Joachim Nickel IM INTERVIEW

ERFAHRE IN DIESEM INTERVIEW MEHR ÜBER JOACHIM NICKEL.

Stelle dir vor, du mĂŒsstest dir einen Meta Title geben. Wie wĂŒrde dieser lauten?

Matomo-Spezialist & Softwareentwickler Joachim Nickel

150 Zeichen! Wie wĂŒrde die perfekte Meta Description zu deiner Person aussehen?

Über 25 Jahre Online-Kompetenz mit einem Faible fĂŒr Daten: Joachim Nickel ist Softwareentwickler, Datenschutz-affiner Webanalyst und Trainer aus Leidenschaft.

Der SEO-Part ist immer sehr abwechslungsreich.

Kannst du uns kurz etwas zu deiner TÀtigkeit erzÀhlen?

Als Webdesigner in die Online-Welt gestartet, wurden Web-Visitenkarten fĂŒr Joachim Nickel schnell zu langweilig und er konzentrierte sich auf funktional anspruchsvollere Web-Projekte. Ab Anfang der 2010er wurde die Webanalytics fĂŒr Joachim ein Teil seiner Arbeit. Heute ist er vermutlich einer der sichtbarsten Spezialisten fĂŒr Webanalytics mit Matomo im deutschsprachigen Raum.

Was fasziniert dich an deiner Arbeit?

Eine Webseite „schön“ zu machen, ist cool. Eine Webseite informativ zu machen, ist wichtig. Aber wer weiß schon genau, was die Zielgruppe braucht? Ich zeige Dir, wie man datenschutzkonform möglichst viel ĂŒber das Verhalten der Besucher auf der Webseite erfahren kann, um das „schöne“ noch funktionaler zu machen und zu prĂŒfen, ob die Inhalte auch wirklich die gewĂŒnschten Call-to-Actions bewirken. Auch externe Faktoren wie die EffektivitĂ€t von Werbeanzeigen kann man mit Wissen aus der Webanalyse optimieren. Lass Dich inspirieren

Wie bist du in die Online Marketing Branche reingerutscht?

Ich hatte schon immer ein Faible fĂŒr Werbung. Diese Leidenschaft ins Internet zu verlegen, war 1995 gewagt – denn da war kaum jemand: Als Mitarbeiter bei dem vermutlich ersten kommerziellen Internet-Provider in Berlin gestartet, hat mich ein dortiger Kunde – ein Grafikdesigner – fĂŒr den Schritt in die SelbststĂ€ndigkeit als Webdesigner inspiriert. Schritt fĂŒr Schritt ging ich den Weg weiter zur Webdesign-Agentur mit 6 Angestellten, bis ich fĂŒr mich festlegte: Ich bin kein Lenker einer Agentur, sondern ein Macher. Seit 2008 bin ich wieder als Solopreneur tĂ€tigt; zuerst weiterhin als Web-Entwickler von komplexen Websites – und seit 2020 vorrangig als Berater, Trainer und Speaker zur Webanalytics mit dem datenschutzkonformen Open-Source-Tool Matomo.

Kannst du fĂŒr unsere Leser:innen deinen heutigen Arbeitstag beschreiben? Damit sie einen Eindruck von den Aufgaben und der Varianz im Online Marketing erhalten.

Als Solopreneur – wenn man so will als EinzelkĂ€mpfer – ist der Alltag sehr unterschiedlich. An verschiedenen Tagen bin ich von morgens bis abends in Besprechungen oder Weiterbildungen. Aber vielfach muss auch Zeit fĂŒr die organisatorischen Dinge wie dem Schreiben von Angeboten, dem Erstellen von Dokumentationen und natĂŒrlich der schönen TĂ€tigkeit, dem Stellen von Rechnungen, eingeplant werden. Die fĂŒr mich schönsten Tage sind, wenn ich von morgens um 8 Uhr im Schulungsraum eintreffe, um einen Workshop oder Seminar vorzubereiten und dann von 9 bis 17 Uhr in die Augen von lernwilligen Teilnehmenden schaue. Wissen zu vermitteln, ist meine Leidenschaft. Aber dieses Wissen muss natĂŒrlich auch stĂ€ndig erweitert werden. Dementsprechend bin ich regelmĂ€ĂŸig auf Konferenzen, in Meetups und Barcamps – denn gerade der Blick ĂŒber den eigenen Tellerrand ist in der Online-Welt aus meiner Sicht essenziell.

Du hast auch mal angefangen. Wie hast du dir dein Wissen angeeignet? Hast du Tipps fĂŒr unsere Leser:innen?

Zu Beginn meiner Online-Karriere gab es weder YouTube noch die vielen Webseiten mit Wissen; man hat sich mit sogenannten RFC Dokumenten beschĂ€ftigt – das sind die Texte, in denen die Grundlagen fĂŒr das Internet festgehalten werden. Und dann ging es im Trial-and-Error Verfahren los. NatĂŒrlich gehörte auch das Wissen aus BĂŒchern dazu. Und heute? Heute besuche ich regelmĂ€ĂŸig Konferenzen, Meetups und Barcamps. Und wenn mich ein neues Thema richtig interessiert, dann schaue ich nach Webinaren oder buche auch mal das eine oder andere Seminare oder einen Workshop. Ich hole mir gerne Wissen von nachgewiesenen Fachleuten. Und bei Matomo – meinem Herzensprojekt? NatĂŒrlich gibt es ein paar Quellen, aber hĂ€ufig schaue ich hier tatsĂ€chlich in den Quellcode, wenn ich genau wissen will, wie etwas umgesetzt ist. Einer der Vorteile bei einem Open-Source-Tool:

Die wichtigste FĂ€higkeit eines SEO ist gute Kommunikation.

Nach der SEO Ausbildung geht es fĂŒr unsere Absolvent:innen in die Wirtschaft. Welchen Tipp gibst du ihnen mit auf den Weg?

Es ist schwierig, einen allgemeingĂŒltigen Tipp zu geben, wie Du in die Arbeitswelt starten solltest. Wenn Du ein echt cooles Projekt im Kopf hast und mit der Ausbildung Dir das Grundlagenwissen angeeignet hast, kann der Weg direkt in die SelbststĂ€ndigkeit der richtige sein. Aber in den meisten FĂ€llen wird der Ausbau Deiner Expertise in Unternehmen, die den Fokus genau auf Deine Leidenschaft legen, eine gute Wahl sein. Schaue, wo Dein Fokus Dich hinleitet und erweitere stĂ€ndig Deinen Horizont.

Du bist innerhalb der Szene bekannt und wirst wegen deiner Expertise geschÀtzt. Welchen Geheimtipp hast du zur Steigerung der eigenen Sichtbarkeit?

Als Erstes: gehe raus. Nur, wenn Du Kontakt knĂŒpfst, kann man Dich sehen. Besuche Konferenzen, Meetups und Barcamps. Dort findest Du zum einen Inspiration, aber vor allem Menschen, die genau da sind, wo Du hin möchtest. Niemand ist als Speaker oder als Dozent geboren. Niemand wird Dich vom Fleck weg engagieren, wenn er Dich nicht kennt. Bewirb Dich bei den Veranstaltungen als Speaker zu Themen, bei denen Du sicher bist, dass Du dafĂŒr brennst. Leidenschaft ist eine der vielleicht wichtigsten Eigenschaften eines Speakers. Aber vorher mache Dich mit PrĂ€sentationstechniken und dem freien Sprechen vor grĂ¶ĂŸeren Gruppen vertraut. Jemand, der schnöde Folien erstellt, dann den RĂŒcken zum Publikum dreht, um diese abzulesen, wird kaum ein gern gebuchter Speaker werden. Gute Speaker werden den Inhalt Ihres Vortrags in- und auswendig kennen, denn sie haben ihn vorher mehrfache komplett durchgespielt.

Auf welches SEO Tool möchtest du im Berufsalltag nicht mehr verzichten und warum?

FĂŒr die Webanalyse ist natĂŒrlich Matomo mein Tool der Wahl. Wenn ich im Bereich technisches SEO unterwegs bin, dann verwende ich Screaming Frog. Und mein Lieblings-CMS ist Contao.

Vor welchen Herausforderungen steht die Online Marketing Branche aktuell?

In meinem Bereich, der Webanalytics, ist das Thema Datenschutz und Cookies derzeit maßgeblich. Wie kann man Besucherströme datenschutzkonform messen, was zerstört der User-Consent alles und kann man ĂŒberhaupt noch echt Zahlen messen? Damit beschĂ€ftige ich mich aktuell fast jeden Tag.