf heraus – kannst du uns detailliert mitnehmen in die Phase vor der Gründung: Was genau hat dich an der Modebranche bzw. an Fast Fashion so gestört, dass daraus letztlich eine Geschäftsidee wurde?

Ich habe selbst keine passende Kleidung gefunden.

Entweder sahen die Pieces gut aus, waren aber nicht nachhaltig. Oder nachhaltig, aber nicht wirklich tragbar im Alltag. Dazu kam die Unsicherheit, was eigentlich in den Materialien steckt.

Ich wollte Kleidung, die sich gut auf der Haut anfühlt, ohne Schadstoffe, und die ich einfach gerne trage. Genau daraus ist die Idee entstanden.

Davor habe ich 17 Jahre im Personalbereich verschiedener Unternehmen gearbeitet – in kleinen und großen Firmen und in unterschiedlichen Positionen. Eine lange und extrem lehrreiche Zeit. Trotzdem wurde eine Frage über die Jahre immer lauter: „Willst du diesen Job wirklich bis zur Rente machen?“

Dann kam Corona und ich habe mich entschieden, etwas Eigenes aufzubauen.

Die Idee für green.in.pieces entstand auch aus einem ganz simplen Frustmoment heraus: Jedes Frühjahr brauchte ich neue T-Shirts – und jedes Jahr begann dieselbe nervige Suche. Vor Ort wie online gab es entweder Fast Fashion oder nachhaltige Mode, die mich optisch oder qualitativ nicht überzeugt hat. Gerade im Herrenbereich war die Auswahl oft enttäuschend klein.

Als Familienvater kam zusätzlich immer stärker das Gefühl dazu, Verantwortung zu übernehmen und bewusster zu konsumieren. Nicht perfekt, sondern Schritt für Schritt.

Heute biete ich mit green.in.pieces genau die Kleidung an, die ich damals selbst gesucht habe: bio, fair, vegan und alltagstauglich. Mein Grundsatz dabei: weniger, aber besser kaufen.

Nachhaltige Mode einfach und transparent gemacht

Der Markt für nachhaltige Mode wächst, ist aber gleichzeitig unübersichtlich und teilweise von Greenwashing geprägt. Welche strukturellen Probleme hast du in der Branche erkannt und wie adressiert ihr diese konkret mit eurem Konzept?

Die Branche ist voll mit unklaren Begriffen und Greenwashing.

Ich habe deshalb drei klare Kriterien definiert: bio, fair und vegan. Das nimmt Komplexität raus und macht die Entscheidung für Kunden deutlich einfacher.

Gerade beim Thema Nachhaltigkeit wird in der Modebranche viel mit Begriffen gearbeitet, die am Ende kaum Aussagekraft haben. Große Marken wie H&M labeln sich beispielsweise gerne als nachhaltig, obwohl in manchen Produkten nur ein kleiner Anteil Bio-Baumwolle steckt. Viele Kunden schauen da verständlicherweise nicht bis ins Detail.

Dazu kommt, dass große Fashion-Shops oft eigene Nachhaltigkeitslabels erfinden und prominent vermarkten. Für Kunden ist aber häufig völlig unklar, was tatsächlich hinter diesen Siegeln steckt und welche Standards überhaupt geprüft werden.

Deshalb setze ich bewusst auf unabhängige und international anerkannte Zertifizierungen wie GOTS. Die von mir angebotenen Brands müssen klare Standards erfüllen, damit Kunden nicht selbst Detektiv spielen müssen.

Nachhaltige Herrenmode mit authentischem Fokus

Ihr fokussiert euch stark auf nachhaltige Herrenmode – ein Bereich, der oft weniger im Fokus steht als Damenmode. War das eine bewusste strategische Entscheidung oder hat sich dieser Fokus organisch entwickelt? Und wo siehst du hier ungenutztes Potenzial?

Ich kenne mich einfach besser mit Männern aus – Frauenkleidung trage ich eher selten.

Ich nehme nur Kleidung in den Shop auf, die ich selbst trage und wirklich gut finde. Genau das war von Anfang an mein Ansatz.

Vor der Gründung habe ich selbst viel Kleidung von Knowledge Cotton Apparel getragen. Die Marke verwendet zu 100 % GOTS-zertifizierte Baumwolle und hat mir gezeigt, dass nachhaltige Kleidung nicht nur „okay“, sondern wirklich hochwertig, bequem und alltagstauglich sein kann.

Dadurch wusste ich relativ schnell, welche Schnitte, Materialien und Qualitäten wirklich funktionieren. Nach diesem Prinzip habe ich Schritt für Schritt weitere Marken in den Shop aufgenommen.

Dieser Ansatz funktioniert bei Herrenmode natürlich deutlich besser als bei Damenmode – einfach weil ich die Produkte selbst trage, teste und im Alltag bewerte.

Fun Fact: Rund die Hälfte meiner Kundschaft ist trotzdem weiblich. Entweder funktionieren gute Basics einfach für alle – oder nicht alle Männer kaufen ihre Kleidung selbst.

Transparenz als Grundlage für Vertrauen

Vertrauen ist im Nachhaltigkeitsbereich ein zentrales Thema. Wie schafft ihr es, Glaubwürdigkeit aufzubauen und euch klar von Anbietern abzugrenzen, die Nachhaltigkeit eher als Marketinginstrument nutzen?

Alle relevanten Siegel wie GOTS, Fair Wear Foundation, PETA-Approved Vegan oder Fairtrade Cotton sind auf jeder Produktseite konsequent und transparent aufgeführt.

So weiß jeder genau, was er kauft. Ganz ohne Rätselraten.

Von Kunden bekomme ich oft das Feedback, dass sie sich im Shop gut zurechtfinden und sich deutlich besser informiert fühlen als bei vielen anderen Fashion-Shops. Das liegt auch daran, dass ich umfangreiche Ratgeberseiten rund um nachhaltige Kleidung aufgebaut habe. Dort erkläre ich unter anderem die verschiedenen Siegel, Materialien und Unterschiede verständlich und ohne Marketing-Blabla.

Mir war wichtig, dass Kunden nicht einfach nur Produkte sehen, sondern auch verstehen können, warum bestimmte Standards wirklich relevant sind.

green.in.pieces Sticker mit Slogan

Sorgfältige Auswahl statt bloßer Trends

Nimm uns einmal konkret mit hinter die Kulissen: Wie läuft der Prozess ab, wenn ihr neue Marken oder Produkte auswählt? Welche Kriterien, Zertifizierungen oder Prüfmechanismen spielen dabei eine Rolle?

Man kennt sich in der Branche und weiß mit der Zeit, welche Brands wirklich sauber arbeiten und welche eher gutes Marketing machen.

Dazu kommen klare Kriterien und persönliche Tests. Nur was mich wirklich überzeugt, kommt in den Shop.

Außerdem fahre ich regelmäßig auf Messen wie die INNATEX in der Nähe von Frankfurt oder die Neonyt in Berlin, um mir selbst ein Bild von den Marken, Materialien und den Menschen dahinter zu machen.

Für Ordertermine fahre ich auch gerne direkt in die Showrooms der Brands. Bei MELAWEAR in Kassel zum Beispiel bekommt man schnell ein Gefühl dafür, wie ernst das Thema Nachhaltigkeit wirklich genommen wird.

Mir ist wichtig, nicht einfach nur Produkte einzukaufen, sondern langfristige Partnerschaften mit Marken aufzubauen, hinter denen ich wirklich stehen kann.

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im Einklang

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit stehen oft im Spannungsfeld. Wie gelingt es euch, ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell aufzubauen, ohne eure Werte zu verwässern?

Ich sehe da keinen echten Widerspruch.

Wenn sich ein Produkt gut anfühlt, länger hält und überzeugt, kommt der wirtschaftliche Erfolg langfristig von selbst.

Nachhaltigkeit verkauft sich am Ende auch über den Geldbeutel. Eigentlich ist es ein ziemlicher No-Brainer.

Bio-Baumwolle ist im Vergleich zu konventioneller Baumwolle oft die hochwertigere und robustere Faser. Dadurch hält die Kleidung länger und Kunden haben deutlich länger etwas davon. Gerade bei Basics wie T-Shirts merkt man das relativ schnell.

Dazu kommt: Beim Anbau von Bio-Baumwolle werden deutlich weniger Chemikalien und Pestizide eingesetzt. Das ist besser für die Menschen, die auf den Feldern arbeiten, angenehmer für die Haut der Kunden und schont gleichzeitig Tiere und Umwelt.

Am Ende profitieren also alle Beteiligten davon – und genau deshalb glaube ich, dass Nachhaltigkeit langfristig kein Nischenthema mehr sein wird.

Die größte Herausforderung: Sichtbarkeit und Vertrauen aufbauen

Welche Herausforderungen gab es beim Aufbau eures Onlineshops – sowohl technisch als auch im Hinblick auf Logistik, Lieferketten und Markenpartnerschaften?

Die größte Herausforderung ist nicht der Shop selbst, sondern Traffic und Kunden zu gewinnen.

Sichtbarkeit aufzubauen und Vertrauen zu schaffen, ist die eigentliche Arbeit.

Am Anfang habe ich verschiedene Traffic-Kanäle ausprobiert und relativ schnell gemerkt, dass SEO am besten zu mir und meinem Business passt. SEO hat mir nicht nur geholfen, Besucher zu gewinnen, sondern auch mein gesamtes Business, den Onlineshop und den Funnel sauber zu strukturieren.

Um mir das nötige Wissen anzueignen, habe ich unzählige Videos auf YouTube geschaut und mich komplett selbst eingearbeitet. An die Videos von Alexander Rus von Evergreen Media kann ich mich bis heute gut erinnern. Die haben mir gerade am Anfang extrem geholfen und sind aus meiner Sicht bis heute eine klare Empfehlung für alle, die SEO wirklich verstehen wollen.

Durch schwierige Anfänge zum nachhaltigen Wachstum

Gab es einen Moment in eurer bisherigen Reise, an dem du ernsthaft gezweifelt hast? Wie bist du damit umgegangen und was hat dir geholfen, weiterzumachen?

Am Anfang läuft es zäh.

Kaum Traffic, kaum Verkäufe. Gerade am Anfang fragt man sich natürlich schon öfter, ob das Ganze wirklich funktionieren kann.

Irgendwann wird es aber besser: Die ersten Stammkunden kommen, bestellen wieder und empfehlen einen weiter. Genau da beginnt das Ganze langsam zu skalieren.

Deshalb habe ich relativ früh auf Newsletter-Marketing gesetzt, um bestehende Kunden besser zu erreichen und langfristig aufzubauen. Gerade im nachhaltigen Bereich funktioniert das sehr gut, weil viele Kunden bewusst einkaufen und sich stärker mit Marken identifizieren als im klassischen Fast-Fashion-Bereich.

Bewusster Konsum zwischen Qualität und Preisbewusstsein

Wie hat sich das Verhalten eurer Zielgruppe in den letzten Jahren verändert? Beobachtest du ein echtes Umdenken hin zu nachhaltigem Konsum oder ist das Interesse noch stark preisgetrieben?

Gerade vor dem Hintergrund von Inflation und globalen Krisen merkt man, dass viele bewusster entscheiden.

Preis spielt natürlich weiterhin eine Rolle – aber das Interesse an besseren und langlebigeren Produkten wächst spürbar.

Ich versuche dabei bewusst auch Menschen außerhalb der klassischen Öko-Bubble zu erreichen. Denn Bio-Kleidung ist am Ende kein Nischenthema, sondern betrifft eigentlich jeden.

Wer möchte schon unnötige Chemie auf der Haut tragen, die am Ende auch in den Körper gelangt? Genau darüber machen sich heute deutlich mehr Menschen Gedanken als noch vor ein paar Jahren.

Dass mir dieser Ansatz zumindest teilweise gelingt, sieht man vielleicht auch daran, dass ungefähr die Hälfte meiner Kundschaft weiblich ist – obwohl der Shop ursprünglich klar auf Herrenmode ausgerichtet war.

Die Vision: Größte Plattform für Bio-Herrenmode in Deutschland

Wenn du drei Jahre in die Zukunft blickst: Wo steht green.in.pieces dann idealerweise – eher als kuratierter Marktplatz, als starke eigene Marke oder vielleicht ganz anders?

Mein Ziel ist klar: der größte Onlineshop in Deutschland für Bio-Mode für Herren zu werden.

Noch gibt es einige größere Shops vor mir – aber ich gebe mein Bestes.

Da ich bewusst stärker auf SEO als auf klassische SEA-Kampagnen setze, dauert der Aufbau wahrscheinlich etwas länger. Dafür entsteht das Wachstum nachhaltiger und unabhängiger.

Ich finde es spannender, langfristig Sichtbarkeit über guten Content, Vertrauen und organische Reichweite aufzubauen, statt dauerhaft hohe Summen in Werbung zu stecken.

Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools

SEO als Wachstumstreiber im nachhaltigen E-Commerce

Nachhaltige Mode ist ein stark umkämpftes Suchfeld. Wie habt ihr eure SEO-Strategie aufgebaut und auf welche Themen oder Keywords konzentriert ihr euch besonders?

Ich hatte am Anfang keine Ahnung von Online-Marketing, E-Commerce oder SEO.

Durch den Shop habe ich meine Leidenschaft für SEO entdeckt – und mache bis heute alles selbst.

Der Fokus liegt auf Money Keywords rund um Kategorien und Produkte, kombiniert mit Themensilos und interner Verlinkung. Dadurch versuche ich, Google möglichst klar zu zeigen, welche Themen auf meiner Seite relevant sind und wie die Inhalte zusammenhängen.

Darüber hinaus habe ich einen Blog rund um Bio-Kleidung sowie einen umfangreichen Ratgeberbereich aufgebaut, um auch Top-of-the-Funnel-Themen abzudecken. Dort beantworte ich Fragen zu Materialien, Siegeln, Passformen oder den Unterschieden zwischen Bio- und konventioneller Baumwolle.

Das hilft nicht nur beim SEO, sondern schafft gleichzeitig Vertrauen bei Kunden, die sich erstmal grundlegend informieren möchten.

Daniel im Lager von green.in.pieces

Content, der informiert und Vertrauen schafft

Content spielt bei erklärungsbedürftigen Produkten eine große Rolle. Wie schafft ihr es, Inhalte zu produzieren, die nicht nur informieren, sondern auch Vertrauen aufbauen und letztlich zur Conversion beitragen?

Content muss echten Nutzen liefern.

Ich stelle den Mehrwert für den Kunden in den Vordergrund und biete gleichzeitig eine fundierte Beratung, damit Entscheidungen leichter fallen.

Gerade bei nachhaltiger Kleidung wollen viele Menschen verstehen, warum ein Produkt besser ist und worin konkret der Unterschied liegt. Deshalb versuche ich, Inhalte möglichst verständlich und praxisnah aufzubereiten – ohne unnötiges Fachchinesisch.

Zusätzlich habe ich verschiedene Trust-Elemente in den Shop integriert, um die Conversion zu verbessern. Dazu gehören zum Beispiel Pay-Icons, echte Google-Bewertungen direkt auf den Produktseiten und klar herausgearbeitete Vorteile für den Käufer in übersichtlichen Bullet Points.

Viele Kunden entscheiden heute innerhalb weniger Sekunden, ob ein Shop vertrauenswürdig wirkt oder nicht. Deshalb versuche ich, Informationen, Vertrauen und Nutzen möglichst schnell sichtbar zu machen.


Storytelling zwischen LinkedIn und Suchmaschinen

Welche Rolle spielen Storytelling und Transparenz in eurem Marketing – gerade im Vergleich zu klassischen Fashion-Brands, die oft stärker auf Emotionen und Trends setzen?

Storytelling läuft bei mir stark über LinkedIn.

Der Content wird anschließend so aufbereitet, dass er auch in den SERPs funktioniert und langfristig organische Reichweite aufbauen kann.

Zusätzlich habe ich auf LinkedIn einen Newsletter mit inzwischen fast 2.000 Abonnenten aufgebaut. Was viele gar nicht wissen: LinkedIn-Newsletter lassen sich mit Meta Title und Meta Description optimieren, sodass sie auch in den Suchergebnissen zu bestimmten Keywords oder Themen erscheinen können.

Dadurch kann man sich die hohe Domain-Autorität von LinkedIn gezielt zunutze machen und Inhalte deutlich schneller sichtbar machen, als es auf einer neuen Website oft möglich wäre.

Gerade für kleinere Brands oder Startups finde ich das extrem spannend, weil man so Reichweite, Personal Branding und SEO miteinander verbinden kann.

Datengetriebenes Arbeiten mit SEO- und KI-Tools

Welche Tools nutzt ihr konkret für SEO, Performance Marketing und Nutzeranalyse – und wie stark sind datengetriebene Entscheidungen bei euch im Alltag verankert?

Ich arbeite mit Ahrefs, der Google Search Console und intensiv mit ChatGPT.

Gerade für Content, Struktur und Ideen ist ChatGPT für mich ein extrem starkes Tool, das im Alltag viel Zeit spart und gleichzeitig die Qualität verbessert.

Spannend wird es vor allem in Kombination mit echten SEO-Daten. Man kann ChatGPT beispielsweise sehr gut mit Daten aus Ahrefs füttern und daraus Analysen erstellen lassen, um etwa interne Verlinkungen zu optimieren, Content-Strukturen aufzubauen oder Keyword-Cluster sauber zu planen.

Dadurch lassen sich viele Aufgaben deutlich effizienter umsetzen, die früher extrem viel Zeit gekostet hätten.

Learning aus Marketing-Tests: Fokus auf nachhaltiges Wachstum

Wenn du auf eure bisherigen Marketingmaßnahmen zurückblickst: Welche Kanäle oder Strategien haben euch wirklich Wachstum gebracht – und wo habt ihr vielleicht auch bewusst Geld oder Zeit „verbrannt“?

In Google Ads habe ich definitiv Geld verbrannt.

Mein klarer Fokus liegt heute und in Zukunft auf SEO – auch wegen der besseren Margenstruktur. Für mich ist das ein absoluter No-Brainer.

E-Commerce und SEO sind aus meiner Sicht ein Long Game. Ergebnisse kommen oft langsamer, dafür wirkt das Ganze langfristig deutlich nachhaltiger.

Ab einem gewissen Punkt kommt konstant organischer Traffic in den Shop, ohne dass man permanent immer höhere Werbebudgets nachschießen muss. Genau das finde ich spannend.

Mir ist nachhaltiges Wachstum wichtiger als schneller kurzfristiger „Erfolg“.

Persönliche Fragen an den Gründer

Arbeiten außerhalb der Komfortzone durch Überzeugung

Gründen bedeutet oft, sich permanent außerhalb der eigenen Komfortzone zu bewegen. In welchen Situationen hast du dich persönlich am meisten herausgefordert gefühlt?

Das Konzept spielt für mich ehrlich gesagt keine große Rolle.

Ich mache das, wovon ich überzeugt bin und was mir Spaß macht.

Den Begriff „Komfortzone“ empfinde ich mittlerweile fast schon als Buzzword – ähnlich wie viele andere Begriffe, die ständig durch Social Media getragen werden. Oft habe ich das Gefühl, dass Menschen irgendwelchen Trends oder Erwartungen hinterherlaufen, statt sich wirklich auf ihre eigenen Stärken und Interessen zu konzentrieren.

Mein Ansatz war immer eher: Mach das, was du selbst für richtig hältst – und nicht das, was andere von dir erwarten.

Am Ende verbringt man unglaublich viel Lebenszeit mit Arbeit. Dann sollte man zumindest versuchen, etwas zu machen, hinter dem man wirklich steht.

Die wichtigste Entwicklung: Disziplin im Gründeralltag

Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften hast du im Laufe der Gründung neu entwickeln müssen, die du vorher unterschätzt hast?

Disziplin ist für mich die höchste Form der Selbstliebe.

Ich habe in meinem bisherigen Leben immer wieder festgestellt, dass man an Themen kontinuierlich arbeiten muss, um wirklich erfolgreich zu werden. Die wenigsten Dinge passieren über Nacht.

Ich bin ein großer Freund der sogenannten 1%-Methode: Jeden Tag ein kleines Stück besser werden. Das klingt erstmal unspektakulär, entwickelt aber über längere Zeit einen enormen Effekt.

Der Compound-Effekt ist aus meiner Sicht eines der mächtigsten Prinzipien überhaupt – egal ob im Sport, im Business oder beim SEO. Kleine kontinuierliche Verbesserungen summieren sich irgendwann zu Ergebnissen, die von außen oft plötzlich wirken, obwohl sie über Jahre aufgebaut wurden.

green.in.pieces Socken

Verantwortung im nachhaltigen Unternehmertum: Lernen durch Handeln

Wie gehst du mit der Verantwortung um, ein Startup im Nachhaltigkeitsbereich zu führen – also nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich „richtig“ handeln zu wollen?

Der Rest ergibt sich oft unterwegs und wird nachjustiert.

Gleichzeitig ist Verantwortung natürlich etwas sehr Individuelles. Jeder definiert sie für sich selbst immer wieder neu. Und auch bei mir hat sich das im Laufe der Zeit verändert.

Es macht einen Unterschied, ob man nur für sich selbst verantwortlich ist, in einer Beziehung lebt oder eine Familie hat. Dadurch verändern sich automatisch die Perspektiven und Prioritäten.

Gerade als Familienvater denke ich heute deutlich langfristiger und bewusster über viele Themen nach als noch vor einigen Jahren.

Prägende Einflüsse auf meinem Weg

Gibt es Personen, Bücher oder Erfahrungen, die dich auf deinem Weg besonders geprägt haben?

Meine Zeit im HR, meine unternehmerische Reise und natürlich meine Familie haben mich stark geprägt.

Genauso prägt einen aber auch das Umfeld und die technologische Entwicklung einer Zeit.

In meiner Kindheit gab es noch Telefonzellen, die Post hatte praktisch ein Monopol, Handys existierten kaum und vom Internet war man noch weit entfernt. Heute tragen wir mit dem Smartphone mehr Technologie in der Hosentasche als damals ganze Unternehmen hatten.

Wenn man diese Entwicklung bewusst miterlebt hat, verändert das automatisch den Blick auf Veränderung, Fortschritt und auch auf Themen wie Digitalisierung oder KI.

Vielleicht fällt es mir deshalb auch leichter, offen für neue Technologien wie SEO, AI oder ChatGPT zu sein und diese nicht als Bedrohung, sondern eher als Chance zu sehen.

Ausgleich im Gründeralltag zwischen Sport und Fokus

Wie findest du im oft hektischen Startup-Alltag Ausgleich – und gelingt dir das wirklich konsequent?

Früher habe ich lange Tischfußball auf Wettkampfniveau gespielt. Mit meinem Team haben wir immer wieder um den Aufstieg gekämpft. Diese Competition und der Teamgedanke haben unglaublich viel Spaß gemacht.

Heute ist es eher eine Kombination aus Bouldern und Padel-Tennis.

Beim Bouldern kämpft man eher gegen die Route und gegen sich selbst. Das hat fast schon etwas Meditatives, weil man sich extrem auf den Moment konzentrieren muss.

Beim Padel kommt dagegen wieder der Teamsport zum Vorschein – Dynamik, Kommunikation und ein bisschen Wettkampfgefühl.

Bouldern und Padel ist für mich aktuell einfach die perfekte Kombination.

Schnellfragen zur Gründerpersönlichkeit

Triffst du wichtige Entscheidungen eher intuitiv als datenbasiert?

Datengetrieben

Würdest du heute wieder den gleichen Weg gehen und gründen?

Ja

Fällt es dir schwer, Kontrolle abzugeben?

Teilweise

Arbeitest du auch dann weiter, wenn du eigentlich eine Pause bräuchtest?

Ja

Ist Scheitern für dich ein notwendiger Teil von Erfolg?

Ja

Schnellfragen zu Online Marketing & SEO

Ist SEO für euch langfristig wichtiger als bezahlte Werbung?

Ja

Investiert ihr aktiv in Content Marketing als Wachstumstreiber?

Ja

Sind Social Media für euch eher Branding- als Sales-Kanäle?

Ja

Nutzt ihr datengetriebene A/B-Tests zur Optimierung eures Shops?

Ja

Würdet ihr sagen, dass Performance Marketing aktuell unverzichtbar für euch ist?

Nein

green.in.pieces: Nachhaltige Herrenmode mit klarer Haltung

Was green.in.pieces aus Gründersicht interessant macht: Daniel Klimke hat ein erklärungsbedürftiges Produkt in einem Markt voller Greenwashing positioniert, indem er konsequent auf Klarheit statt auf Breite gesetzt hat. Weniger Auswahl, dafür maximale Transparenz. Kein eigenes Siegel, dafür anerkannte Zertifizierungen auf jeder Produktseite. Und ein Wachstumsmodell, das ohne Paid Marketing auskommt und trotzdem funktioniert – weil Vertrauen als Conversion-Faktor in diesem Segment mehr wiegt als jede Anzeige.

Danke an Daniel für das Gespräch und die Bereitschaft, auch über Fehlinvestitionen und langsame Anfänge offen zu sprechen.

Gründer Daniel Klimke von green.in.pieces
Gründer Daniel Klimke von green.in.pieces

KONTAKT:

www.greeninpieces.de

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