Gründerstory: SongPush im Interview. Kampagnen in 3 Minuten starten. Creator-Marketing wie Performance Ads
Im Rahmen unserer Gründerstories haben wir mit Markus Cremer, Mitgründer von SongPush , gesprochen. Die Plattform stammt ursprünglich aus der Musikbranche und verbindet heute nicht nur Artists und Labels, sondern auch große Brands mit tausenden Content Creatorn weltweit.
Im Interview gibt Markus Cremer Einblicke in die Entstehung von SongPush, die Herausforderungen beim Skalieren einer Creator-Marketing-Plattform und seine Vision, Creator-Marketing so einfach, transparent und messbar zu machen wie klassische Online-Werbung.

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview
Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?
SongPush (bald: WePush) ist eine Creator-Marketing-Plattform, die ursprünglich aus der Musikbranche kommt und dort Musiker:innen, Labels und Content Creator auf Social Media zusammenbringt. Wir ermöglichen es Brands und Artists, innerhalb weniger Minuten skalierbare Kampagnen zu starten und gleichzeitig hunderte bis tausende Creator zu aktivieren – komplett automatisiert. Unsere Zielgruppe sind heute nicht nur Musiklabels und Artists, sondern zunehmend auch Brands aus ganz unterschiedlichen Branchen. Unser Ziel ist es, Creator-Marketing so einfach, transparent und skalierbar zu machen wie Performance-Marketing.
Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung
In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.
Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.
Die Idee hinter SongPush
SongPush verbindet Musiker, Labels und Creator auf Social Media – wie seid ihr auf die Idee gekommen, diese beiden Welten zu revolutionieren, und welches persönliche Problem oder Frustration war der Startschuss für die Gründung?
Der Startpunkt war eine sehr persönliche Frustration von meinem Co-Founder Stefan und mir: Als Künstler & Marketer haben wir selbst erlebt, wie ineffizient, intransparent und langsam Musikmarketing auf Social Media funktioniert. Gleichzeitig habe ich gesehen, wie stark Creator-Content Songs pushen kann, wenn er authentisch ist.
SongPush entstand aus der Frage: Warum gibt es dafür keinen skalierbaren, datengetriebenen Prozess?
Wachstum und Entwicklung
Der Gründungsprozess von 2021 bis heute war beeindruckend – von der Idee bis zu über 2.000 durchgeführten Kampagnen und einem €2,94 Millionen Seed Round im Jahr 2024. Wie habt ihr diese beeindruckende Wachstumskurve geschafft?
Unser Fokus lag von Anfang an auf einem klaren Problem und schneller Umsetzung. Statt komplexer Agenturprozesse wollten wir ein Produkt bauen, das sofort Mehrwert liefert. Über die Jahre haben wir extrem viel aus echten Kampagnen gelernt, iterativ optimiert und sehr früh auf Automatisierung gesetzt. Die Kombination aus Produkt-Markt-Fit, Wiederholungskunden und jetzt auch Internationalisierung hat das Wachstum getragen!

Strategische Weiterentwicklung
Seit 2025 öffnet sich SongPush auch für nicht-musikalische Brands wie SKY, NIVEA und Sony Pictures – war das immer Teil eurer Strategie, oder ist das eine pivot basierend auf Marktfeedback?
Eher eine Erweiterung als ein Pivot. Wir haben seit Start gewusst, dass unser Modell für mehr als nur Musik-Promotion funktioniert! Andere Branchen waren von Anfang sehr offen für unseren skalierbaren Ansatz und seit Anfang 2025 haben wir die Plattform für mehr & mehr Advertiser geöffnet. In 2026 wird das nur noch mehr werden!
Automatisierte Prozesse
Die Plattform ermöglicht es Musiker:innen und Labels, in weniger als 3 Minuten eine Kampagne zu starten und dabei hunderte bis tausende Creator gleichzeitig zu erreichen – wie habt ihr diesen Prozess so stark optimieren können?
Wir haben versucht Influencer-Marketing neu zu denken. Alles, was nicht zwingend notwendig ist, wurde entfernt: keine Einzelverhandlungen, keine manuellen Analysen etc. Stattdessen klare Parameter, Automatisierung und Standardisierung, ähnlich wie bei Ads-Plattformen, nur für Creator-Marketing.
Zusammenarbeit mit großen Partnern
Mit Kunden wie Universal Music, Sony Music, Warner Music und BMG – wie seid ihr an diese Major-Label-Deals herangekommen, und welche spezifischen Anforderungen dieser großen Player hat euer Produkt geprägt?
Über Performance und Vertrauen. Die ersten Kampagnen haben Ergebnisse geliefert, die intern überzeugt haben. Große Player haben sehr hohe Anforderungen an Transparenz, Reporting und Brand Safety. Natürlich sind auch viele Produktentscheidungen sind genau daraus entstanden, da das Produkt nicht 1:1 von der Musik übertragbar ist.
Team und Unterstützer
Euer Team besteht aus hochkarätigen Persönlichkeiten wie dem ex-Spotify DACH MD Stefan Zilch, dem Creator Rezo und dem Influencer Rewinside – wie habt ihr diese Personen gewonnen, und welche Rolle spielen sie konkret?
Nicht über Vision allein, sondern über Traction und “Hard Facts”. Unsere Investoren sind eingestiegen, weil sie gesehen haben, dass das Produkt funktioniert und ein echtes Marktproblem löst. Ihre Rollen sind sehr unterschiedlich: strategisch, beratend oder als Sparringspartner.

Transparenz und Aufklärung
Die Plattform arbeitet nach dem Power-Law-Prinzip: 2–5% der Videos erreichen 100x bessere Performance als der Durchschnitt – wie kommuniziert ihr dieses Modell klar an eure Kunden, damit sie realistische Erwartungen haben?
Sehr offen. Wir kommunizieren klar, dass Creator-Marketing kein Garant für virale Hits ist. Der Erfolg entsteht über Masse, Diversität und Statistik. Wenn Kund:innen das Prinzip verstehen, sind sie langfristig deutlich zufriedener! Häufig reicht in einer Kampagne von 100 generierten Videos nur 1 virales Video.
Automatisierung und Qualitätssicherung
Die Automatisierung steht im Zentrum eurer Lösung: keine Verhandlungen, keine Wochen-langen Abstimmungen – aber wie garantiert ihr gleichzeitig Qualitätskontrolle und Brand Safety bei hunderten oder tausenden gleichzeitigen Kampagnen?
Unser internes AI-Tool “mosaiq.” analysiert und kategorisiert Creator-Profile, Content-Historie und Performance-Signale (z. B. Tonalität, Bildsprache, Themen, Risk Flags), bevor Creator überhaupt an Kampagnen teilnehmen können. Zusätzlich arbeiten wir mit klaren Brand-Suitability-Regeln, Whitelists/Blacklists und einem hybriden Ansatz aus AI + menschlicher Stichprobenkontrolle bei sensiblen Kampagnen. Das Ziel? Maximale Skalierung ohne Kontrollverlust.
Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools
Ansprache von Labels und Creators
SongPush ist B2B2C – ihr müsst also gleichzeitig Labels/Brands UND Creator akquirieren. Welche Marketing-Kanäle funktionieren am besten für jede Zielgruppe, und wie unterscheidet sich eure Strategie zwischen den zwei Seiten?
Creator gewinnen wir am meisten über Organic “Word of Mouth”. Bei einem neuen Country-Launch kaufen wir gezielt spannende Creator aus dem Land ein, die ein Video über unsere App machen. Aber unser Lieblingskanal bleibt unser eigenes Tool. Wir nutzen unsere Plattform natürlich auch, um Creator Marketing Kampagnen für unsere eigene App zu starten.

Aufbau der Plattform
Euer Plattform-Ansatz lebt von Netzwerkeffekten – wie habt ihr den initialen Bootstrap-Phase gelöst, um genug Creator UND Labels gleichzeitig auf die Platform zu bringen?
Wir sind klar creator-first gestartet. Ohne Creator keine Plattform, deshalb haben wir früh auf niedrige Einstiegshürden, schnelle Auszahlungen und attraktive Kampagnen gesetzt. Labels kamen dann über Proof: erste virale Videos, messbare Uplifts, echte Ergebnisse.
Content und Sichtbarkeit
Content Marketing und Thought Leadership scheinen wichtig zu sein – nutzt ihr Blogs, Whitepapers, Podcasts oder andere Formate, um euch als Innovator in der Creator-Economy zu positionieren?
Tatsächlich noch zu wenig! Wir haben das aber in 2026 mehr vor. Bisher haben wir “nur” starke Case Studies, die wir natürlich zeigen wollen.
Datengetriebenes Marketing
Wie nutzt ihr Daten aus den Kampagnen für euer eigenes Marketing und PR? Habt ihr spannende Case Studies, Benchmarks oder Insights veröffentlicht, die Medien und neue Kunden anziehen?
Ja, wir schauen natürlich akribisch auf alle Zahlen und besonders die Performance der Kampagnen. Die Art der Kampagnen ist ebenfalls sehr unterschiedlich, da wir mit Brand Advertisern, Media-Agenturen, Performance Advertisers und natürlich Record Labels arbeiten. Wer ein paar Cases im Detail sehen möchte, kann sich gerne bei uns melden!
Tools für Marketing & Analyse
Welche Marketing-Automation-Tools und Analytics-Plattformen setzt ihr ein, um die Performance eurer eigenen Customer-Acquisition zu messen und zu optimieren?
Wir analysieren alle Daten in klassischen BI-Tools, von Funnel Analysen bis zu Retention-Metrics. Auch unser CRM wird von Tag zu Tag besser, besonders wenn es um die Advertiser-Seite geht.
Persönliche Fragen an die Gründer
Künstlerische Identität und Gründerrolle
Stefan Kling ist nicht nur Gründer, sondern auch Gold & Platinum ausgezeichneter Songwriter und Künstler – wie balancierst du deine künstlerische Identität mit der Rolle als Gründer und Geschäftsmensch?
Der Schlüssel war frühe Rollen-Klarheit. Jeder von uns hat einen klaren Verantwortungsbereich und wir respektieren die Expertise des anderen. Konflikte entstehen selten durch Unterschiede, sondern durch Unklarheit, und genau die haben wir bewusst minimiert.

Arbeiten mit erfahrenen Investoren und Advisor:innen
Mit so hochkarätigen Investor:innen und Advisor:innen (ex-Google, ex-Spotify Executes und prominente Creator) – wie ist es, als junge Founder in diesem Umfeld zu arbeiten, und hast du manchmal Imposter-Syndrome?
Wir sehen das entspannt. Hinter jeder erfahrenen Business-Persönlichkeit oder bekanntem Creator/Musiker verbirgt sich immer ein Mensch. Wir haben uns da nie verrückt machen lassen.
Motivation und persönliche Ziele der Gründer
Was treibt dich persönlich an – ist es die Demokratisierung des Musikmarketings, die Unterstützung von Artists, die Creator-Economy, oder etwas ganz anderes?
Wir möchten jedem ermöglichen, mit Kreativität Geld zu verdienen. Auch möchten wir schon bald 500 kleinen und mittelgroßen Creatorn ihre Miete bezahlen können!
Schnellfragen zur Gründerpersönlichkeit
Hattet ihr bereits unternehmerische Erfahrung, bevor ihr SongPush gegründet habt?
Ich habe vorher eine kleine Marketing-Agentur gegründet (releazy.com) und Stefan hat sich bereits als Rapper, Songwriter & Produzent, unter anderem mit einem Platin-Song, einen Namen gemacht! Die Erfahrungen haben uns geprägt und den Einstieg wirklich erleichtert!
Seid ihr alle drei Gründer von Anfang an vollständig in das Projekt eingestiegen, oder habt ihr schrittweise pivot?
Ja. Wir haben uns von Anfang an gesagt: Ganz oder gar nicht! Und diese Entscheidung bereuen wir auch nicht.
Hattet ihr einen konkreten Business Plan und ein detailliertes Pitch Deck, bevor ihr die ersten Investor:innen kontaktiert habt?
Ein kleines Deck hatten wir natürlich, aber wir haben uns mehr auf einen klickbaren Prototypen fokusiert, um danach die Plattform als MVP möglichst schnell an den Start zu bringen.
Schnellfragen zum Online Marketing und SEO
Nutzt ihr spezialisierte SEO-Tools wie Ahrefs, SEMrush oder Sistrix für die Optimierung eurer Website und Content-Strategie?
Ahrefs ist unser Tool of Choice! Wirklich stark, was sie auf die Beine gestellt haben.
Setzt ihr aktiv auf Paid Advertising (Google Ads, Meta Ads, TikTok Ads) zur Kundenakquisition, oder konzentriert ihr euch primär auf organische Reichweite?
Ganz vereinzelt! Unsere Akquise-Kanäle (s.o) liegen eher im Creator Marketing mit sehr vereinzeltem Boosten von Videos durch Paid Ads.
Habt ihr ein strukturiertes E-Mail-Marketing-System implementiert, um mit euren Customers und Creator:innen zu kommunizieren?
Ja, das haben wir! In Kombination mit unserem CRM ist das einer der Backbones in der skalierbaren Kommunikation.
Produziert ihr regelmäßig eigene Content-Inhalte wie Blog-Artikel, YouTube-Videos, Podcasts oder Whitepapers, um Expertise zu demonstrieren?
Noch zu wenig, aber besonders mehr Content auf TikTok steht ganz oben auf der Liste!
Arbeitet ihr mit Influencer:innen oder Creator:innen zusammen, um über Songpush selbst zu sprechen und dadurch organisches Wachstum zu generieren?
Ja, das ist einer unserer Hauptkanäle! Creator Marketing ist trotz wachsender Popularität einer der unterschätzten Kanäle, wenn er richtig skaliert wir, besonders in Zeiten hoher Ad Fatigue!
Songpush: Creator-Marketing neu gedacht
Mit SongPush zeigt Markus Cremer eindrucksvoll, wie sich Creator-Marketing durch Automatisierung, Daten und klare Prozesse skalieren lässt. Vom ursprünglichen Fokus auf Musik-Promotion bis hin zur Öffnung für internationale Brands wird deutlich, wie konsequent das Team an einem echten Marktproblem gearbeitet hat.
Wir bedanken uns herzlich bei Markus für seine Offenheit und die spannenden Einblicke in die Entwicklung von SongPush. Das Interview macht deutlich, welches Potenzial in der Creator-Economy steckt – wenn Technologie, Transparenz und Kreativität zusammenkommen.

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