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Gründerstory Shavejane: Vom geklauten Rasierer zum nachhaltigen Frauen-Startup aus der Schweiz

Von der Idee im eigenen Badezimmer zur nachhaltigen Rasurmarke: Shavejane zeigt, wie hochwertige Rasierer, Zero-Waste-Produkte und Female Empowerment zusammenpassen.
Erfahre in diesem Interview, wie Mitgründerin Martina Waser Shavejane aufgebaut hat und warum jede Rasur auch andere Gründerinnen unterstützt.

Gründerstory Shavejane: Vom geklauten Rasierer zum nachhaltigen Frauen-Startup aus der Schweiz
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Im Rahmen unserer Gründerstories erzählt Martina Waser, Mitgründerin von Shavejane, wie aus einem geklauten Rasierer im Badezimmer ein nachhaltiges Rasur-Label für Frauen wurde. Sie spricht darüber, warum Shavejane als eigene Marke aus Shavejack hervorgegangen ist, wie aus Schweizer Holz und Zero-Waste-Ansatz ästhetische, langlebige Rasierer entstehen und weshalb pro verkauftem Produkt Gründerinnen unterstützt werden.

Außerdem gibt sie Einblicke in ihren Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“, den Aufbau des Teams, ihre Learnings als Gründerin und teilt Tipps für Frauen, die selbst den Schritt ins Unternehmertum wagen wollen.

Logo Shavejane

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview

Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?

Ich heiße Martina und bin Mitgründerin von Shavejack und Shavejane. Ich liebe es, Neues zu lernen und interessanten Menschen zu begegnen. Vor der Gründung war ich als Beraterin in einer Digitalagentur tätig, bis ich mich entschlossen habe, meinen Job an den Nagel zu hängen und etwas Eigenes aufzubauen.

Wir entwickeln hochwertige Rasierer und natürliche Rasur-Pflegeprodukte für ein gutes Hautgefühl. Mit durchdachtem Design, langlebigen Materialien und natürlichen Inhaltsstoffen setzen wir auf ressourcenschonende Lösungen. Gleichzeitig unterstützt jeder Kauf Gründerinnen und fördert eine vielfältigere Startup-Welt.

Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung

In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.

Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.

Von der Rasierer-Leihe zur eigenen Marke

Die Entstehungsgeschichte von Shavejane beginnt sehr originell – du hast deinem Mann den Rasierer geklaut. Erzähl uns, wie aus diesem Alltagsmoment die Idee für ein ganzes Unternehmen entstanden ist.

Recht unspektakulär, um ehrlich zu sein: Mir sind die Klingen ausgegangen und da habe ich den Rasierer meines Mannes geklaut. Da dachte ich: Wow, die gibt’s auch scharf und ohne Schlauchboot! (Männerklingen sind schärfer, weil Barthaare dicker sind.) Irgendwann hatte er ständig keine Klingen mehr. So entstand die Idee eines Rasierklingen-Abos – in der Schweiz damals einzigartig. Wir haben unser Startup gegründet und mit Shavejack losgelegt.

Warum Shavejane als eigene Marke für Frauen entstand

Shavejane ist ja aus Shavejack hervorgegangen. Warum habt ihr euch entschieden, eine separate Marke für Frauen zu entwickeln, anstatt einfach das bestehende Produkt für beide Geschlechter zu vermarkten?

Shavejack ist auf Männer fokussiert. Frauen haben andere Bedürfnisse, unter anderem was Pflegeprodukte, Ansprache und Design anbelangt. Die Rasierer sind identisch, die Pflegeprodukte und die Marke sind eigenständig. Mit Shavejane wollten wir einen eigenen Raum schaffen, in dem sich Frauen wiederfinden und nicht das Gefühl haben, ein Produkt «mitbenutzen» zu müssen.

Nachhaltigkeit im Fokus: Von der Idee zum Zero-Waste-Rasierer

Ihr produziert Rasierer aus Schweizer Holz und setzt auf Zero-Waste-Prinzipien. Was war euer Antrieb, Nachhaltigkeit so stark in den Fokus zu stellen?

Ich bin in Waldnähe aufgewachsen und habe viel Zeit auf Bäumen verbracht. Die Natur liegt mir am Herzen un dich möchte, daß sie auch weiteren Generationen erhalten bleibt. Zero Waste schaffen wir nicht bei allen Produkten, eher Minimal Waste. Aber bei unserem One Blade Rasierer und der Cream Bar – die mit Erfolg Shampoo, Duschgel und Rasierschaum ersetzt – ist uns Zero Waste gelungen.

Shavejane Cream Bar

Unterstützung für Gründerinnen: Mit jedem Kauf etwas bewirken

Pro verkauftem Shavejane-Produkt geht CHF 1 an andere Gründerinnen. Wie kam es zu dieser Entscheidung und welche Vision steckt dahinter?

Als Gründerin ist mir bewusst geworden: In der Startup-Szene gibt es definitiv zu wenig Female Founders. Ca. 7 % der im Swiss Start-up Radar aufgeführten Finanzierungsrunden gehen an von Frauen geführte Unternehmen. Weltweit sind es ca. 2%. Das ist doch viel zu wenig, wenn man bedenkt, dass die Hälfte unserer Bevölkerung weiblich ist. Deshalb ist es mein Herzenswunsch, dass Shavejane auch andere Frauen inspiriert, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und Ideen umzusetzen, weil das zu mehr Vielfalt beiträgt.

Mut zur Bühne: Wie ‚Die Höhle der Löwen‘ Shavejane beflügelte

2020 wart ihr in der Höhle der Löwen – wie war diese Erfahrung und welchen Einfluss hatte der Auftritt auf euer Unternehmen, auch wenn es zu keinem Investment kam?

Eine tolle Erfahrung, die mich aus der Komfortzone gebracht hat. Viele Frauen haben danach Shavejack gekauft und zurückgemeldet: «Der Rasierer ist super – macht doch etwas für Frauen!» Da wurde mir klar: Ich bin nicht die einzige Frau, die dem Mann den Rasierer klaut. Das war der Startschuss für Shavejane und die Entwicklung von eigenen Rasur-Pflegeprodukten für Frauen. Außerdem fanden wir durch die Sendung private Seed-Investoren. Seitdem wachsen wir aus eigener Kraft.

Hürden meistern: Die größten Herausforderungen beim Aufbau von Shavejane

Von der Produktentwicklung bis zur Markteinführung – welche waren die größten Herausforderungen beim Aufbau von Shavejane?

Einen eigenen Rasierer aus Holz und Metall zu produzieren, der schön, langlebig und funktional ist – das war schwieriger als gedacht. Der Aufbau einer neuen Marke mit kleinem Budget ebenso. Es braucht Durchhaltewillen, Mut und die richtigen Menschen.

Teamaufbau und Zusammenarbeit: Von der Küchentisch-Idee zur starken Manufaktur

Wie hat sich euer Team von den Anfängen bis heute entwickelt? Du erwähnst Saskia, Astrid und Karoline – wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Von «Ich allein am Küchentisch» bis hin zu einer Manufaktur mit einem tollen Team. Ab Oktober verstärkt uns noch Andi. Wir ergänzen uns mit unterschiedlichen Stärken und haben eine offene Kommunikation. Auch Humor hat einen großen Platz. Gemeinsam machen wir Shavejane zu dem, was es ist.

Fair und hautfreundlich: Shavejane als Alternative zur Pink Tax

Die "Pink Tax" ist ein wichtiges Thema für euch. Wie positioniert ihr euch als Alternative zu herkömmlichen Frauen Rasierern am Markt?

Pink Tax ist nicht mehr relevant, weil auch die Großen realisiert haben, dass sie mittelfristig unklug ist. Wir sind kein Plastik in Pastell – sondern ehrliche Qualität, die im Alltag Freude macht. Wir haben auch einiges investiert in die Entwicklung hautfreundlicher Rasurpflegeprodukte, die Rasierpickel und Juckreiz erfolgreich entgegenwirken. Die hervorragenden Kundenrückmeldungen und die guten Wiederkaufsraten zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Handwerk und Nähe: Lokale Partner als Herzstück von Shavejane

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern wie Drechslermeister Thomas Meier für euer Geschäftsmodell?

Unsere ersten Prototypen entstanden mit Drechslermeister Thomas Meier. An einer Design- und Handwerksmesse in Zürich wollten wir herausfinden, ob unser Produkt gekauft wird oder nicht. Wir haben live Prototypen produziert und glücklicherweise alle verkauft. Die Kunden konnten sich ein Holz aussuchen und dann zusehen, wie der Griff entstand.

Mittlerweile arbeiten wir mit verschiedenen Handwerksbetrieben. In unseren Rasierern steckt sehr viel Handarbeit und das merkt man. Die Nähe zur Produktion und die Menschen dahinter sind mir extrem wichtig.

Shavejane Holzrasierer für Sie.

Shavejane 2029: Wachstum, internationale Präsenz und gelebte Nachhaltigkeit

Wo seht ihr Shavejane in fünf Jahren? Welche Expansionspläne habt ihr und wie wollt ihr das Thema Nachhaltigkeit weiter vorantreiben?

In fünf Jahren freuen sich nicht nur Menschen in der Schweiz über ästhetische, langlebige Rasierer und ein gutes Hautgefühl, sondern auch in anderen Teilen der Welt. Über Nachhaltigkeit sollte man nicht nur reden, sondern es vor allem umsetzen.

Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools

SEO-Strategie: Fokus auf Shavejane und klare Markenabgrenzung

Ihr habt sowohl shavejack.ch als auch shavejane.ch – wie koordiniert ihr die SEO-Strategie für beide Marken und vermeidet Kannibalisierung?

Voller Fokus auf Shavejane.

Die effektivsten Online-Marketing-Kanäle für Shavejane

Welche Online-Marketing-Kanäle funktionieren für euch am besten? Wo erreicht ihr eure Zielgruppe am effektivsten?

Meta & Google

Externe Marketing-Partner: Wann und warum sie sinnvoll sind

Du erwähnst die Zusammenarbeit mit ECOZA – wie wichtig sind externe Marketing-Partner für euer Wachstum und worauf achtet ihr bei der Auswahl?

Ecoza war anfangs wichtig, inzwischen machen wir alles inhouse, ohne Drittpartner.

Nachhaltigkeit glaubwürdig vermitteln: Mehr als nur ein USP

Nachhaltigkeit ist euer USP – wie kommuniziert ihr diesen glaubwürdig online, ohne in "Greenwashing"-Verdacht zu geraten?

Nachhaltigkeit ist uns wichtig und Teil unseres Handelns, aber es ist nicht unser USP. In erster Linie müssen unsere Rasierer und Pflegeprodukte ein besseres Resultat erzielen, als das, was man vorher benutzt hat. So, dass man es wieder kauft. Das ist die Basis für ein gesundes Wachstum. Da wir kein «Zero to One»-Startup sind, reicht ein USP zudem nicht aus. Das ganze Erlebnis muss stimmen: Vom Online-Shop, zur persönlichen Dankeskarte mit einem schönen Unboxing-Erlebnis bis hin zur Personalisierung von Rasierern und einem schnellen Kundensupport.

E-Commerce & Abo-Management: Die eingesetzten Tools und Plattformen

Welche Tools und Plattformen nutzt ihr für euer E-Commerce-Business und das Klingen-Abo-Management?

Shopify, ReCharge, Klaviyo, Typeform, Meta, Google, Reviews + Apps aus dem Shopify-Ökosystem.

Persönliche Fragen an die Gründer

Vom sicheren Job zur eigenen Gründung: Motivation und Neuanfang

Du warst früher Beraterin in einer Digitalagentur – was hat dich dazu bewegt, diesen sicheren Job aufzugeben und zu gründen?

Ich habe mich im Kreis gedreht und wollte etwas Neues aufbauen, das ich selbst gestalten kann.

Lernen durch Fehler: Die wertvollsten Erfahrungen beim Aufbau eines Start-ups

"Ich mache täglich Fehler und habe so in den letzten zwei Jahren mehr gelernt als in den acht Jahren davor" – welcher Fehler hat dich am meisten weitergebracht? 

Dieser Fehler: Ich dachte, es sei einfach, ein Startup aufzubauen. Zum Glück habe ich losgelegt – so habe ich mehr gelernt als je zuvor.

Shavejane nachhaltig aus Holz

Work-Life-Balance als Gründerin: Energie investieren und bewusst ausgleichen

Wie schaffst du es, als Gründerin die Work-Life-Balance zu halten, besonders wenn das Unternehmen aus dem privaten Badezimmer entstanden ist?

Für mich ist es eher die Frage: Wo investiere ich Energie und was gibt mir Energie zurück? Ich versuche, präsent zu sein, dort, wo ich gerade bin. Das ist nicht immer einfach, aber es gelingt mir immer besser. Meine 15-minütige Yoga Session jeden Morgen ist fix, auch meine Joggingrunden in der Natur helfen mir, dass ich mich körperlich und mental gut fühle. Ich bin dankbar für meine Familie und meine Freunde und dass ich einer interessanten Aufgabe nachgehen darf.

Mut zum Gründen: Tipps für Frauen, die starten wollen

Was rätst du anderen Frauen, die mit dem Gedanken spielen zu gründen, aber noch zögern? 

Mach es! Warte nicht, bis du perfekt vorbereitet bist. Fang an, teste früh mit Prototypen, höre gut zu und lerne schnell.

Der wichtigste Rat für angehende Gründer

Wenn du einem anderen Gründer nur einen einzigen Rat geben könntest – welcher wäre das? 

Mit wem du ein Startup aufbaust, ist wichtiger als weshalb.

Schnellfragen (Ja/Nein-Antworten) zur Gründerpersönlichkeit

Bist du ein Morgenmensch?

Ja, seit ich Kinder habe. 

Würdest du wieder gründen, wenn Shavejane heute nicht existieren würde?

Ja

Hast du schon mal bereut, deinen sicheren Job aufgegeben zu haben?

Nein

Glaubst du, dass Scheitern zum Unternehmertum dazugehört?

Unter gescheitert verstehe ich unter der Brücke und ohne Freunde zu leben. Das konnte ich‬‭ bisher verhindern. Seit der Gründung habe ich schon einige Fehler gemacht und sie gehören dazu: Fehler sind das, was auf dem‬‭ Weg zu besseren Lösungen als Erstes passiert‬‭.

Würdest du anderen empfehlen, mit dem Partner zusammen zu gründen?

Kommt auf den Partner an.

Schnellfragen (Ja/Nein-Antworten) zum Online Marketing und SEO

Glaubst du, dass Social Media Marketing für nachhaltige Produkte wichtiger ist als für andere?

Nein

Ist Content Marketing deiner Meinung nach wichtiger als bezahlte Werbung?

Nein

Denkst du, dass Influencer Marketing für Startups überschätzt wird?

Nein und Ja

Sollten E-Commerce-Startups von Anfang an in SEO investieren?

Kommt auf das Startup und die Industrie an. Höhle der Löwen war unser stärkster SEO-Booster.

Glaubst du, dass Video-Content der Zukunft des Online Marketings gehört?

An Video kommt kein Startup vorbei.

Shavejane: Rasur neu gedacht

Mit Leidenschaft, Nachhaltigkeit und Female Empowerment hat uns Martina Waser einen inspirierenden Einblick in die Welt von Shavejane gegeben. Vom Rasierer aus Schweizer Holz bis zur Unterstützung anderer Gründerinnen zeigt Shavejane, wie man mit klaren Werten und Mut eine Marke aufbaut.


Wir bedanken uns herzlich bei Martina für ihre Offenheit und die spannenden Antworten auf unsere Fragen.

Gründerin von Shavejane Martina Waser.
Gründerin von Shavejane Martina Waser.

KONTAKT:

www.shavejane.ch

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