Bastian von Versicherungen mit Kopf: Vom Baumarkt zu fast einer Million Follower auf Social Media
Hauptthema des Artikels: Wie Personal Branding für Versicherungsvermittler langfristig Vertrauen schafft und Kunden über Social Media gewinnt.
Wichtige Punkte:
- Personal Branding für Versicherungsvermittler macht aus klassischer Kaltakquise eine nachhaltige Strategie, bei der potenzielle Kunden selbst den Kontakt suchen.
- Sichtbarkeit allein reicht nicht aus. Entscheidend sind Vertrauen, Fachkompetenz und verständliche Inhalte, die komplexe Versicherungsthemen einfach erklären.
- Im Zeitalter von KI werden echte Persönlichkeiten immer wichtiger. Menschen vertrauen nicht anonymen Inhalten, sondern authentischen Experten mit klarer Haltung.
- Erfolgreiche Social-Media-Strategien setzen auf Mehrwert statt Verkaufsdruck. Wer regelmäßig informiert, Fragen beantwortet und Orientierung bietet, baut langfristig Reichweite und Glaubwürdigkeit auf.
- Kontinuität, Geduld und fachliche Qualität sind die Grundlage einer starken Personenmarke. Nachhaltiger Erfolg entsteht durch konsequenten Vertrauensaufbau, nicht durch kurzfristige Marketingmaßnahmen.
Fazit: Personal Branding für Versicherungsvermittler ist heute ein entscheidender Erfolgsfaktor, um Vertrauen aufzubauen, die eigene Expertise sichtbar zu machen und langfristig qualifizierte Kunden zu gewinnen.
Am Anfang stand ich vor dem Baumarkt
Wenn du heute auf meine Social-Media-Kanäle schaust, siehst du knapp eine Million Follower über YouTube, Instagram, TikTok, LinkedIn und Co. Was du dort natürlich – wie so oft – nicht siehst, sind die wenig glamourösen Anfänge.
2015 nahm die Idee ihren Lauf, Versicherungsthemen verständlicher und digitaler zu erklären. Aber bevor daraus „Versicherungen mit Kopf“ wurde, stand ich fast jeden Samstag am Baumarkt. Ja, wirklich: Baumarkt. Von 10 Uhr bis 19 Ur in der Regel. Ich habe dort Menschen angesprochen, die gerade mit Farbeimern, Holzlatten oder Gartenmöbeln aus dem Laden kamen. Mein Ziel: irgendwie ins Gespräch kommen, Leads generieren für Vorsorge und Versicherungsthemen.
Klingt wenig romantisch? War es auch nicht. Nicht mal ansatzweise.
Du bekommst dort nämlich nicht nur freundliche Gespräche. Du bekommst vor allem sehr viele Neins. Manche höflich. Manche weniger höflich. Manche schauen dich an, als hättest du ihnen gerade beim Laufen die Hose geklaut.
Aber rückblickend war genau diese Zeit eine der besten kostenlosen Persönlichkeitsentwicklungen, die ich jemals durchlaufen habe. Vielleicht sogar die beste. Denn wenn du Woche für Woche fremde Menschen ansprichst, lernst du ziemlich schnell, mit Ablehnung umzugehen. Du lernst, klarer zu sprechen. Du lernst, nicht alles persönlich zu nehmen.
Und du lernst vor allem: Kaltakquise ist brutal ineffizient, wenn du eigentlich Menschen erreichen willst, die längst ein Problem haben, aber noch niemanden gefunden haben, der es ihnen verständlich erklärt.
Ich wollte also den Spieß umdrehen
Diese Baumarkt-Zeit war hart, aber sie war wichtig. Denn genau dort entstand für mich eine zentrale Frage:
Wie schaffe ich es, dass nicht ich Menschen hinterherlaufe, sondern Menschen zu mir kommen, weil sie für sich schon entschieden haben: Versicherung ist wichtig, ich muss das endlich angehen?
Das ist ein riesiger Unterschied.
Beim klassischen Ansprechen unterbrichst du Menschen in ihrem Alltag. Sie wollten eigentlich nur Schrauben kaufen. Plötzlich stehst du da und redest über Absicherung. Kein Wunder, dass die Begeisterung überschaubar ist.
Ich wollte einen Weg finden, bei dem Menschen selbst den ersten Schritt machen. Nicht, weil sie gedrängt werden. Sondern weil sie verstanden haben, dass das Thema für sie relevant ist.

Aus unserer Beratungspraxis bei Versicherungen mit Kopf wissen wir bis heute: Die besten Gespräche entstehen nicht dann, wenn jemand überredet wurde. Sie entstehen dann, wenn jemand innerlich schon bereit ist und nur noch jemanden sucht, der ehrlich, verständlich und fachlich sauber erklärt und berät.
Also war die nächste Frage: Wo sind diese Menschen?
Die Antwort war damals klar: im Internet. Genauer gesagt: auf Social Media. Und 2016 bedeutete das für mich vor allem YouTube.
April 2016: Das erste Video
Im April 2016 ging das erste YouTube-Video von „Versicherungen mit Kopf“ online.
Mein Studio? Unsere Küche in der kleinen Wohnung in Aschaffenburg? Der Plan? Keine Ahnung. Die Motivation? Wenn ich das nicht probiere, werde ich es irgendwann bereuen.
Damals war das in der Versicherungsbranche noch ziemlich ungewöhnlich. Ein Versicherungsmakler auf YouTube? Mit verständlichen Videos? Ohne Anzug und ohne Krawatte? Ohne Fachchinesisch? Viele Kollegen hielten das für unseriös. Aber Kollegen und Kolleginnen sind eben selten unsere Kunden (aber doch auch immer mal wieder 🙂 )
Dabei war genau das der Punkt:
Ich wollte nicht noch ein austauschbarer Versicherungstyp sein, der mit denselben Floskeln arbeitet wie alle anderen. Ich wollte zeigen, dass man über Berufsunfähigkeitsversicherung, private Krankenversicherung, Altersvorsorge oder Gesundheitsfragen auch so sprechen kann, dass normale Menschen nicht nach zwei Minuten abschalten.
Denn mal ehrlich: Die Branche hatte nie ein Wissensproblem. Sie hatte immer ein Übersetzungsproblem. Vielleicht kein Vermittlerproblem, aber definitiv ein Vermittlungsproblem.
Erklären ist wichtig, aber Vertrauen entscheidet
Viele sagen: „Bastian, dein Erfolgsgeheimnis ist, dass du Versicherungen einfach erklärst.“
Ja, das stimmt. Aber es ist nur die halbe Wahrheit.
Erklären ist wichtig. Menschen müssen verstehen, was sie absichern, warum es relevant ist und welche Fehler später richtig teuer werden können. Aber am Ende geht es um etwas Größeres: Vertrauen.
Versicherungen sind kein Produkt wie ein neues Paar Schuhe. Du kaufst sie nicht, weil sie hübsch aussehen oder gerade im Angebot sind. Du triffst Entscheidungen für Situationen, die hoffentlich nie eintreten: Krankheit, Berufsunfähigkeit, Pflegefall, Tod, Altersarmut. Das sind emotionale, existenzielle Themen.
Und bei solchen Themen fragen sich Menschen nicht nur: „Wer erklärt mir das am besten?“
Sie fragen sich: „Wem glaube ich?“
Genau deshalb ist Vertrauen die eigentliche Währung im Versicherungsvertrieb. Nicht Reichweite. Nicht Likes. Nicht der perfekte Hook. Vertrauen.
Im KI-Zeitalter wird die Personenmarke noch wichtiger
Dieser Punkt wird in den nächsten Jahren noch viel entscheidender.
Wir leben in einer Zeit, in der künstliche Intelligenz Inhalte in Sekunden produziert. Texte, Videos, Bilder, Stimmen, Avatare – alles wird schneller, billiger und professioneller. Das ist eine riesige Chance. Aber es bringt auch ein Problem mit sich: Wenn alles perfekt aussieht, wem vertraust du dann noch? Was ist echt? WER ist echt?
Wenn jeder Content produzieren kann, wird Content allein weniger wert. Wenn jeder Fachbegriffe erklären kann, reicht reines Wissen nicht mehr aus. Wenn du dich gefühlt auf nichts mehr verlassen kannst, suchst du nicht nach noch mehr Information. Du suchst nach Orientierung.
Und Orientierung kommt am Ende immer (noch) von Menschen.
Ich bin fest davon überzeugt: Gerade im KI-Zeitalter werden echte Personenmarken wichtiger denn je. Nicht, weil KI schlecht ist. Wir nutzen bei Versicherungen mit Kopf selbst moderne Tools, um Prozesse effizienter zu machen. Aber Vertrauen entsteht nicht durch ein Tool. Vertrauen entsteht durch Wiedererkennbarkeit, Haltung, Erfahrung und echte Verantwortung.
Menschen wollen wissen:
Wer steht dahinter?
Wer sagt das?
Warum sagt er das?
Kann ich dieser Person glauben?
Deshalb wird Personal Branding (offline und/oder online) für Versicherungsvermittler nicht nettes Marketing sein. Es wird vermutlich überlebenswichtig.

Aus Sichtbarkeit wurde Vertrauen
YouTube war für mich der Startpunkt. Dort konnte ich längere Inhalte machen, Themen ausführlich erklären und Vertrauen aufbauen. Später kamen Instagram, TikTok, LinkedIn und weitere Plattformen dazu.
Heute erreichen wir über diese Kanäle insgesamt knapp eine Million Menschen. Und das mit Themen, von denen viele früher gesagt haben: „Das interessiert doch online niemanden.“
Doch. Tut es.
Man muss nur aufhören, Versicherungen so zu erklären, als würde man ein Produktinformationsblatt vorlesen. Aber noch wichtiger: Man muss als Mensch sichtbar werden. Nicht als anonyme Agentur, nicht als Logo, sondern als echte Person mit Meinung, Erfahrung und Verantwortung.
Wir haben mit Versicherungen mit Kopf genau das aufgebaut: nicht nur Reichweite, sondern eine echte Personenmarke. Und genau das werden wir in Zukunft noch weiter ausbauen.
Denn Reichweite ist nur dann wertvoll, wenn sie Wirkung erzeugt. Wenn jemand nach einem Video sagt: „Jetzt habe ich es endlich verstanden“, dann ist das mehr wert als irgendein Like.
Erklären statt verkaufen
Der vielleicht wichtigste Grund für das Wachstum war: Ich habe nie versucht, Social Media wie einen digitalen Verkaufsstand zu nutzen.
Viele Vermittler machen genau diesen Fehler. Sie posten: „Buche jetzt dein kostenloses Erstgespräch.“ Oder: „Ich finde die beste Versicherung für dich.“ Oder: „Melde dich bei mir.“
Das Problem: Wenn vorher kein Vertrauen aufgebaut wurde, klingt das einfach nur nach Werbung.
Social Media funktioniert anders. Du musst zuerst helfen. Du musst Fragen beantworten. Du musst Missverständnisse aufklären. Du musst Mehrwert geben, bevor du etwas erwartest.
Ich sehe das so: Je mehr Menschen vorher verstehen, desto besser wird das Gespräch danach. Dann geht es nicht mehr darum, jemanden vom Thema zu überzeugen. Dann geht es darum, gemeinsam die passende Lösung zu finden.
Wir bei Versicherungen mit Kopf machen das deshalb so: Wir erklären online bereits so viel wie möglich. Nicht, um Beratung zu ersetzen, sondern um bessere Beratung überhaupt erst möglich zu machen.
Der Algorithmus ist selten das echte Problem
Natürlich kann man über Algorithmen sprechen. Wann posten? Welche Hooks? Welche Plattform? Alles wichtig. Aber meistens nicht der Hauptgrund, warum Social Media scheitert.
Die meisten scheitern nicht am Algorithmus. Sie scheitern an fehlender Klarheit, fehlender Ausdauer und fehlendem Mut.
Menschen folgen nicht der glattesten “Oberfläche”. Sie folgen Haltung, Verständlichkeit und Wiedererkennbarkeit.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Was will der Algorithmus?“
Die entscheidende Frage lautet: „Welches Problem meiner Zielgruppe löse ich gerade verständlich – und warum sollte sie gerade mir vertrauen?“
Durchhalten, wenn keiner klatscht
Jetzt kommt der unangenehme Teil: Es dauert.
Social Media ist kein Knopf, auf den du drückst, und hinten fallen Kunden raus. Es ist eher wie Landwirtschaft. Du säst, du gießt, du pflegst – und am Anfang siehst du oft gar nichts.
Ich habe Videos gemacht, obwohl kaum jemand zugesehen hat. Ich habe Themen erklärt, obwohl kein direkter wirtschaftlicher Effekt sichtbar war. Und ja, natürlich fragst du dich dann irgendwann: „Bringt das überhaupt was?“
Aber genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
Viele starten motiviert, posten ein paar Wochen und hören wieder auf, weil nicht sofort Leads kommen. Doch Vertrauen entsteht nicht in drei Videos. Vertrauen entsteht durch Wiederholung, Verlässlichkeit und Zeit.
Erfolg auf Social Media ist selten ein viraler Zufall. Meistens ist er die sichtbare Spitze von sehr viel unsichtbarer Arbeit.

Fünf Handlungsempfehlungen für Vermittler
Erstens: Fang bei echten Problemen an. Welche Fragen stellen dir Kunden immer wieder? Welche Fehler siehst du ständig in der Beratung? Welche Mythen halten sich hartnäckig? Daraus entstehen gute Inhalte.
Zweitens: Baue Vertrauen systematisch auf. Menschen müssen dich immer wieder sehen, hören und erleben. Sie müssen merken: Diese Person hat Haltung, erklärt verständlich und kennt die Praxis.
Drittens: Drehe den Spieß um. Lauf nicht dauerhaft Menschen hinterher, die gerade gar keinen Bedarf sehen. Baue Inhalte, die Menschen anziehen, die bereits merken: „Ich muss mich darum kümmern.“
Viertens: Verkaufe nicht im ersten Satz. Erst Problem aufmachen, dann verständlich erklären, dann Orientierung geben – und dann erst den nächsten Schritt anbieten.
Fünftens: Bleib fachlich sauber. Bei aller Reichweite darf eines niemals passieren: fachliche Unsauberkeit. Vereinfachen heißt nicht verfälschen.

Egal ob Baumarkt oder Bildschirm – am Ende geht es immer um Vertrauen
Die Reise von „Ich spreche samstags 300 Menschen vor dem Baumarkt an“ zu „Wir erreichen knapp eine Million Menschen auf Social Media“ klingt im Rückblick fast logisch. War sie aber nicht.
Sie war voller Zweifel, Umwege, Neins und Lernkurven.
Aber genau daraus entstand die wichtigste Erkenntnis: Menschen wollen nicht gedrängt werden. Sie wollen verstehen. Sie wollen selbst entscheiden. Und vor allem wollen sie jemanden finden, dem sie vertrauen können.
Im KI-Zeitalter wird das nicht weniger wichtig. Im Gegenteil. Je mehr Inhalte künstlich erzeugt werden, desto wertvoller werden echte Menschen mit echter Haltung.
Deshalb ist eine starke Personenmarke für Versicherungsvermittler heute kein nettes Extra mehr. Sie ist ein entscheidender Vertrauensanker.
Denn am Ende gewinnt nicht der (nachhaltig), der am lautesten verkauft. Sondern der, dem Menschen wirklich vertrauen.
FAQ
Warum ist Personal Branding für Versicherungsvermittler heute so wichtig?
Versicherungen sind emotionale Vertrauensentscheidungen, keine Kaufimpulse wie ein Produkt. Menschen folgen echten Personen mit Haltung und Erfahrung, nicht anonymen Logos oder Verkaufsbotschaften.
Wie baut man als Vermittler Vertrauen über Social Media auf?
Nicht durch Verkaufsposts, sondern durch konsequentes Erklären echter Kundenfragen über einen langen Zeitraum. Vertrauen entsteht durch Wiederholung und Verlässlichkeit, nicht durch einzelne virale Videos.
Wird Personal Branding für Versicherungsvermittler durch KI überflüssig?
Im Gegenteil: Je mehr Inhalte künstlich erzeugt werden, desto wertvoller wird eine erkennbare Person mit echter Haltung dahinter. KI kann Prozesse unterstützen, aber kein Vertrauen aufbauen.