Interview Never Stop Wording: Wie Anne Stodick Unternehmerinnen hilft, auf LinkedIn nicht mehr kleiner zu wirken als sie sind
LinkedIn halbherzig bespielen, weil man das Gefühl hat, man muss – und sich dann wundern, warum nichts passiert. Dieses Muster sieht Anne Stodick täglich. Mit Never Stop Wording begleitet sie selbstständige Frauen und Unternehmerinnen dabei, LinkedIn nicht mehr als lästige Pflicht, sondern als wirtschaftlichen Hebel zu nutzen. Ihr Ansatz: keine austauschbaren Posts vom Fließband, sondern strategisches Ghostwriting auf Augenhöhe – mit Bewusstsein, Positionierung und echter Stimme vor dem eigentlichen Content.
Im Interview mit der AFS-Akademie spricht Anne über ihren Wechsel aus 17 Jahren Fashion-Konzern in die Selbstständigkeit, über die häufigsten Fehler beim Personal Branding und darüber, was das aktuelle LinkedIn-Update „360 Brew“ 2026 für Selbstständige bedeutet.

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview
Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?
Ich bin Anne, LinkedIn Ghostwriterin und Content-Strategin für Unternehmerinnen und selbstständige Frauen, die wissen, dass ihre Sichtbarkeit für “morgen” essentiell ist – aber keine Zeit und keine Lust mehr haben, es halbherzig und unkontinuierlich nebenbei zu bespielen.
Meine Klientinnen sind keine Anfängerinnen im Leben. Sie haben Expertise, sie haben Meinung und Werte, sie haben etwas zu sagen.
Was ihnen fehlt, ist nicht der Inhalt oder die Ideen – vielmehr ist es das Bewusstsein, die Struktur und jemanden, die ihre Stimme so auf LinkedIn zeigt, dass sie sich selbst darin wiedererkennen.
Ich arbeite nicht als Dienstleisterin, die einfach Content abliefert. Ich arbeite als strategische Partnerin.
Bedeutet: Sparring auf Augenhöhe, Verbindlichkeit & Priorisierung auf beiden Seiten – und immer Bewusstsein und Verständnis vor Content.
Mein Ziel ist größer als Reichweite und Ruhm: Ich will aktiv dazu beitragen, dass LinkedIn für Frauen ein Ort wird, an dem sie sich zeigen können, ohne sich ständig kleiner zu machen.
Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung
In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.
Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.
Zwischen Leistung und Selbstwert – eine Erkenntnis, die alles verändert hat
Du warst fast 17 Jahre in einem internationalen Fashion-Konzern – davon über 13 Jahre in Führungspositionen. Was hat dich aus dieser Zeit am stärksten geprägt?
Diese Jahre haben mich auf eine Art geprägt, die ich lange nicht benennen konnte. Nach außen hatte ich alles: Karriere, Titel, internationales Umfeld, Perspektive. Ich war die, die funktioniert. Die liefert. Die Verantwortung trägt – für Teams, für Budgets, für Ergebnisse.
Was ich dabei gelernt habe, ist tatsächlich wertvoll: unternehmerisch denken, Menschen führen & motivieren, vorangehen, Druck aushalten, Entscheidungen treffen. Das zahlt heute direkt in meine Arbeit ein. Ich verstehe, wie Unternehmerinnen ticken, weil ich selbst lange genug in dieser Realität gelebt habe.
Aber ich habe in dieser Zeit auch etwas anderes gelernt – nämlich, was passiert, wenn man Leistung mit Anerkennung verwechselt. Wenn man glaubt, nur durch straightes Performen “jemand zu sein”. Und das ist bzw war kein individuelles Problem. Das ist ein klassisches Muster, das ich bei mir selbst und bei vielen Frauen erkenne: Diese Gleichung, dass du wertvoller bist, wenn du mehr tust. Dass der Titel dich definiert. Dass Sicherheit nur existiert, wenn sie von außen kommt. Wenn du einfach durchziehst, egal wie du fühlst…
Diese Erkenntnis war wie ein Brett vor dem Kopf. Aber sie war der Grundstein für alles, was danach passierte..
Der Moment, in dem aus Zweifel Klarheit wurde
Was war der konkrete Moment oder Auslöser, an dem du entschieden hast: „Jetzt gründe ich mein eigenes Content-Business“?
Es gab keinen lauten Knall. Eher ein wachsendes inneres Verlangen, das irgendwann nicht mehr zu ignorieren war.
Den entscheidenden Schub hat mir ein Copywriting-Mentoring gegeben. Was dort passierte, war weniger fachlich als menschlich. Ich habe Geschichten von Frauen gehört, die meiner erschreckend ähnlich waren. Frauen, die gelernt hatten, durch Leistung Anerkennung zu verdienen. Die sich in Strukturen eingerichtet hatten, die ihnen Sicherheit versprachen und dabei vergessen hatten zu fragen, was sie eigentlich wirklich wollen. In den kommenden 30 bis 40 Jahren.
Und dann gab es diesen einen Satz, der sich gesetzt hat wie ein Anker:
Du kannst nicht scheitern, solange du es versuchst, lernst und weitermachst.
In einem Land wie Deutschland – was bedeutet Scheitern denn wirklich? Es ist fast immer ein hartnäckiger Glaubenssatz. Kein reales Risiko und das hat bei mir etwas aufgebrochen.
Die eigentliche Frage war nicht mehr: Was, wenn es nicht klappt? Sondern: Wer bin ich eigentlich, wenn ich nicht mehr den Managerinnentitel habe?
Das war “mein” Moment.
Warum Personal Branding oft falsch gedacht wird
Viele Unternehmen produzieren Inhalte – aber nur wenige erreichen echte Wirkung. Welche grundlegenden Fehler beobachtest du bei der Content-Strategie von Selbstständigen und Unternehmer:innen besonders häufig?
Der größte Fehler ist, Personal Branding bzw. Content als stures To-Do zu behandeln, statt als wirtschaftlichen und strategischen Hebel und fixe Businesssäule.
Viele posten, weil sie das Gefühl haben, sie müssen. Ohne wirklich zu wissen, warum. Ohne Strategie, ohne roten Faden und ohne konkrete Adressat:innen. Und dann wundern sie sich, warum letztlich nichts passiert.
Was ich besonders häufig sehe:
- Kein klares Positioning. Man spricht alle an und erreicht niemanden wirklich. Wer für alle schreibt, schreibt für niemanden.
- Inhalt ohne Meinung und Werte. Tipps, Listen, Ratschläge – aber keine Perspektive. Nichts, womit man sich wirklich identifizieren kann. Content muss (d)eine Handschrift haben.
- Zu viel krampfhafter Perfektionismus, zu wenig Kontinuität. Lieber gar nicht posten als etwas, das nicht makellos ist. Dabei ist Konsistenz immer mächtiger als Perfektion.
- Massives Understatement: Nahezu jede Frau unterschätzt sich. Obwohl sie Expertise haben, die anderen fehlt – aber sie glauben, das sei nicht interessant genug. Das ist kein Bescheidenheitsproblem, sondern logische Folgen des Systems und der Erziehung..

Foto: Max Liebenstein
Warum Personal Branding heute unverzichtbar ist
Warum ist Personal Branding heute ein entscheidender Wettbewerbsvorteil?
Weil Menschen von Menschen kaufen. Nicht von fancy Logos. Nicht von Claims. Sondern von jemandem, dem:der sie vertrauen.
Personal Branding bedeutet nicht Selbstdarstellung. Es ist die Fähigkeit, sichtbar zu machen, wofür du stehst – mit Substanz, mit Meinung und mit Wiedererkennungswert. Wer eine starke persönliche Marke hat, muss nicht jede:n potenzielle:n Kund:in oder Anfragen überzeugen bzw. annehmen. Die richtigen kommen von selbst. Und die falschen filtern sich raus.
Für Unternehmer:innen und Selbstständige ist das kein Nice-to-have. Es ist das heutige Fundament. Gerade dann, wenn du kein großes Werbebudget (mehr) hast, kein großes Team hinter dir und bisher auf Empfehlung und Sichtbarkeit angewiesen bist.
Ich habe das an mir selbst erlebt. Meine erste Personal Branding Kundin kam nicht über eine Anzeige. Sie kam über LinkedIn. Über eine Umfrage, die ich gemacht habe und die bei ihr etwas ausgelöst hat. Das ist Social Selling in Echtzeit.
Der Moment, in dem Vertrauen zur ersten Kundin wurde
Wie kam deine erste Kundin zu dir – und was hat dieser Moment bedeutet?
Sie hat bei einer Umfrage mitgemacht, die ich auf LinkedIn gestartet hatte. Ich habe sie danach angeschrieben, ganz direkt, locker und vor allem ohne Erwartungsdruck: ob wir uns mal zu ihrem Punkt austauschen möchten. Es gab ein unverbindliches Gespräch. Und dann hat sie gekauft.
Was das für mich bedeutet hat? Dass jemand mir vertraut hat. Dass jemand gesagt hat: Ich glaube, dass du mir helfen kannst, sichtbarer zu werden. Das war kein Zufall – Das war (mein) Beweis. Dass es funktioniert. Dass das, was du tust, ankommt und genau das ist, was ich will.
Denn sie ist bis heute sichtbar auf LinkedIn. Das macht mich ehrlich gesagt stolzer als jede Reichweite.
Was meine Arbeit wirklich anders macht
Wenn du drei Dinge nennen müsstest, die dein Unternehmen von klassischen Textagenturen unterscheiden – welche wären das?
- Kein bloßer Content vom Fließband. Jede Zusammenarbeit beginnt mit individuellem Bewusstsein – über Positioning, über Stimme, über Ziele. Erst dann kommt Content.
- Ich arbeite mit meinen Klient:innen, nicht für sie. Das bedeutet Sparring, echtes Feedback, manchmal auch unbequeme Fragen. Wer eine reine Zulieferin sucht, ist bei mir nicht richtig.
- Ich bringe unternehmerisches Verständnis und Sensibilität mit. Ich kenne Druck, Entscheidungsverantwortung, Zeitmangel und das Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und Substanz – nicht aus der Theorie, sondern aus fast zwei Jahrzehnten Praxis.
Warum strategisches Storytelling den Unterschied macht
Welche Rolle spielt Storytelling in deiner Arbeit – und wie unterscheidet es sich von klassischem Marketing-Text?
Eine ziemlich zentrale.
Aber nicht Storytelling im Sinne von „erzähl eine schöne Geschichte“. Sondern strategisches Storytelling – das bedeutet: Welche Geschichte willst du erzählen? Für wen? Und was soll sie auslösen?
Der Unterschied zu klassischem Marketing-Text: Marketing-Texte wollen beeinflussen und überzeugen. Strategisches Storytelling will verbinden. Es geht nicht darum, jemanden zu einem Kauf zu drängen. Es geht darum, dass jemand liest und denkt: “Genau so geht es mir auch. Endlich spricht das mal jemand aus. Nur diese Person versteht mich und kann mir helfen.”
Das ist der Moment, in dem aus Reichweite Vertrauen wird. Und aus Vertrauen Umsatz.

Wie aus Worten eine echte Stimme wird
Viele Gründer:innen haben Schwierigkeiten, ihre eigene Stimme in Content zu finden. Wie gelingt es dir, persönliche Tonalität authentisch abzubilden – insbesondere im Ghostwriting?
Durch Zuhören mit den richtigen Fragen. Ich höre in Gesprächen auf das, was zwischen den Zeilen liegt. Zitate, Formulierungen, die jemand immer wieder benutzt. Die Themen, bei denen die Energie und Stimmlage steigt. Das, worüber jemand spricht, wenn er:sie aufgehört hat, sich zu zensieren und auch mal “frei Schnauze spricht”.
Und dann gibt es noch etwas: Ich habe selbst diese Reise gemacht. Vom Funktionieren zum Wiederfinden. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn die eigene Stimme bzw. das wahre “ich” lange “verschüttet” war. Das macht einen Unterschied – weil ich nicht nur handwerklich arbeite, sondern mit echtem Verständnis und Entwicklung.
Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools
Die Tools hinter meiner Arbeit – Gespräche, Struktur und KI als Helfer
Welche Tools nutzt du selbst regelmäßig für Content-Planung, Analyse oder Recherche – und warum gerade diese?
Mein wichtigstes Tool ist ehrlich gesagt das Gespräch bzw. der direkte Austausch. Bevor ich eine einzige Zeile Content plane, führe ich intensive Interviews mit meinen Klient:innen – und wenn möglich auch mit ihrer Zielgruppe. Denn die besten Keywords, die treffsichersten Formulierungen, die echten Pain Points: Die gibt dir letztlich kein Tool. Die stecken in den Köpfen und Sätzen echter Menschen.
Was ich darüber hinaus einsetze: detaillierte Redaktionspläne mit klaren Content-Säulen & Themen, strukturierte Onboarding-Prozesse, die sicherstellen, dass ich von Anfang an mit dem richtigen Material arbeite und KI für Recherche. Gerade wenn es darum geht, Märkte der Kund:innen zu verstehen, Mitbewerber:innen meiner Kund:innen einzuordnen oder Themenfelder zu sondieren, ist KI ein absoluter Beschleuniger.
Aber: Keine sensiblen Kund:innendaten in KI-Applikationen. Das ist für mich nicht verhandelbar. Diskretion ist ein Kern meiner Arbeit – und der beginnt nicht erst beim Schreiben.
Wie ich KI bewusst einsetze – zwischen Effizienz und echter menschlicher Stimme
Wie bewertest du die Entwicklung von KI-gestützter Texterstellung für professionelle Content-Strategien? Chance, Werkzeug oder Risiko?
Alle drei – je nachdem, wie man damit umgeht. (Ich weiß, eine sehr diplomatische Antwort) 🙃
Ich nutze KI, natürlich.
Aber nicht zum finalen Schreiben. Dafür ist sie schlicht nicht gut genug – zumindest nicht für das, was ich meiner Zielgruppe zusichere. Eine Strategie, eine erkennbare Stimme & Haltung, Formulierungen, die sich anfühlen wie die Person selbst, aber auch vorausschauendes, selbst agierendes Mitdenken und Verantwortung:
Das kann KI nicht liefern.
Was ich an der aktuellen Debatte nicht mag, sind die zwei Lager: die einen, die KI verteufeln, die anderen, die so tun, als wäre alles damit lösbar und damit Geld verdienen. Die Wahrheit ist komplexer und eben auch persönlicher.
Ich liebe KI für operative Abläufe – Recherche, Strukturierung, Automatisierung wiederkehrender Prozesse. Und gleichzeitig gibt es Bereiche in meinem Leben und meiner Arbeit, in die ich KI bewusst nicht integriere. Echter Austausch, Fehler, Grenzen gehören für mich dazu und ich will sie nicht wegoptimieren.
2026 hat sich auf LinkedIn einiges verändert: Durch das Algorithmus-Update “360 Brew” müssen deine Content-Säulen mit deinem Profil übereinstimmen. Wer das einfach ignoriert, sendet ins Leere.
Das zeigt: LinkedIn zu bespielen bedeutet nicht (mehr) einfach nur zu posten. Es braucht Strategie, Konsistenz und ein Verständnis dafür, wie die Plattform funktioniert → heute, nicht wie vor zwei Jahren.
Die Kennzahlen, die für echten Erfolg zählen
Welche Kennzahlen sind aus deiner Sicht wirklich aussagekräftig, wenn es um erfolgreichen Content geht?
Nicht Likes. Die sind nett, aber sie sagen zu wenig.
Was mich wirklich interessiert: Wie gut fühlen sich Follower:innen angesprochen – genug, um zu kommentieren? Genug um sich zu öffnen? Wie oft wird ein Beitrag gespeichert, weil er etwas ausgelöst hat? Entsteht daraus eine neue Verbindung, eine gute DM, ein erstes Gespräch?
Und dann gibt es noch eine Ebene, die in keinem Dashboard auftaucht, aber die mir am meisten bedeutet: Wie entwickelt sich der:die Kund:in selbst? Gewinnt er:sie Selbstvertrauen? Bekommt er:sie ein echtes Gefühl für LinkedIn? Entsteht eine Routine, die passt und die auch dann weitergeht, wenn wir nicht mehr zusammenarbeiten?
Das ist für mich nachhaltiger Erfolg. Nicht Reichweite um der Reichweite willen.
Strategie und Persönlichkeit: Wie beides zusammenwirkt
Viele Selbstständige schwanken zwischen Sichtbarkeit und Authentizität. Wie gelingt die Balance zwischen strategischer Optimierung und persönlicher Ausdrucksweise?
Indem man aufhört, beides als Gegensatz zu behandeln.
Strategie ohne Persönlichkeit ist generisch. Persönlichkeit ohne Strategie ist Chaos. Was ich anstrebe: Content, der sich nach der Person anfühlt – und trotzdem eine Funktion hat. Der sichtbar macht, wofür jemand steht. Der die richtigen Menschen anzieht. Und der auf einer Plattform wie LinkedIn funktioniert, weil er die Spielregeln kennt, ohne sich ihnen zu unterwerfen.
Das ist keine Formel. Das ist Handwerk.

Persönliche Fragen an die Gründer
Wie Selbstständigkeit den Blick auf Arbeit verändert
Wie hat sich dein Blick auf Arbeit und Karriere verändert, seit du selbstständig bist?
Radikal. Und zwar auf eine Art, die ich so nicht erwartet hatte.
Im Angestelltenjob konnte ich den Laptop zuklappen – egal in welcher Position – und raus sein. In der Selbstständigkeit ist das einfach anders.
Mir hat mal jemand zu Beginn meiner Selbstständigkeit gesagt: Du wirst merken, dass du ständig an dein Business denkst.
Ehrlicherweise hatte ich das damals belächelt.
Heute weiß ich, was gemeint war. Und es klingt vielleicht ungesund – und auch nicht für jede Person erstrebenswert. Es ist einfach anders. Dein Business ist kein Job, den du machst. Es ist ein Ausdruck davon, wer du bist. Du verkörperst es. Du bist deine Personal Brand.
Das bedeutet auch: Entscheidungen, die nach außen nichts mit Arbeit zu tun haben, zahlen auf dein Business ein. Wie du auf dein Nervensystem achtest, welche Reisen dir guttun, wann du Pause machst…
Das ist nicht Selbstoptimierung, das ist unternehmerische Verantwortung für sich selbst.
Zweifel gehören dazu – sie verändern nur ihre Form
Gab es einen Moment, in dem du an deiner Entscheidung zur Selbstständigkeit gezweifelt hast? Was hat dir geholfen weiterzumachen?
Natürlich und wenn wir ehrlich sind: Sie hören nicht einfach auf.
Aber sie haben sich verändert. Am Anfang war es die Angst vor dem Scheitern. Was, wenn es nicht funktioniert? Was, wenn niemand kauft?
Heute ist der Zweifel subtiler und gleichzeitig tiefer: Werde ich mir selbst gerecht? Lebe ich wirklich das Leben, das ich mir vorgestellt habe? Ich war knapp siebzehn Jahre in einem Unternehmen – direkt nach dem Abi, quasi als ungeschliffener Rohdiamant, und habe die klassische Karriereleiter bis ins internationale Management erklommen. Ich habe viel dafür (auf)gegeben. Manchmal frage ich mich, ob ich früher hätte gehen sollen.
Aber diese Frage beantwortet sich dann immer selbst: Ich bin genau jetzt hier. Und das fühlt sich richtig an.
Ratschläge an mein früheres Ich: Einfach anfangen und dranbleiben
Welchen Rat würdest du deinem früheren Ich am ersten Tag der Gründung geben?
Du brauchst nicht alles auf einmal zu wissen. Du brauchst nur den nächsten Schritt, denn es wird immer Menschen geben, die dir helfen können – du musst dich nur trauen, sie anzusprechen. (Schaffe dir ein Netzwerk)
Du kannst nicht scheitern, solange du versuchst, lernst und weitermachst.
Das gilt nicht nur als Motivationssatz. Das ist strukturell wahr – besonders in einem Land, das dir Sicherheitsnetze gibt, die viele andere nicht haben.
Das Einzige, was wirklich scheitert, ist das Nicht-Versuchen.
Schnellfragen zur Gründerpersönlichkeit
Triffst du Entscheidungen eher intuitiv als datenbasiert?
Intuitiv, aber informiert. Die Daten kenne ich. Die Entscheidung trifft letztlich die Intuition.
Würdest du heute denselben Weg noch einmal gehen?
Ja, ich würde vermutlich nur früher wagen loszugehen.
Schnellfragen zu Online Marketing & SEO
Ist LinkedIn aktuell der wichtigste Kanal für Personal Branding?
Für B2B und für Selbstständige: JA! und noch stark unterschätzt -> Potenzial!
Kann guter Content fehlendes Werbebudget ausgleichen?
Ja. Es braucht dafür jedoch Zeit statt Geld. Aber er kann.
Ist Konsistenz wichtiger als Perfektion im Online-Auftritt?
Ist Konsistenz wichtiger als Perfektion im Online-Auftritt?
Never Stop Wording: Mit Haltung zum Erfolg
Du kannst nicht scheitern, solange du es versuchst, lernst und weitermachst – dieser Satz war für Anne Stodick der Anker, der sie aus 17 Jahren Konzern in die Selbstständigkeit gebracht hat. Heute hilft sie anderen Frauen dabei, die eigene Stimme auf LinkedIn zu finden und sichtbar zu machen, ohne sich dabei kleiner zu machen. Ihre Haltung zieht sich durch das gesamte Interview: klar, reflektiert und ohne Marketing-Phrasen. Danke an Anne Stodick für das Gespräch.
Wer Never Stop Wording kennenlernen will, findet Anne genau dort, wo man sie erwarten würde – auf LinkedIn.

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