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wyrld: Wie Jakob Neise Social Commerce für Gen Z & Gen Alpha neu definiert

Mit wyrld bauen Jakob Neise und sein Team eine Plattform, die Creator, Marken und junge Zielgruppen miteinander verbindet. Kuratierte Produkte, 3D-Storefronts und echte Empfehlungen statt Werbelinks machen Social Commerce hier erlebbar.

wyrld: Wie Jakob Neise Social Commerce für Gen Z & Gen Alpha neu definiert
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Im Rahmen unserer Gründerstories hat sich Jakob Neise, Co-Founder von wyrld, die Zeit genommen, um uns spannende Einblicke in die Entstehung und Vision seines Start-ups zu geben. Er spricht über die Besonderheiten der Plattform, die Herausforderungen im Social-Commerce-Markt und wie wyrld neue Wege für Creator und Marken schafft.

Logo von wyrld

Elevator-Pitch als Einleitung für das Interview

Bitte erkläre den Lesenden der AFS-Akademie etwas über euer StartUp. Wer bist du? Was tust du? Wer ist eure Zielgruppe? Was sind deine Ziele? Was zeichnet euer StartUp aus?

Ich bin Jakob Neise, 22, aus Hamburg und Co-Founder von wyrld. Mein erstes Unternehmen habe ich noch aus der Schule heraus gegründet, die Agentur Play the Hype. Dort haben wir Marken wie Adidas, L’Oréal, Vodafone oder die Sparkasse dabei unterstützt, junge Zielgruppen authentisch zu erreichen und das auf über 40 Mitarbeitende skaliert.

Mit wyrld geben wir den größten Content Creators Europas eine eigene Storefront. Dort verkaufen sie sowohl eigene Produkte wie Merchandise als auch ausgewählte Produkte von Brands, die sie wirklich nutzen und mögen. Also keine Werbelinks, sondern echte Empfehlung und Kuration.

Unsere Zielgruppe ist Gen Z und Gen Alpha. Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Plattform in der Creator Economy zu bauen, die echten Mehrwert für KonsumentInnen, Creator und Marken schafft.

Hauptfragen zum Unternehmen & der Gründung

In den folgenden Fragen werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Entwicklung des Startups und die strategischen Entscheidungen dahinter.

Die Gründer berichten dabei offen über Herausforderungen, Erkenntnisse und Meilensteine ihres unternehmerischen Weges.

Social-Commerce neu gedacht: Wie wyrld Vertrauen, Discovery und Kauf verbindet

Ihr positioniert euch als Social-Commerce-Plattform, die Brands, Gen Z & Gen Alpha und Creator verbindet. Wie beschreibt ihr in einem Satz, welches Problem ihr im E-Commerce konkret löst?

Mit Agentic AI wird sich E-Commerce stark verändern: Viele Shops werden künftig kaum noch echte Besucher sehen, sondern vor allem Agents die für User kaufen. Umso wichtiger wird Social Commerce, also Kaufentscheidungen über Vertrauen und Discovery. Unsere These ist, dass Social Apps selbst dafür nicht der richtige Ort sind, weil der Intent dort zu kaufen nicht im Vordergrund steht, sondern Konsumieren und Vernetzen ist. wyrld schließt genau diese Lücke dazwischen.

Vom Feed zum Raum: So entsteht das Shopping-Erlebnis der Zukunft

wyrld setzt auf immersive, begehbare 3D-Räume statt auf einen klassischen Feed. Wie ist diese Idee entstanden – gab es einen bestimmten Moment, in dem euch klar wurde: „Der Shop der Zukunft ist ein Raum, kein Feed“?

Die 3D-Räume waren unser Go-to-Market, um zu zeigen, dass Shopping neue Anreize braucht. Gerade Social Shopping profitiert stark von Gamification und Interaktion. Räume schaffen genau das. Gleichzeitig war uns früh klar, dass wir auch skalierbar denken müssen. Deshalb rollen wir aktuell zusätzlich vereinfachte, self-serve Storefronts aus.

Authentischer Influencer-Commerce: Wie wyrld Starre im Marketing aufbricht

Ihr überbrückt die Lücke zwischen Influencer-Marketing und klassischem Onlinehandel. Was läuft im heutigen Influencer-Commerce aus eurer Sicht fundamental falsch und wie setzt ihr dort mit wyrld an?

Seit Jahren läuft viel falsch, weil Marken extrem starre Briefings vorgeben. Dadurch verlieren Creator ihre Authentizität. Wenn Creator selbst zu VerkäuferInnen werden und entscheiden, welche Produkte sie zeigen, entstehen Inhalte, die sich natürlich anfühlen. Genau das ermöglicht wyrld.

Curated by People: Creator entscheiden, nicht Algorithmen

Eure Plattform verspricht „curated by people statt unendlicher Kataloge“. Nach welchen Kriterien entscheidet ihr, welche Produkte und Brands in die Räume der Creator kommen – und wer hat am Ende das letzte Wort: Marke, Creator oder Algorithmus?

Wir sind wirklich curated by people. Am Ende entscheidet immer der Creator, welche Produkte gezeigt werden. Nichts wird aufgezwungen, kein Algorithmus bestimmt das Sortiment.

wyrld Office

Gen Z & Gen Alpha: Aufmerksamkeit, Vertrauen und spielerische Kuration

Ihr adressiert explizit Gen Z und Gen Alpha, die mit klassischen Shops kaum noch abgeholt werden. Welche Verhaltensmuster dieser Zielgruppen haben eure Produktentscheidungen am stärksten beeinflusst?

Die Aufmerksamkeitsspanne ist deutlich geringer als bei älteren Generationen und die emotionale Nähe zu Creatorn ist extrem hoch. Deshalb setzen wir auf eine sehr einfache Oberfläche, kombinieren sie aber mit spielerischen Elementen und bauen stark auf Vertrauen und Kuration statt auf endlose Auswahl.

Pre-Seed-Erfolg dank Vision, Team und Gründer-Historie

Ihr habt bereits eine siebenstellige Pre-Seed-Runde abgeschlossen. Was hat eure Investor:innen am meisten überzeugt – die Vision, der Markt, eure Gründer-Historie oder erste Zahlen aus euren Tests?

Die Runde haben wir noch vor echten Zahlen oder einem technischen Proof of Concept geraised. Es ging also um die Vision, das Problem was wir lösen wollen, das  Team und unsere Gründer-Historie. In so frühen Phasen sind das meistens die entscheidende Faktoren.

Von der Agentur zur Plattform: Learnings und neue Denkweisen

Vor wyrld wart ihr tief in der Creator- und Influencer-Welt unterwegs (Agenturen, Kampagnen, Management). Welche Erfahrungen aus dieser Zeit habt ihr 1:1 in wyrld übersetzt – und welche „alten“ Muster musstet ihr ganz bewusst über Bord werfen?

Eine nicht investorenfinanzierte Agentur aufzubauen ist etwas völlig anderes als ein skalierbares Plattformmodell in einer VC-Journey. Viele Learnings aus früher helfen trotzdem, etwa in Führung, Prozessen und Organisation. Gleichzeitig mussten wir alte Denkweisen loslassen und viel stärker in Skalierung, Produkt und Technologie denken.

Beta-Erfolge: Nutzerzahlen, Verweildauer und hoher Bestellwert als Skalierungsindikatoren

Aktuell seid ihr im Beta-Test mit ersten Creator:innen und Brands. Welche Signale oder Kennzahlen aus dieser frühen Phase sind für euch entscheidend, um zu wissen: „Das Modell skaliert wirklich“?

In wenigen Wochen hatten wir über 250.000 NutzerInnen, eine starke Verweildauer und eine sehr hohe Average Order Value. Während TikTok Shop in Deutschland bei rund 25 Euro liegt, sind wir aktuell bei etwa 56 Euro. Das zeigt uns, dass nicht nur günstige Impulsprodukte funktionieren, sondern auch hochwertige Produkte wie Parfums.

Fragen zu SEO/Online Marketing & Tools

Social first: Warum TikTok & Co. für wyrld wichtiger sind als klassische Kanäle

wyrld lebt stark von Creator-getriebenen Inhalten und Social-Traffic. Welche Rolle spielen für euch „klassische“ Kanäle wie SEO oder Google Ads im Vergleich zu TikTok, Instagram & Co.?

Aktuell eine sehr geringe Rolle, einfach weil es noch kein Fokus ist. Wie sich das entwickelt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

wyrld Studioaufbau

Unverzichtbare Tools: Von Analytics bis Creator-Management

Welche Tech- und Marketing-Tools sind für euch im Daily Business unverzichtbar – von Analytics über CRM bis hin zu Creator-Management?

Eigentlich die Startup Klassiker: Slack, Notion, Google Analytics, Canva, Gemini & Chatgpt, aber auch Strawberry AI

Persönliche Fragen an die Gründer

Vom Campaign Builder zur Plattform: Der Schritt in den Next-Gen-Commerce

Ihr kommt beide aus der Creator- und Influencer-Welt. Wann hattet ihr persönlich das erste Mal das Gefühl: „Okay, jetzt bauen wir nicht mehr nur Kampagnen, jetzt bauen wir eine Infrastruktur für die nächste Generation von Commerce“?

Bei mir kam das vor allem daher, dass meine Lernkurve nach vier, fünf Jahren Agentur spürbar abgeflacht ist. Ich wollte weiter lernen, neue Dinge ausprobieren und ein völlig anderes Geschäftsmodell aufbauen. Eine Plattform zu bauen und wieder zu gründen war für mich der logische nächste Schritt.

Trends erkennen, Fokus behalten: So bleibt wyrld up to date

Social Commerce ist ein extrem dynamisches Umfeld – Trends entstehen und verglühen in Wochen. Wie haltet ihr euch persönlich up to date, ohne euch ständig von jedem neuen Hype ablenken zu lassen?

Der Markt ist extrem heiß und es passiert sehr viel. Unser Fokus ist, die bestmögliche Plattform für Creator zu bauen. Sie sind diejenigen, die Trends setzen. Wir wollen Enabler sein. Gleichzeitig wissen wir, dass Geschwindigkeit entscheidend ist, gerade weil auch stark finanzierte US-Startups nicht schlafen.

Schnellfragen zur Gründerpersönlichkeit

Würdet ihr euch selbst eher als „Produkt-Nerds“ als als „Sales-Typen“ bezeichnen?

Eine gesunde Mischung aus beidem :)

Trefft ihr wichtige Entscheidungen lieber datengetrieben als aus dem Bauch heraus?

Daten/Fakten sind immer die Grundlage für Entscheidungen, wenn es diese gibt. Bei wirklich großen Entscheidungen spielt das Bauchgefühl aber immer eine wichtige Rolle.

Könnt ihr wirklich abschalten, ohne ans nächste Feature oder den nächsten Creator-Deal zu denken?

Ehrlich gesagt: sehr schwierig.

Schnellfragen zum Online Marketing und SEO

Wird Social Commerce in den nächsten fünf Jahren für viele Brands wichtiger sein als ihr eigener Online-Shop?

Für die meisten: ja.

Werden Creator-Stores langfristig klassische Produktdetailseiten im E-Commerce ablösen?

Sie werden mindestens genauso wichtig sein.

Werden TikTok & Co. für eure Zielgruppen wichtiger als jede Suchmaschine?

Ist heute schon so.

Können Creator mittelfristig höhere Conversion-Rates erzielen als klassische Performance-Kampagnen?

Kommt stark auf den Creator an. :)

Braucht man für den Aufbau einer starken Social-Commerce-Brand zwingend ein eigenes Inhouse-Content-Team?

Es hilft, ist aber kein Muss.

wyrld: Social Commerce neu gedacht

Jakob Neise hat uns mit seinem Einblick in wyrld gezeigt, wie Social Commerce für die nächste Generation funktionieren kann – von 3D-Räumen über kuratierte Produkte bis hin zu einem echten Mehrwert für Creator, Marken und NutzerInnen. Wir bedanken uns herzlich bei Jakob für das offene und inspirierende Gespräch.

Gründer Jakob Neise von wyrld
Gründer Jakob Neise von wyrld

KONTAKT:

www.wyrld.de

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