Gründerstory-Interview: Von SaaS-Exits zu GEO-Monitoring. Wie Otterly.AI AI-Suche messbar macht
Im Rahmen unserer Gründerstories hat sich Thomas Peham, CEO und Co-Founder von Otterly.AI, die Zeit genommen, uns spannende Einblicke in die Entstehung und Vision ihres Startups zu geben. Gemeinsam mit seinen Mitgründern Klaus-M. Schremser und Josef spricht er über die Chancen und Herausforderungen der AI Search Visibility, die Bedeutung von Bootstrapping und wie Otterly.AI bereits früh als Cool Vendor von Gartner ausgezeichnet wurde.

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview
Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?
Ich bin Thomas Peham, CEO und Co-Founder von Otterly.AI. Gemeinsam mit meinen Mitgründern Klaus-M. Schremser und Josef haben wir 2024 eine der ersten AI Search Monitoring Plattform gegründet. OtterlyAI hilft Marketing-Teams und Brand Managern, ihre Sichtbarkeit auf AI-Suchmaschinen wie ChatGPT, Google AI Overviews, Perplexity, Gemini und Microsoft Copilot zu monitoren und zu optimieren.
Unsere Zielgruppe sind Tech-Unternehmen, Banken, Retailer, und generell Enterprises und Marketing-Agenturen, die verstehen, dass die Zukunft der Suche nicht mehr in blauen Links liegt, sondern in AI-generierten Antworten mit Marken-Erwähnungen und Website Citations. Wir wollen für Generative Engine Optimization (GEO) das werden, was Semrush für SEO ist – die de-facto Standard-Lösung.
Was uns auszeichnet: Wir sind vollständig bootstrapped, haben bereits über 10.000 Nutzer erreicht und wurden im Oktober 2025 von Gartner als „Cool Vendor for AI in Marketing“ ausgezeichnet. Während traditionelle SEO-Tools versuchen, AI-Features nachzurüsten, haben wir OtterlyAI von Tag 1 als AI-native Plattform gebaut.
Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung
In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.
Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.
Der entscheidende Moment: Warum Otterly.AI gegründet wurde
Thomas, Josef und Klaus-M., ihr seid drei erfahrene SaaS-Unternehmer mit bisherigen Exits – welcher konkrete Moment oder welche Erkenntnis in euren beruflichen Karrieren hat euch bewogen, gemeinsam Otterly.AI zu gründen und sich vollständig auf das Thema AI Search Visibility zu konzentrieren?
Der konkrete Moment kam Ende 2023/Anfang 2024. Wir drei haben alle erfolgreiche SaaS-Unternehmen aufgebaut – wir kannten uns aus früheren Zusammenarbeiten und hatten bereits bewährt, dass wir als Team funktionieren.
Der Trigger war die explosionsartige Nutzung von ChatGPT und die ersten Tests mit AI-Suchmaschinen wie Perplexity. Als Ex-VP Marketing bei erfolgreichen B2B-SaaS-Unternehmen habe ich täglich mit SEO, Content-Marketing und organischem Wachstum gearbeitet. Plötzlich sahen wir in unseren eigenen Daten und bei Kunden: Organischer Traffic nahm ab, aber niemand konnte erklären, WO die Nutzer hingewandert sind.
Die Erkenntnis: Gartner prognostizierte einen Rückgang von 50% im organischen Traffic bis 2028. Aber es gab kein Tool, um Brand Visibility auf AI-Search zu messen. Das war unser Moment: Entweder wir bauen die Lösung, oder jemand anderes macht es. Also haben wir losgelegt.
Glücklicher Zufall: Otterly.AI traf den Markt zur richtigen Zeit
Die Gründung 2024 fiel genau in die Zeit, als Google AI Overviews global rollten – war das Timing ein bewusster strategischer Zug, oder war es ein glücklicher Zufall, dass diese disruptive Kraft euer Produkt-Timing perfekt traf?
Ich würde gern behaupten, dass es ein strategischer Zug war, aber in Wirklichkeit war es reiner Zufall. Nachdem wir im April eine erste LLM Monitoring Produktversion auf ProductHunt gelauncht hatten und dadurch erste hundert Nutzer bekamen, erhielten wir super viel Feedback. Dass 2 Wochen später Google AI Overviews ausrollt war ein total Zufall und um ehrlich zu sein, hat uns das bis Oktober 2024 beschäftigt, da wir busy waren unser Produkt für AI Overviews nachzurüsten.
Pivot zum Erfolg: Wie Otterly.AI vom LLM-Tool zum AI-Search-Produkt wurde
Im April 2024 startetet ihr mit einem LLM Monitoring Tool, und nach Google AI Overviews habet ihr das Produkt im Oktober 2024 komplett neu gebaut – wie schmerzhaft war dieser Pivot, und wie sehr hat er euer Wachstum gefördert?
Es war überhaupt nicht schmerzhaft. Wir haben uns damals die Frage gestellt: Entweder wir lassen unser “Side Project” ruhen und stellen es ein, oder wir investieren nochmals kräftig in den Pivot. Es war keine leichte Entscheidung, das wir damals alle einen Fulltime Job hatten und mit OtterlyAI selbst noch keinen Umsatz machten. Trotzdem haben wir an das Thema geglaubt und sind dann im Oktober / November 2024 mit einem neuen Produkt rausgekommen.

Explosives Wachstum ohne VC: Otterly.AI setzt auf Eigenfinanzierung
Von über 1.000 Nutzern bei launch bis zu 10.000 Nutzern in September 2025 – das ist explosives Wachstum für einen vollständig bootstrappten Startup ohne externe Finanzierung. Wie habt ihr das geschafft, und plant ihr wirklich, keine VC-Gelder zu nehmen?
Als wir Anfang 2025 uns entschlossen haben unsere Fulltime Jobs an den Nagel zu hängen und OtterlyAI als eigenständige GmbH auszugründen, bekamen wir sehr viel VC Interesse. Im März / April sprach ich mit über 40 VCs und wir waren auch kurz davor eine Runde aufzustellen. Wir haben aber dann ganz schnell realisiert, dass wir eigentlich gar nicht so viel Geld benötigen um durchzustarten, sondern auch mit dem Kundenwachstum bereits prognostizierten ein eigenes Team damit aufbauen zu können. Und wir behielten recht damit: Der Kundenwachstum ermöglichte es uns bis heute (November 2025) 12 Full-Time Mitarbeiter an Board bringen zu können. Wir beurteilen das Thema Investment regelmäßig neu und versuchen Pro und Contra abzuwägen, bis auf weiteres sind wir jedoch sehr happy mit unserem aktuellen Setup.
Gartner-Auszeichnung stärkt Vertrauen und Credibility von Otterly.AI
Otterly.AI wurde im Oktober 2025 vom Gartner als Cool Vendor for AI in Marketing ausgezeichnet – wie wertvoll war diese Anerkennung für euer Glaubwürdigkeit und euer Wachstum, und hat sie euer Marketing verändert?
Die Auszeichnung ist noch ganz frisch und kam im Oktober 2025 sehr überraschend für uns. Es hat uns jedoch mächtig gefreut als Startup diese Auszeichnung zu bekommen, gerade deswegen da wir das einzige AI Search / GEO Monitoring Tool sind mit dieser Auszeichnung. Für unsere Sales-Gespräche im Enterprise Umfeld ist dies ein massiv positives Trust Signal und gibt bereits vielen Großunternehmen ein gutes Gefühl, um mit uns zu sprechen.
Skalierung auf ein globales Team bei gleichzeitiger Erhaltung der Startup-Kultur
Mit einem Team von 12 FTE, das global arbeitet – wie kompliziert war es, von drei Gründern auf ein multi-kontinentales Team zu skalieren, und wie habt ihr dabei die Startup-Kultur bewahrt?
Im Grunde war das relativ einfach. Ich denke sogar, dass es einfacher war als lokal ein Office oder Team aufzubauen. Warum? Weil der Talent-Pool einfach unheimlich groß ist wenn man fully-remote & international Mitarbeiter sucht. Wir haben uns da Hilfe von Karolina, einer Fractional HR Expertin geholt und mit ihr gemeinsam Hiring und Onboarding Prozesse definiert. Sie hilft uns auch nach wie vor dabei, gute Onboarding Pläne zu erstellen damit auch wirklich alle produktiv ihren besten Job machen können.
Das Thema Kultur ist ein sehr Wichtiges natürlich und ich denke für uns war ganz klar, dass wir – so wie wir sind – auch als Unternehmen positionieren möchten. Bei uns geht es nicht um große Egos oder persönliche Befindlichkeiten, und es macht uns einfach Spaß mit netten, wissbegierigen Menschen tolle Arbeit zu machen. Ich denke, wenn man das vorlebt, dann bewerben sich auch Menschen die zu der eigenen Unternehmenskultur passen.
Ambitioniert im neuen Feld der Generative Engine Optimization (GEO)
Generative Engine Optimization (GEO) ist ein junges Feld mit Gartner-Prognosen, dass organischer Traffic bis 2028 um 50% sinken wird – wie selbstbewusst seid ihr, dass Otterly.AI die de-facto Lösung wird, wie Semrush für SEO?
Wir sind sehr ambitioniert und der Markt ist noch sehr jung und am Entstehen. Am Ende des Tages wollen wir tolle Produkte für Marketing-Teams bauen und ich bin der Meinung wenn wir damit einen guten Job machen, werden wir auch großen Erfolg haben.
Technologie für AI-Search-Insights: Nutzerverhalten statt Reverse-Engineering
Euer Produkt trackt ChatGPT, Google AI Overviews, Perplexity, AI Mode, Gemini und Copilot – wie technisch herausfordernd ist es, diese sehr unterschiedlichen AI-Engines zu reverse-engineeren und deren Ranking-Mechaniken zu verstehen?
Wir reverse-engineeren nichts. Unsere Technologie emuliert im Grunde das Frontend-Nutzerverhalten und liefert Marketing Teams Insights in die Performance bei AI Search. Also vereinfacht gesagt, helfen wir diesen Marketing Teams dabei zu verstehen: Wie sichtbar ist meine Marke – im Vergleich zum Mitbewerb – in der AI Antwort, sowie das Thema Website Performance: Wie häufig wird meine Website zitiert? Welche Websites werden ganz generell zitiert?

Persönliche Fragen an die Gründer
Vom VP zum Gründer: Marketing im Startup selbst gestalten
Thomas, du warst ex-VP Marketing bei erfolgreichen SaaS-Unternehmen und hast jetzt die Rolle wieder von vorne aufgebaut – wie unterscheidet sich die Erfahrung, dein eigenes Startup zu lenken versus große Organisationen zu leiten?
Im eigenen Startup bin ich wesentlich mehr “hands-on” als in meiner letzten Marketing Rolle als VP Marketing wo ich ein 30-köpfiges Team geleitet habe. Dadurch dass unsere Strukturen derzeit einfach noch kleiner sind, macht es extrem Spaß an den verschiedensten Themen zu arbeiten. Von Company Strategie über Finanzplanung bis hin zum regelmäßigen bloggen. Es gefällt mir, dass ich mich überall kreativ austoben kann.
Entscheidungen im Gründerteam: Vertrauen und klare Rollen
Josef bringt technisches Know-How mit, Klaus-M. Produktkompetenz, Thomas Marketing-Expertise – wie verteilt ihr die Entscheidungen, wenn die Perspektiven unterschiedlich sind, und wer hat das letzte Wort?
Wir sind uns eigentlich in den meisten Entscheidungen schnell einig, und wenn nicht diskutiert man es aus. Wir haben 100%iges Vertrauen ineinander und wissen, dass wir alle nur das Beste für das Unternehmen möchten. Dementsprechend fällt es meistens leicht Entscheidungen zu treffen.
Standortwahl: Internationales Wachstum unabhängig vom Gründungsort
Otterly.AI ist ein österreichisches Startup aus Persenbeug – wie sehr hat der Standort Wien/Österreich zu eurer Gründung und eurem Wachstum beigetragen, oder könntet ihr auch aus Silicon Valley gegründet haben?
Um ehrlich zu sein ist die Standortfrage total egal für uns. Don’t get me wrong. Ich bin stolzer Europäer und Österreicher und wir sollten es hier vielmehr zelebrieren, dass auch erfolgreiche Startups aus Europa raus gegründet und aufgebaut werden können.
Ich persönlich war beruflich viel unterwegs in den letzten Jahren und wir uns Gründer war von Anfang an klar, dass wir ein internationales Team mit einer internationalen Kultur aufbauen möchten. Denn unsere Kunden sind am Ende des Tages auch über alle Kontinente verstreut.
Schnellfragen zur Gründerpersönlichkeit
Hatten alle drei Gründer bereits vorher erfolgreiche Startups gegründet und Exits?
Josef und Klaus haben gemeinsam Usersnap ge-exited. Klaus hat vorher bereits Gentis an die APA und Wikidocs an Atlassian verkauft.
Wart ihr alle von Anfang an Vollzeit in Otterly.AI investiert, oder habt ihr es nebenbei aufgebaut?
2024 haben wir alle 3 nebenbei gestartet. Anfang 2025 haben wir uns dann entschieden all-in zu gehen und seitdem betreiben wir es Full-time.
Hattet ihr von Tag 1 an ein klares Geschäftsmodell und ein detailliertes Pitch Deck?
Nein. Uns war klar, dass dies ein SaaS Modell wird, ein Pitch Deck hatten wir jedoch keines.
Hatten die drei Gründer bereits vorher zusammengearbeitet, bevor ihr Otterly.AI gegründet habt?
Ja - wir alle 3 kennen uns durch unsere Usersnap Zusammenarbeit, wo ich 2014 meinen ersten Job im SaaS Marketing angetreten habe. Josef war damals mein Chef.
Plant ihr, in den nächsten 3–5 Jahren externe Finanzierung zu suchen oder wird Otterly.AI weiterhin vollständig bootstrapped bleiben?
Wissen wir noch nicht. Wir evaluieren die Situation regelmäßig neu.

Schnellfragen zum Online Marketing und SEO
Nutzt ihr selbst SEO-Tools wie Ahrefs, SEMrush oder andere Plattformen für die Optimierung eurer eigenen Website?
Semrush und Ahrefs nutzen wir für’s klassische SEO.
Setzt ihr aktiv auf Paid Advertising (Google Ads, Meta Ads, etc.) zur Kundenakquisition?
Ja, Google Ads, Linkedin Ads und ein bisschen Meta.
Habt ihr ein strukturiertes E-Mail-Marketing-System implementiert, um mit Customers, Prospects und der Community zu kommunizieren?
Wir nutzen Mailerlite zur Email Marketing & Email Nurturing.
Produziert ihr regelmäßig längere Content-Inhalte wie Blog-Artikel, YouTube-Videos, Webinare oder White Papers zur GEO-Thematik?
Ja. Mehrere Blogartikel pro Monat. 1 bis 2 Webinare pro Monat. Youtube Videos sind dann meist öffentliche Talks die wir gehalten haben.
Arbeitet ihr mit Influencer:innen, Marketing-Agenturen oder anderen SaaS-Anbietern zusammen für Cross-Promotion und Co-Marketing?
Ja, wir haben damit angefangen.
Otterly.AI: Ein Startup, das die Zukunft der AI-Suche gestaltet
Otterly.AI zeigt, wie innovative SaaS-Lösungen die Zukunft der AI-Suche prägen können. Mit Leidenschaft, klarem Fokus und einer internationalen Teamstruktur haben die Gründer Thomas, Josef und Klaus-M. einen beeindruckenden Start hingelegt. Wir danken Thomas Peham herzlich für das offene Interview und die spannenden Einblicke in die Welt von Otterly.AI.

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