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Interview WoodenValley: Die Story hinter w∞d.ii und ReBuild und warum sie den Bausektor herausfordert

WoodenValley verbindet regenerative Bildung, Forschung und zirkuläres Bauen in einem gemeinwohlorientierten Geschäftsmodell. Im Interview mit der AFS Akademie spricht Mitgründerin über Haltung statt Profit, das Tiny-Lernhaus w∞d.ii und die Vision einer klimapositiven Bauwende.

Interview WoodenValley: Die Story hinter w∞d.ii und ReBuild und warum sie den Bausektor herausfordert
Veröffentlicht am:

Wir haben mit Kamila Pasko, einer der Mitgründerinnen von WoodenValley, über die Entstehung und den Aufbau des gemeinnützigen Projekts gesprochen. Im Fokus stehen die Idee hinter w∞d.ii als mobilem Lernraum und die Aufgabe, regenerative Ansätze in Bau- und Bildungssystemen strukturell zu verankern.

Außerdem geht es um Verantwortungseigentum, Kreislaufwirtschaft und konkrete Wege, klimapositives Bauen schon jetzt in die Umsetzung zu bringen.

Woodenvalley Logo

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview

Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?

Ich bin eine der drei Mitgründer*innen von WoodenValley, ein gemeinwohlorientiertes StartUp für regenerative Bildung und kreislaufgerechtes Bauen. Ich kümmere mich bei WV vor allem um die Nachhaltigkeitskommunikation, Organisationskultur und um unseren Bildungsbereich “learn SMART. with NATURE.”

Mit w∞d.ii, einem mobilen Tiny-Lernraum nach Kreislaufprinzipien, machen wir nachhaltige Zukunftsgestaltung erlebbar – für Kinder, Jugendliche, Schulen, Kommunen und Organisationen.

Unser Ansatz verbindet Praxis, Forschung und Bildung: Menschen lernen nicht über Nachhaltigkeit, sondern durch eigenes Tun.

Unser Ziel ist es, Selbstwirksamkeit und Systemverständnis zu stärken und zu zeigen, dass regeneratives Bauen und Wirtschaften heute schon möglich sind.

Was uns auszeichnet: klare Haltung, echtes Erleben statt Theorie – und der Anspruch, Wirkung vor Wachstum zu stellen.

Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung

In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.

Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.

Verantwortungseigentum statt klassisches Startup: WoodenValleys Ansatz

WoodenValley ist als gemeinnütziges Unternehmen in Verantwortungseigentum organisiert – wie unterscheidet sich dieser Ansatz von klassischen Startup-Modellen und was waren eure Beweggründe für diese Strukturwahl?

Die meisten Startups orientieren sich stark an Investoren und Wachstum, oft mit dem Ziel eines schnellen Exits oder der Maximierung von Profiten. Entscheidungen werden in der Regel auf Basis finanzieller Rendite getroffen, was langfristige Nachhaltigkeit und Gemeinwohlgedanken häufig zurückstellt.

WoodenValleys Ansatz:
Wir sind gemeinnützig und in Verantwortungseigentum organisiert. Das bedeutet:

  • Keine externe Profitmaximierung: Gewinne fließen zurück in unsere Mission, nicht zu Investor*innen.
  • Langfristige Entscheidungsfreiheit: Wir treffen Entscheidungen auf Basis von Wirkung und Sinn, nicht von kurzfristigem finanziellen Druck.
  • Verantwortung statt Besitz: Die Organisationsstruktur schützt unser Projekt vor dem klassischen „Wachstumszwang“ und erlaubt uns, langfristig regenerative Lösungen zu entwickeln.

Unsere Beweggründe:

  • Wir wollen echte Wirkung erzielen, nicht nur wirtschaftlichen Erfolg.
  • Bildung, Forschung und praktische Projekte brauchen Stabilität, Kontinuität und Unabhängigkeit.
  • Wir möchten zeigen, dass nachhaltiges und gemeinwohlorientiertes Wirtschaften funktioniert, ohne Kompromisse bei Qualität, Haltung oder Innovationskraft.

Kurz gesagt: Ich persönlich hatte bei Gründung keine Lust auf klassische Wirtschaft und Kapitalismus. Daher war das die einzige Lösung, sich ein Stück weit davon distanzieren zu können, aber trotzdem ökonomisch handlungsfähig zu bleiben.

Klimapositives Bauen erleben: Von Vision zur Praxis

Eure Vision lautet „Lebensraum gemeinsam und konsequent klimapositiv zu gestalten" – wie konkret setzen Sie diese ambitionierte Vision in eurem Geschäftsmodell um?

In unserem learn SMART. with NATURE. Bereich zeigen wir mit unserem zirkulär und regenerativ gebauten Tiny House Lernraum w∞d.ii, wie Kreislaufprinzipien, Cradle-to-Cradle-Bauweisen, erneuerbare Energie und ökologische Materialien zusammenwirken. So wird klimapositives Bauen für alle greifbar – nicht abstrakt, sondern erlebbar.

w∞d.ii für Unternehmen: w∞d.ii ist unser Werkzeug für regeneratives Bauen und verantwortungsvolles Denken. Als zirkulärer Showroom und Aufklärungsraum bietet es eine Plattform für Austausch und Meinungsbildung zu klimarelevantem Bauen. In Cradle2Classroom-Workshops entwickeln wir gemeinsam CSR-Lösungen und gestalten die Zukunft des Bauens neu.

w∞d.ii für Schulen: w∞d.ii ist ein Zukunftsmobil, in dem Kinder und Jugendliche die Ideen von morgen entdecken können. Wir vermitteln praxisnahe Bildung, die zu selbstwirksamem Handeln ermutigt. Das gemeinnützige und partizipative Bildungsprojekt hat das Ziel, Cradle to Cradle und Kreislaufwirtschaft an Schulen und Hochschulen erlebbar zu machen. )

Unsere Forschung entwickelt dynamische Ökobilanzierungen und lebenszyklus-optimiertes Building Information Modeling (BIM), um eine fundierte Grundlage für klimapositive Bauentscheidungen zu schaffen. Mithilfe innovativer Analyseverfahren und digitaler Emissionszertifikate machen wir die CO₂-Positivität von Gebäuden transparent und fördern so klimafreundliche Projekte. Durch enge Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen treiben wir den Wissenstransfer voran und stärken den Klimaschutz in Forschung und Bildung – für eine nachhaltige Zukunft im Neubau und bei der Sanierung von Gebäuden.

In unserer Praxissäule build SMART. with NATURE. sind wir das Bindeglied zwischen Bauherren*innen und allen Projektstakeholdern. Wir geben Orientierung, formulieren konkrete Nachhaltigkeitsziele und übersetzen diese in wirksame Maßnahmen, deren Umsetzung wir über den gesamten Projektverlauf sicherstellen. Wir integrieren Maßnahmen für zirkuläres Bauen in den Bauprozess. Dabei befähigen wir Architekturbüros, die Klimawirkung ihrer Entwürfe selbstständig und nachvollziehbar zu berechnen und stärken ihre Nachhaltigkeitsexpertise. Durch datengetriebene Prozess- und Bedarfsanalysen sowie Variantenvergleiche und Klimawirkungskalkulationen erweitern wir den Entscheidungsraum. So schaffen wir eine fundierte Grundlage für klimapositive und gesundheitsfördernde Bauentscheidungen, die Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei allen Projektbeteiligten stärken.

Fürs Klima positiv, für den Menschen gesund.

Von Wissen zu Wirkung: Das 4‑Schritte-Framework in der Praxis

Mit den vier Handlungsfeldern „Verstehen", „Akzeptieren", „Handeln" und „Vorleben" habt ihr ein sehr spezifisches Framework entwickelt – wie ist dieses entstanden und welche praktischen Ergebnisse hat es bereits gebracht?

Unser Framework „Verstehen – Akzeptieren – Handeln – Vorleben“ ist aus der Praxis heraus entstanden. In unserem ersten Jahr haben wir eine Gemeinde begleitet und mit ihnen ein klimapositives New Work Quartier entwickelt. Am Ende sind politische Befindlichkeiten dazwischen gekommen. Daraus haben wir gelernt und der Frust hat uns noch mehr darin bestärkt, dass wir nicht nur Wissen vermitteln, sondern echtes, selbstwirksames Handeln ermöglichen wollen.

WoodenValley wood.ii

Forschung, Bildung und Praxis: Ein geschlossener Innovationskreislauf

WoodenValley verbindet Forschung, Bildung und Praxis – wie funktioniert das Zusammenspiel dieser drei Säulen konkret, und wie finanziert sich das Unternehmen über diese verschiedenen Bereiche?

Die Forschung liefert Daten, Methoden und Standards, die direkt in Bildungsangebote und Praxisprojekte einfließen. Forschungsergebnisse fließen in Workshops und Lehrmaterialien ein, sodass die Lernenden auf dem neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse handeln können. Wir setzen regenerative Bau- und Lernprojekte in der Realität um, z. B. unseren Tiny-Lernraum oder die Prozessbegleitung von Bau- und Sanierungsprojekten. Die Praxis liefert Rückmeldungen, die Forschung und Bildung kontinuierlich verbessern – ein geschlossener Innovationskreislauf.

w∞d.ii an Schulen: Zugang schaffen, Hürden meistern und Vertrauen aufbauen

Euer Projekt w∞d.ii ist mittlerweile an Schulen angekommen – wie habt ihr den Zugang zu Schulen geschafft, und welche Hürden musstet ihr dafür überwinden?

Wir sind nicht mit einem Produkt, sondern mit einem Bedarf auf Schulen zugegangen. Lehrkräfte und Schulleitungen stehen unter hohem Druck: Lehrpläne, Personalmangel, wenig Zeit. Deshalb haben wir w∞d.ii so konzipiert, dass es andockfähig ist – an bestehende Fächer, an BNE-Ziele, an Ganztagsformate und Projektwochen. Und: Wir sprechen die Sprache der Schulen, bleiben praktisch, verlässlich und anschlussfähig – und nehmen Schulen Arbeit ab, statt neue zu erzeugen.

Entscheidend war außerdem, Vertrauen über unsere Pilotprojekte in 2025 aufzubauen: Erst einzelne Schulen, engagierte Lehrkräfte und externe Bildungspartner, dann Weiterempfehlungen. Das IGP Förderprogramm hat dann geholfen, die finanzielle Einstiegshürde für Schulen zu senken. 2026 suchen wir wieder neue Förderpropgramme und haben mit dem Unternehmen Globetrotter schon eine*n erste*n starke*n Partner*in an Bord, die 3 Schulen unterstützen werden. 

Ausschlaggebend war auch eine bereits vorher eingegangene Kooperation mit dem Kulturagent*innen e.V., der schon lange mit Schulen zusammenarbeitet (in HH) und uns vernetzt hat. Sowie auch den Vertrauensvorschuss mitgebracht hat durch seine Empfehlung für w∞d.ii. Das spiegelt ja generell unsere Arbeit wieder, dass wir durch Kooperationen immer einen Schritt weiter kommen und wieder andere dabei mitnehmen und fördern.

Zu den Hürden würde ich zählen: 

Schulen sind zwar komplexe Systeme, in denen man Geduld, klare Kommunikation und verlässliche Abläufe braucht. Aber wir haben bis jetzt mit allen Schulen super Erfahrungen gemacht. Vorwiegend auch, weil eine sehr gleichgestellte Arbeitsweise von Schulleitung und Lehrkörper stattfand. Sprich, mit sehr wenig Hierarchie und viel Selbstbestimmung der engagierten Lehrkräfte.

Der Zeit- und Ressourcenmangel ist auf jeden Fall ein Thema, selbst motivierte Lehrkräfte haben oft kaum Spielraum. Deshalb übernehmen wir mit unserem pädagogischen Team viel Organisation und Durchführung.

Skepsis gegenüber uns als „externes Projekt“ haben wir nur einmal erlebt. Was geholfen hat, war zu zeigen, dass w∞d.ii kein kurzfristiges Event ist, sondern langfristig wirksame Bildungsarbeit unterstützt.

Was Genehmigungen, Aufsichtspflichten, Sicherheitsfragen angeht – all das haben wir Schritt für Schritt erforscht und immer mit Hilfe der Schule lösen können. Wenn sich eine Schule einmal DAFÜR entscheidet, scheinen die formellen Hürden doch nicht so hoch zu sein. 

Und last but not least: die Kommunikation mit dem*der Hausmeister*in ist neben Schulleitung das A&O. Wenn du hier einen guten Draht hast, geht “fast” alles 😉

ReBuild: Ein Reallabor für klimapositives und zirkuläres Bauen

Das Projekt ReBuild wird als Möglichkeit beschrieben, nachhaltiges Bauen zu revolutionieren – was ist konkret geplant und welche Partner sind involviert?

ReBuild ist das zentrale Reallabor des GEFION-Projekts – ein autarker, zweigeschossiger Holzbau auf dem Campus Göppingen der Hochschule Esslingen, der als lebender Forschungs- und Demonstratorbau dient und die Bau- und Nutzungspraxis nachhaltiger Gebäude erforscht:

Forschungs- und Praxisziele

  • Messdaten-Erhebung: Sensorik im Gebäude erfasst kontinuierlich Daten zu Raumklima, Energieversorgung und Wetterbedingungen. Diese echten Felddaten werden genutzt, um Modellannahmen und Simulationen zu überprüfen.
  • Digitaler Gebäudezwilling: Auf Basis dieser Messdaten wird ein digitaler Zwilling entwickelt, der den Energiebedarf, Emissionen und das Verhalten des Gebäudes simuliert – vor und nach dem realen Bau.
  • Dynamische Ökobilanzierung: Anders als klassische statische Ökobilanzen ermöglicht der digitale Zwilling eine kontinuierlich aktualisierte Ökobilanz, die Veränderungen im Betrieb und der Nutzung berücksichtigt – z. B. wenn der Standort, das Nutzerverhalten oder die Energiequelle sich ändern.
  • CO₂-Speicherzertifikate: Die Methodenentwicklung zielt darauf ab, aus diesen dynamischen Ökobilanzen transparente und handelbare CO₂-Speicherzertifikate für klimapositive Gebäude abzuleiten.
  • Zirkuläres Bauen als Praxispraxis: Der Baukörper selbst wird als vollständig reversibel konzipiertes Systemerrichtet – Materialien sind wiederverwendbar, rückbaubar und werden teilweise aus Recycling- oder Restmaterialien gewonnen.
  • Autarke Energieversorgung: Photovoltaik, intelligente Speicher und andere nachhaltige Energietechnologien sollen eine energieautarke Nutzung demonstrieren.

Der Reallaborbau soll maßgeblich als physischer Beweis dienen, ob digital-datengetriebene Prognose- und Bewertungssysteme realitätsgetreu funktionieren

Das Projekt wird von einem interdisziplinären Konsortium getragen, das Forschung, Software, Architektur und Nachhaltigkeitsanalyse verbindet:

Projektpartner

  • NETSYNO Software GmbH – Konsortialführer, verantwortlich für Software- und Datenprozesse.
  • andOFFICE Blatter Ertel Probst Freie Architekten PartGmbB – Architekturbüro, das die Planung und nachhaltige Gebäudeplanung verantwortet.
  • Hochschule Esslingen – University of Applied Sciences – Hauptforschungspartnerin vor Ort, entwickelt u. a. den digitalen Zwilling und begleitet den Bau als Forschungsfeld.
  • WoodenValley gGmbH – Partner mit Fokus auf zirkuläre Bauweisen, Nachhaltigkeit und praktische Integration der Forschung.
  • Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES) – Wissenschaftlicher Partner zur Lebenszyklusanalyse (LCA), Beratung und Methodik zur Emissionsberechnung.

Diese Kombination verbindet praktische, technische, architektonische und wissenschaftliche Kompetenzen für die Transformation des Bau- und Gebäudesektors.

Kreislaufwirtschaft greifbar machen: Komplexe Zusammenhänge verständlich vermitteln

Kreislaufwirtschaft im Bauen ist kein einfaches Konzept – wie vermittelt ihr Menschen und Organisationen, die wenig Vorkenntnisse haben, diese komplexen Zusammenhänge?

Je nach Zielgruppe, starten wir bei Fragen, die jede*r kennt:

Wo kommt ein Material her? Was passiert, wenn ich es wegwerfe? Warum fühlt sich ein Raum gut oder schlecht an?

Erst danach führen wir Begriffe wie Lebenszyklus, CO₂, Rückbaubarkeit oder Schadstofffreiheit ein.

Mit w∞d.ii arbeiten wir in einem gebauten Beispiel:

Materialien, Konstruktion, Energie und Wasser sind sichtbar und erklärbar. Kreislaufwirtschaft ist kein abstraktes Diagramm, sondern Teil des Raums, in dem man steht.

Wir übersetzen Komplexität in klare Entscheidungslogiken:

  • Was bleibt im Kreislauf, was nicht?
  • Welche Entscheidung hat die größte Hebelwirkung?
  • Was ist „gut genug“, um heute zu starten?

So vermeiden wir Überforderung, ohne Inhalte zu verfälschen. Uns ist wichtig, dass Menschen die Angst vor der Komplexität verlieren und Handlungssicherheit gewinnen. Und dass Organisationen erkennen, dass Kreislaufwirtschaft kein Idealzustand ist, sondern ein lernbarer Prozess mit klaren nächsten Schritten.

„20 for 25“: Kreislaufwirtschaft praxisnah in Schulen umsetzen

Mit „20 for 25" habt ihr ein Programm, das Kreislaufwirtschaft an Schulen bringt – wie wählt ihr die Schulen aus und wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus?

Es braucht mindestens eine engagierte Lehrkraft oder Schulleitung, die das Projekt intern trägt.

Die Schule muss bereit sein, Kreislaufwirtschaft nicht nur als Aktionstag, sondern als Lernprozess zu verstehen.

Wir achten auf Vielfalt: unterschiedliche Schulformen, soziale Kontexte und Regionen.

Wo möglich, priorisieren wir Schulen, die ohne Förderung keinen Zugang zu solchen Angeboten hätten.

Gemeinsam klären wir dann: Wo passt das Projekt in den Schulalltag? Fachunterricht, Projektwoche, Ganztag oder schulübergreifend? Wir passen Inhalte und Formate an die Realität der Schule an.

Der mobile Lernraum kommt für einen definierten Zeitraum auf den Schulhof.

Wir begleiten mit Workshops, offenen Lernformaten und Materialien – für Schüler*innen und Lehrkräfte.

Lehrkräfte werden nicht zu Zuschauerinnen, sondern zu Mitgestalter*innen. So bleibt Wissen in der Schule und wirkt über das Projekt hinaus.

Am Ende steht nicht nur ein Erlebnis, sondern:

  • Materialien für den weiteren Unterricht
  • Ideen für Folgeprojekte
  • ein gemeinsames Verständnis von Kreislaufwirtschaft im Schulkontext

Wir wählen Schulen, die wollen – und arbeiten so mit ihnen, dass Bleibendes entsteht, nicht nur ein gutes Event.

Nachhaltiges Holzbauen: Kernstück der WoodenValley-Philosophie

Welche Rolle spielt nachhaltiges Holzbauen bei WoodenValley, und warum ist das Material Holz für eure Philosophie so zentral?

Holz ist eines der wenigen Baumaterialien, das bei verantwortungsvoller Nutzung klimapositiv wirken kann: Es speichert CO₂, ist erneuerbar, gut rückbaubar und ermöglicht konstruktive Lösungen, die ohne komplexe Hightech auskommen. Deshalb ist Holz das zentrale Material in Projekten wie w∞d.ii und ReBuild.

UND: Holz zwingt zur Auseinandersetzung mit Verfügbarkeit, Pflege und Verantwortung. Es steht damit im Kontrast zu einer Bauweise, die unbegrenzte Ressourcen suggeriert. 

Holz ist für uns Material, Methode und Botschaft zugleich.

Es ermöglicht klimapositives Bauen – und erzählt gleichzeitig die Geschichte, die wir vermitteln wollen: Bauen im Einklang mit natürlichen Kreisläufen, nicht gegen sie.

Wahrnehmung und Finanzierung: Gemeinnützig vs. profitorientiert

Wie unterscheidet sich WoodenValley als gemeinnütziges Unternehmen in der Wahrnehmung und beim Zugang zu Investitionen und Förderung im Vergleich zu profitorientierten Startups?

Profitorientierte Startups werden oft als risikofreudige Wachstumsmaschinen wahrgenommen: schnell, innovativ, skalierbar – mit klarer Erwartung an Rendite für Investor*innen.

WoodenValley als gemeinnütziges Unternehmen in Verantwortungseigentum wird eher als verlässlicher, langfristig orientierter Partner wahrgenommen, der Wirkung vor Profit stellt. Das zieht Partner*innen an, die Sinn, Wirkung und Verantwortung priorisieren, kann aber manche klassische Investoren abschrecken, die schnelle finanzielle Rendite erwarten.

WoodenValley WoodenValley wood.ii in verschiedenen Ausführungen

Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools

Digitale Sichtbarkeit und Online-Marketing bei WoodenValley

Wie nutzt WoodenValley derzeit digitale Kanäle und Online-Marketing, um eure Zielgruppen (Schulen, Unternehmen, Fachleute) zu erreichen – und wo seht ihr noch Potenzial?

a. Wir nutzen digitale Kanäle aktuell sehr gezielt und inhaltlich stark, weniger klassisch kampagnengetrieben. Unsere Website bildet die inhaltliche Basis, ergänzt durch LinkedIn als wichtigsten Kanal für Fachöffentlichkeit, Unternehmen und Netzwerke. Instagram nutzen wir stärker visuell und niedrigschwellig – insbesondere für Bildungsformate, Festivals und w∞d.ii als Erlebnisraum. 

b. Ein bewusster Schwerpunkt liegt zudem auf Videoformaten, in die wir gezielt investieren. Gerade bei komplexen Forschungs- und Bildungsthemen setzen wir auf Bewegtbild, um Zusammenhänge verständlich zu machen und gleichzeitig sichtbar zu zeigen, wer hinter WoodenValley steht. Authentische Einblicke in Projekte, Denkprozesse und Menschen sind für uns ein zentraler Hebel, um Vertrauen, Glaubwürdigkeit und langfristige Beziehung aufzubauen – wichtiger als perfekter Hochglanz oder reine Reichweite. 

c. Ergänzend nutzen wir Podcasts sehr gezielt. Wir sind bereits in mehreren thematisch passenden Podcasts vertreten und planen, dieses Format weiter auszubauen, da es Raum für Tiefe, Einordnung und persönliche Perspektiven bietet – insbesondere für Themen wie Kreislaufwirtschaft und klimapositives Bauen. 

d. Unser Fokus liegt insgesamt auf organischer Sichtbarkeit, konsistenter Profilbildung und Storytelling statt auf kurzfristigen Werbekampagnen. Potenzial sehen wir vor allem darin, unsere Inhalte künftig noch stärker systematisch zu verzahnen – über SEO, Website-Strukturen, Newsletter, Social Media sowie Video- und Audioformate hinweg.

Aufbau und Pflege von Community und Netzwerken bei WoodenValley

Der Aufbau von Community und Netzwerk scheint zentral – welche Tools oder Plattformen setzt ihr ein, um diese Communities zu pflegen und zu erweitern?

a. Community-Aufbau ist für uns kein „Marketing-Add-on“, sondern Teil unserer Wirkung. Zentral sind dabei persönliche Netzwerke, LinkedIn, unser Newsletter sowie der direkte Kontakt über Veranstaltungen, Workshops und Kooperationsprojekte. 

b. Wir arbeiten mit E-Mail-Tools für regelmäßige Updates, nutzen CRM-Strukturen für Kontakte aus Projekten, Förderungen und Partnerschaften und setzen stark auf Co-Creation: also gemeinsame Formate, Posts oder Veranstaltungen mit Partner*innen. Perspektivisch sehen wir Potenzial in klareren Community-Formaten – z. B. themenspezifische Verteiler, Projektupdates oder digitale Austauschformate für bestimmte Zielgruppen.

Komplexe Themen online verständlich und spannend vermitteln

Wie macht ihr komplexe Themen wie Kreislaufwirtschaft und klimapositives Bauen online verständlich und spannend für diverse Zielgruppen?

a. Unser Ansatz ist: vom Erleben zum Verstehen. Wir übersetzen komplexe Themen nicht primär über abstrakte Fachtexte, sondern über konkrete Beispiele, Bilder und Geschichten aus der Praxis. Formate wie w∞d.ii dienen dabei als realer Ankerpunkt – online wie offline. 

b. Ein wichtiger Bestandteil sind unsere Co-Creations mit Materialhersteller*innen und Materialsponsor*innen: Über Referenzprojektbeiträge, Transparenzkampagnen und gemeinsame Inhalte machen wir Materialien, ihre Herkunft, Nutzung und Kreislauffähigkeit sichtbar und nachvollziehbar. Auf unserer Website stellen wir die im w∞d.ii verbauten Materialien bewusst detailliert dar, um Zusammenhänge zwischen Material, Wirkung und Entscheidung zu verdeutlichen. 

c. Je nach Zielgruppe gehen wir unterschiedlich tief: Fachpublikum erhält vertiefende Informationen, während Schulen und eine breitere Öffentlichkeit über visuelle, erzählerische Zugänge abgeholt werden. Wichtig ist uns dabei immer, Komplexität nicht zu verschleiern, sondern verständlich zu strukturieren – und konkrete Handlungsbezüge herzustellen.

Newsletter als Bindungs- und Vertrauensinstrument in der Kommunikation

Welche Rolle spielen Newsletter (wie eure monatlichen Forschungs- und Bildungsupdates) in eurer Kommunikationsstrategie, und wie misst ihr deren Erfolg?

a. Der Newsletter ist für uns ein zentrales Bindungsinstrument. Er verbindet Forschung, Bildung und Praxis und ermöglicht uns, Entwicklungen, Erkenntnisse und Einblicke regelmäßig und kuratiert zu teilen – unabhängig von Plattform-Algorithmen. 

b. Wir messen klassische Kennzahlen wie Öffnungs- und Klickraten, aber auch qualitative Effekte: Rückmeldungen, direkte Anfragen, Projektanbahnungen oder Weiterleitungen. Gerade im Förder- und Partnerkontext ist der Newsletter ein wichtiges Vertrauens- und Kontinuitätsinstrument, weniger ein reines Reichweiten-Tool.


Ausbau der digitalen Sichtbarkeit: Fokus auf Fachplattformen, Website und Newsletter

Plant ihr, eure Online-Präsenz und digitale Sichtbarkeit in den kommenden Jahren auszubauen, und wenn ja – welche Kanäle sollen prioritär werden?

Ja, definitiv. Wir sehen digitale Sichtbarkeit als Voraussetzung für Skalierung, Wirkung und Finanzierung. Priorität hat der weitere Ausbau der Website als Wissens- und Angebotsplattform, ergänzt durch eine strategischere SEO-Ausrichtung. 

LinkedIn bleibt ein zentraler Kanal für Fachöffentlichkeit, Unternehmen und Förderpartner*innen – insbesondere im Rahmen unseres Expert-Positioning-Ansatzes. Wir wollen einzelne Teammitglieder noch gezielter als fachliche Stimmen zu ihren Themen positionieren und persönliche Profile stärker für Wissens- und Beziehungskommunikation nutzen. 

Newsletter werden weiter professionalisiert und stärker segmentiert. Perspektivisch bauen wir auch Audio- und Videoformate aus, allerdings bewusst ressourcenschonend und inhaltlich fundiert – als Ergänzung zur fachlichen Tiefe, nicht als trendgetriebene Reichweitenformate.

Persönliche Fragen an die Gründer

Die persönliche Inspiration hinter WoodenValley: Freundschaft, Vision und Wirkung über Profit

Was war der persönliche Moment oder die Inspiration, die euch dazu bewogen hat, WoodenValley zu gründen und diese Reise zu starten?

Der persönliche Funke kam, als ich Robert nach 20 Jahren wiedertraf, meinen alten Schulfreund. Ich hatte die Idee eines Tiny Houses nach Cradle-to-Cradle-Prinzipien, und er hat sie in eine konkrete Geschäftsidee übersetzt. Danach haben wir gemeinsam den gemeinnützigen Rahmen darum gebaut, um sicherzustellen, dass die Idee ihre Haltung und Wirkung niemals verliert. So begann unsere WoodenValley-Reise – aus Freundschaft, Vision und dem Wunsch, zu wirken und gestalten, statt nur Geld anzuhäufen.

Persönliche Motivation: Lösungen finden und Kreislaufwirtschaft erlebbar machen

Kreislaufwirtschaft ist ein großes Thema – welche persönliche Erkenntnis oder ein Schlüsselerlebnis hat euch gezeigt, dass dies der richtige Weg ist?

Für Robert war der Antrieb die Herausforderung: Alle sagten, das geht nicht – und genau das hat ihn motiviert, Lösungen zu finden.Für mich war es der erste Moment, als ich in unserem w∞d.ii stand, auf einer Veranstaltung, die nichts mit Bauen zu tun hatte. Alle Fragen, die mich lange beschäftigt hatten – Wie wollen wir leben? Was brauchen wir für ein gutes Leben? Wie wirken gesunde Räume auf Menschen? – wurden sofort spürbar. Die Menschen waren von allein inspiriert und neugierig. In diesem Moment wurde klar: Kreislaufwirtschaft ist der richtige Weg, weil sie Erleben, Lernen und Handeln verbindet.

WoodenValley wood.ii Tiny Houses
Das Motto des Unternehmens ist „Eine runde Sache" – wie zeigt sich diese Philosophie in eurem persönlichen Leben und Arbeitsalltag?

Unser Motto ist eher “Kreislaufdenken für alle!” 🙂 Mich persönlich trägt das Thema schon seit 15 Jahren durch meinen Alltag. Die meisten Entscheidungen laufen automatisch durch einen Miniprozess: Mache ich damit Müll? Wie kann ich das verhindern? Wie kann der Müll Nährstoff sein oder technisch wiederverwertbar. Ganz oft habe ich auch keine eindeutige Antwort darauf, aber allein der bewusste Prozess lässt mich in dem guten Gewissen, dass ich es zumindest versucht habe, den “besseren” Weg zu finden.
Um dieses Selbstverständnis weitertragen zu können, ohne den erhobenen Zeigefinger, habe ich Nachhaltigkeit & Bildung studiert und das Ganze mit viel Coaching begleitet. So entstand die Idee von w∞d.ii – ein Lernraum, der die Botschaft ganz von allein vermittelt, ohne erhobenen Zeigefinger.

Wesentliche Fähigkeiten und Lernfelder beim Aufbau von WoodenValley

Welche persönliche Eigenschaft oder Fähigkeit glaubt ihr war am wichtigsten, um WoodenValley aufzubauen – und wo musste ihr als Gründer noch wachsen?

Für mich war vor allem der generalistische Blick und das Erkennen von Schnittstellen entscheidend. Als Kulturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Cultural Engineering habe ich gelernt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und Wissen zu verbinden – genau das nutzen wir, um immer wieder neue Schnittstellen zum konventionellen Bauen zu entdecken und innovative Ideen zu entwickeln.

Eine zweite Fähigkeit kommt aus meiner Zeit im Tourismus und Verkauf: Ich habe gelernt, dass alles am besten läuft, wenn man nur verkauft, was man selbst liebt. Früher waren es Reisen nach Neuseeland oder Afrika – heute ist es die Leidenschaft für Tiny Houses und nachhaltige Architektur, die mich antreibt.

Wo wir wachsen mussten, waren die Themen Organisation und Struktur: Ideen alleine tragen nicht – Prozesse, Teamorganisation und Projektplanung mussten bewusst aufgebaut werden. Und wir wollten von Anfang an nichthierarchische und an Soziokratie angelehnte Strukturen und New Work integrieren. Das war und ist weiterhin ein „Brocken“. An dem wir aber gern und täglich dazulernen. 

Außerdem macht uns bis heute die Finanz- und Förderlogik zu schaffen: Gemeinnützigkeit bietet Freiheiten, aber auch komplexe Anforderungen – hier mussten wir systematisches Wissen entwickeln und die Förderlogik ändert sich aber gefühlt auch ständig. 

Kurz gesagt: Vision, Beharrlichkeit und Kreativität brachten uns ins Handeln – Geduld, Struktur und Führungsfähigkeit haben uns erst nachhaltig wachsen lassen.

Nachhaltigkeit als gemeinsamer Lern- und Erfahrungsprozess

Was habt ihr durch die Arbeit mit Schulen, Unternehmen und Gemeinschaften persönlich gelernt, das euer Verständnis von nachhaltigkeit verändert hat?

Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass echte Veränderung immer über Begegnung und Zusammenarbeit passiert: Jede Schule, jedes Team, jede Community bringt neue Perspektiven, Zweifel und Ideen ein. Das hat mein Verständnis von Nachhaltigkeit erweitert – sie ist jetzt ein viel mehr dynamischer Prozess, der von Handeln, Reflektieren und gemeinsamen Erfahrungen lebt und nicht davon, was wir uns alles auf dem Papier ausdenken.

Schnellfragen zur Gründerpersönlichkeit

Hattet ihr bereits Unternehmenserfahrung, bevor ihr WoodenValley gegründet habt?

Wir hatten vor WoodenValley keine direkte Gründungserfahrung: Ich selbst habe lange ehrenamtlich Bildungs- und Nachhaltigkeitsprojekte umgesetzt und im Angestelltenverhältnis viel selbstbestimmt gearbeitet. Und im Studium Organisationsentwicklung und Stadtplanung als Teilbereiche kennengelernt. Robert bringt als Diplom-Ingenieur umfassende Berufserfahrung aus STIHL mit – unter anderem als Abteilungsreferent Analytics und Anwendungen, Business Unit Team Lead sowie Process Owner Produktmanagement & Services – und ist zudem zertifizierter Scrum Master (PSM I), Product Owner (PSPO I) und OKR Master.

War nachhaltiges Bauen für euch von Anfang an die Leidenschaft, oder hat sich das während des Gründungsprozesses entwickelt?

Die Leidenschaft waren Klimaschutz / Cradle to Cradle und Tiny Häuser. Die Konsequenz daraus war erst das zirkuläre und regenerative Bauen und damit verbunden vor allem die Befähigung von anderen.

Glaubt ihr, dass es einfacher ist, ein gemeinnütziges Unternehmen zu gründen als ein profitorientiertes Startup?

Schwieriger ist es, weil man in einem kapitalistischen System Haltung zu Gemeinwohl und Klimaschutz konsequent verteidigen muss – das ist oft herausfordernder, als bekannte Strukturen zu nutzen und nach klassischen Spielregeln zu agieren.
Andererseits ist es einfacher, weil der Sinn von Anfang an antreibt. Wer für eine gute Sache steht, bekommt viel glaubwürdige Unterstützung, und viele Wege ebnen sich quasi von selbst, allein durch die Werteorientierung.

Würdet ihr sagen, dass Netzwerken und Beziehungen der Schlüssel zum Erfolg von WoodenValley waren?

Ja, definitiv. Eigentlich fast nichts Anderes 🙂

Habt ihr schon mal ernsthaft überlegt, WoodenValley in ein profitorientiertes Unternehmen umzuwandeln?

Nein, eine Profitorientierung war nie unser Ziel.
Allerdings prüfen wir im Forschungskontext gelegentlich, ob Ausgründungen sinnvoll sein könnten, falls die gemeinnützige Struktur bestimmte Innovationen aus unseren Forschungsergebnissen zu stark bremsen würde – immer mit dem Fokus, dass die Mission und Haltung erhalten bleiben.

Schnellfragen zum Online Marketing und SEO

Nutzt WoodenValley aktiv SEO-Strategien, um in Google-Rankings für Begriffe wie „nachhaltiges Bauen“ oder „Kreislaufwirtschaft“ zu ranken?

Wir arbeiten weniger mit klassischem SEO im Sinne von Keyword-Optimierung auf Reichweite, sondern sehr bewusst mit Begrifflichkeit und Sprache als strategischem Werkzeug. Uns ist wichtig, nicht nur sichtbar zu sein, sondern auch inhaltlich sauber zu bleiben. 
Deshalb verwenden wir Begriffe wie klimapositiv, regenerativ oder zirkuläres Bauen bewusst und konsequent – und vermeiden pauschale oder inflationär genutzte Begriffe wie „nachhaltig“, die aus unserer Sicht oft Greenwashing begünstigen. Diese sprachliche Präzision ziehen wir durch alle Kanäle: Website, Newsletter, Social Media, Präsentationen und Projektbeschreibungen. 
Dazu gehört auch, dass wir uns selbst immer wieder korrigieren, wenn uns alte Begriffe „reinrutschen“. Bestimmte Referenzen wie Cradle to Cradle, Materialkreisläufe oder klar definierte Hashtags nutzen wir kontinuierlich, um Wiedererkennbarkeit, inhaltliche Tiefe und langfristige Auffindbarkeit aufzubauen. 
SEO verstehen wir dabei nicht nur als technische Disziplin, sondern als langfristige Bedeutungsarbeit: Wir wollen die Begriffe prägen, für die wir stehen – auch wenn das kurzfristig weniger Reichweite bedeutet, dafür aber mehr Klarheit, Vertrauen und Wirkung.

Habt ihr ein dediziertes Team oder Partner für Online-Marketing, oder wird das eher nebenbei von mehreren Personen betreut?

Kommunikation und Marketing liegen bei uns klar in einer Person als Verantwortungsbereich, werden aber inhaltlich sehr stark im Team entwickelt. Das heißt: Strategie, Tonalität und Struktur sind zentral gebündelt, während Inhalte aus den jeweiligen Expertisen im Team entstehen – aus Bildung, Forschung und Praxis. 
Ein bewusster Bestandteil unserer Strategie ist dabei Expert Positioning. Wir nutzen persönliche LinkedIn-Profile der Teammitglieder gezielt als Kommunikationskanäle, weil Inhalte dort authentischer, dialogischer und glaubwürdiger funktionieren als über reine Organisationsaccounts. Teammitglieder treten also selbst als Kommunikator*innen ihrer Themen auf; die WoodenValley-Kanäle greifen diese Beiträge anschließend auf, etwa durch Reposts. 
So bauen wir Sichtbarkeit, Vertrauen und Netzwerk organisch auf. Externe Unterstützung ist perspektivisch denkbar, aktuell arbeiten wir bewusst hands-on und integriert.

Plant ihr in den nächsten 12 Monaten ein größeres Online-Marketing-Budget einzuplanen?

Aktuell setzen wir primär auf organische Reichweite. Mit zunehmender Skalierung und Projektgröße ist ein gezielteres Budget durchaus vorgesehen – allerdings strategisch und wirkungsorientiert, nicht breit gestreut.

Sind Social-Media-Kanäle wie Instagram oder LinkedIn wichtig für eure Kommunikation mit Schulen und Unternehmenspartnern?

Ja, sehr wichtig – allerdings mit klar unterschiedlicher Funktion: LinkedIn für Fachlichkeit, Netzwerk und Partnerschaften; Instagram für Sichtbarkeit, visuelles Storytelling, Bildung und emotionale Zugänge.

Würdet ihr sagen, dass Word-of-Mouth und persönliche Netzwerke derzeit wichtiger für euer Wachstum sind als bezahlte digitale Kanäle?

Absolut. Persönliche Netzwerke, Empfehlungen und direkte Erfahrungen sind aktuell der wichtigste Wachstumstreiber. Digitale Kanäle unterstützen das – sie ersetzen es nicht.

WoodenValley: Wirkung vor Wachstum

Das Interview macht deutlich: Profitmaximierung ist nicht die einzige Messgröße für Erfolg. WoodenValley setzt auf Impact, Bildungsarbeit und langfristige Verantwortung. Mit Projekten wie w∞d.ii und ReBuild zeigen sie, dass klimapositives, zirkuläres Bauen bereits heute realisiert werden kann.

Danke an Kamila von WoodenValley für die offenen und nachdenklichen Antworten. Das Gespräch zeigt, wie viel Mut, Ausdauer und Überzeugungskraft erforderlich sind, um neue Wege im Bausektor zu gehen. und wie motivierend es ist, wenn Haltung und Unternehmertum Hand in Hand arbeiten.

Gründer Kamila Pasko, Robert Böker & Christian Ritz von Woodenvalley
Gründer Kamila Pasko, Robert Böker & Christian Ritz von WoodenValley

KONTAKT:

www.woodenvalley.de

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